Mittwoch, 30. März 2022

Regionalwert AG, Photovoltaik und Klima am See - der BUND und die Scientists4future in Ravensburg haben einen neuen Kanal

 Hier gibt es 3 aufgezeichnete  Folgen von Klima-kterium

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Wir müssen unser Klima schützen – weltweit genauso wie in unserer Heimat im Schussental. Im unserem neuen Streamerei-Format, das vom BUND Ravensburg-Weingarten und den Scientists for Future gestaltet wird, sprechen wir darüber, welche Folgen die Klimakrise und ein effizienter Klimaschutz für Ravensburg, Weingarten und das Schussental mit sich bringen. Und was wir zum Schutz des Klimas tun können.



 in der Streamerei auf https://diestreamerei.de/formate/klima-kterium/

Update: Meersburg: Gemeinderat für Energiemanager - Stetten stimmt zu

  16.03.2022  hier im Südkurier

Gemeinderat für Energiemanager

Im Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Meersburg, Hagnau, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen soll eine gemeinschaftlich genutzte Personalstelle für einen Energiemanager geschaffen werden. Die Gemeinde Daisendorf hatte sich im Vorfeld gegen die Besetzung einer gemeinsamen Projektstelle entschieden. Als erstes Gremium hat der Meersburger Gemeinderat einstimmig für die Ausschreibung votiert, Hagnau, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen werden in den kommenden Sitzungen darüber entscheiden.

Die Stelle solle auf drei Jahre befristet werden, erläuterte Bürgermeister Robert Scherer das Vorhaben. Die beteiligten Kommunen teilen sich die Kosten anteilig der Einwohnerzahlen. Meersburg würde, vorbehaltlich, dass alle Kommunen zustimmen, 36 Prozent der Kosten übernehmen. Eine „Personalstelle Energiemanagement“ werde mit 70 Prozent vom Bund gefördert, so Scherer. Die Investition in eine zusätzliche Stelle müsste langfristig gesehen werden „Wir reden hier von Einsparungen von Energiekosten und vom Klimaschutz“, meinte Scherer. Zwar habe Bauamtsmitarbeiter Peter Gress bereits mit dem Gebäudeenergiemanagement begonnen, doch es ginge nicht nur um die Gebäude, sondern auch ums Handling wie zum Beispiel der Prüfung des Wirkungsgrads einer 30 Jahre alten Pumpe. Zudem könne dieser nicht alles alleine neben seiner Arbeit stemmen, erklärte Scherer. ..

Der Gemeinderat stimmte der Schaffung einer neuen Stelle einstimmig zu. 


Update  29.03.2022  hier

Zustimmung zum Energiemanager

Der Stettener Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, gemeinsam im Verwaltungsverband mit den Gemeinden Meersburg, Hagnau und Uhldingen-Mühlhofen Energiemanagement zu betreiben. 

Eine entsprechende Personalstelle soll eingerichtet werden unter der Voraussetzung, dass Fördergelder von Bundesseite über die Kommunalrichtlinie fließen. Bürgermeister Daniel Heß erklärte, der Fördersatz für das auf drei Jahre angelegte Projekt betrage 70 Prozent. Die Kommunen im Gemeindeverwaltungsverband haben demnach vereinbart, die anfallenden Kosten entsprechend der Einwohnerzahlen aufzuteilen. Anvisiert sind Personalkosten von rund 55 000 Euro pro Jahr. Eine 70-prozentige Förderung eingerechnet, verblieben noch knapp 17 000 Euro, die auf die vier Gemeinden im Verwaltungsverband umgelegt werden müssten.

....Der Bürgermeister verwies auf den voranschreitenden Klimawandel und das im Vorjahr geänderte Klimaschutzgesetz, wonach der öffentlichen Hand eine Vorbildfunktion beim Klimaschutz zukomme. Ziel des beschlossenen Energiemanagements sei es, nicht nur kurzfristig Energielecks aufzuspüren und Einsparungen umzusetzen, sondern nachhaltig beizubehalten.

Angebote auch für Bürger

Schon kurzfristige Energieeinsparungen könnten nach Meinung der vier Kommunen die Aufwendungen für die Personalstelle refinanzieren. „Wenn wir Energie einsparen, sparen wir Geld“, sagte Daniel Heß. Als Beispiel nannte er die veraltete Deckenbeleuchtung im Ratssaal von Stetten, die durch LED-Leuchten ersetzt werden könnte. 

FWV-Gemeinderätin Maja Herrchen regte an, auch die Bürger auf dem Weg mitzunehmen und zu motivieren, etwas für den Klimaschutz zu tun. Ihr Fraktionskollege Tobias Heiß erfragte, was nach dem Ende der drei Projektjahre passiere. Es werde dann einen Maßnahmenkatalog geben, antwortete Heß. ..

Samstag, 26. März 2022

Bahnfahrt gerät zur Mahnfahrt

 25.03.2022  |  VON KATY CUKO KATY.CUKO@SUEDKURIER.DE   hier

Besser hätten es die Aktivisten der „Initiative Bodensee-S-Bahn“ gar nicht planen können, um Schwächen und Probleme auf den Schienenwegen vorzuführen. Dabei sollte 100 Tage nach dem Fahrplanwechsel den mitgereisten Politikern nicht nur Schatten, sondern auch Licht gezeigt werden. Seither wird auf der Süd- und Allgäubahn elektrisch gefahren. Neben Elke Zimmer, Staatssekretärin im Verkehrsministerium des Landes, ließen es sich die Landtagsabgeordneten Klaus Hoher (FDP), Petra Krebs und Martin Hahn (Grüne), Raimund Haser (CDU) und Hans-Peter Storz (SPD) nicht nehmen, zumindest abschnittweise mitzufahren.

Die Bahnfahrt geriet jedoch zur Mahnfahrt. Acht Etappen waren bei der Exkursion über die Gleise in der deutschen Bodenseeregion geplant. Doch schon nach der dritten Etappe in Kißlegg war erst einmal Schluss. Weil der Zug von Lindau nach Kißlegg Verspätung hatte, verpasste der Tross den Anschluss nach Aulendorf. So blieb nur, eine geschlagene Stunde auf den nächsten Zug zu warten. Doch ein alter Triebwagen, der dort im sogenannten Dieselloch noch verkehren muss, gab den Geist auf und konnte wegen des Defekts gar nicht erst losfahren. Statt nach Ravensburg ging es also auf dem gleichen Weg zurück nach Friedrichshafen.

Aber auch die letzte Etappe gen Westen auf der Bodenseegürtelbahn lief nicht wie geplant. Die Regionalbahn baute bis Radolfzell so viel Verspätung auf, dass man vom Seehas nach Konstanz nur noch die Rücklichter sah. „So konnte man die real existierenden Probleme beim Zugbetrieb auf eingleisigen Strecken am eigenen Leibe erfahren“, beschreiben Ulrich Bauer, Ralf Derwing und Frieder Staerke, die drei Co-Präsidenten der Initiative Bodensee-S-Bahn, diese Situation.

Freitag, 25. März 2022

10 "Gebote" für Umweltaktive



Der frühere BUND-Geschäftsführer Axel Mayer meldet sich beim fff- Klimastreik zu Wort

https://www.mitwelt.org/rede-klima-streik-klima-wandel-fridays-for-future-


*1) Jeden Tag hörst Du "Ändere Dein Leben, lebe umweltfreundlich."

Da sind Krieg, Klimakatastrophe, Weltvermüllung, Artenausrottung, Rohstoffverschwendung, wachsende soziale Ungleichheit und Atommüllproduktion.
Du sollst Dein Leben ändern und es ist gut umweltfreundlich zu leben, aber Du sollst nicht die zerstörerischen Strukturen ändern, die zu diesen Problemen führen.

*2) Fahre Fahrrad, wird Dir gesagt und es ist richtig Rad zu fahren
Liebe FDP: Warum haben wir kein Tempolimit in Deutschland, mit dem sich schnelle Energie und CO₂ sparen ließe?
Wir haben kein Tempolimit, damit die Menschen weiter in der Illusion leben, wir könnten trotz Klimakatastrophe einfach so weiter machen wie bisher.
Du sollst Rad fahren wird Dir gesagt, aber Du sollst kein Tempolimit fordern, denn Tempo ist die Freiheit der Ichlinge.

*3) Gehe zu Fuß, wird Dir gesagt und es ist richtig zu Fuß zu gehen
Mit einem einzigen Weltraumflug verursacht ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringt.
Das reichste Prozent der Menschheit ist für 16 Prozent des CO₂-Ausstoßes weltweit verantwortlich.
Du sollst zu Fuß gehen und die Milliardäre und Weltraumpioniere anbeten.
Du sollst zu Fuß gehen, wird Dir gesagt, aber lass den Umweltzerstörerenden im Weltraum ihr exklusives Hobby.

*4) Reise mit der Bahn wird Dir gesagt und es ist richtig Bahn zu fahren.
Weltweit wurden 15 Bestellungen für das geplante Überschallpassagierflugzeug Overture aufgegeben. Überschallflugzeuge sind die schnellste, teuerste, lauteste und energiefressenste Art des Flug-Reisens.
Du sollst mit der Bahn fahren, aber Du sollst Dich keinesfalls für Landeverbote für Überschallflugzeuge einsetzen.

*5) Informiere Dich in Deinen Netzwerken, wird Dir gesagt und es ist gut sich zu informieren.
Doch nicht nur in der BLÖD-Zeitung und in asozialen Netzwerken wird gegen Klimaschutz, erneuerbare Energien und Fridays for Future gehetzt.
Du aber sollst in Deiner Wahrnehmungsblase bleiben und Dich nicht mit den Strategien der Klimawandelleugner und Profiteure der Umweltzerstörung auseinandersetzen.

*6) Sei kritisch, aber nicht zu radikal, wird Dir gesagt.
Wie haben wir vor bald 50 Jahren die AKW in Wyhl, Kaiseraugst und Gerstheim verhindert?
Wie haben wir vor bald 50 Jahren das extrem luftverschmutzende Bleiwerk in Marckolsheim verhindert und den Startschuss für die Luftreinhaltung und den Klimaschutz gegeben?
Menschen unterschiedlichster Herkunft und Meinung haben illegal die Bauplätze besetzt und wir waren erfolgreich. Das lässt sich heute so nicht wiederholen, aber brav und angepasst waren wir nicht.
Du darfst schon ein wenig kritisch sein, am besten in jungen Jahren schon zartrosa wie die Roten oder blassgrün wie die GRÜNEN, wird Dir gesagt
und schau auf keinen Fall, wie vor 50 Jahren am Oberrhein eine junge freche Umweltbewegung so große Erfolge erzielt hat.

*7) Putze hinter den Müllidioten her, die ihren Müll in die Landschaft werfen.
Doch nicht der Müll ist das Problem, sondern das häufig kurzlebige, unnötige, nicht reparaturfähige Produkt zum schnellen dummen Konsum.
Du sollst gebeugt hinter den Müllidioten herputzen und dabei niemals das Wort "Pfandsysteme" murmeln und Du sollst nicht das Problem der geplanten Obsoleszenz bekämpfen.

*8) Ärgere Dich über die erwischten kleinen UmweltsünderInnen, wird Dir gesagt
Seit Jahrzehnten wissen die Konzernspitzen der Kohle-Öl- und Gaskonzerne von den verheerenden Auswirkungen ihres Tuns. Es gibt jahrzehntelanges Täterwissen. Sie haben den Klimawandel heruntergespielt und über rechts-libertäre Netzwerke die Klimawandelleugner finanziert und die Energiewende bekämpfen lassen. Millionen Menschen leiden unter der Klimakatastrophe und viele werden sterben.
Du sollst Dich über die kleinen UmweltsünderInnen ärgern (am besten auch über Dich selber), aber die Täter, die tatsächlichen Verantwortlichen für den Tod durch Klimawandel, sollen nicht bestraft werden.

*9) Schalte Deinen Computer aus wenn Du ihn nicht brauchst, wird Dir gesagt

Der Stromverbrauch für eine einzige Bitcoin-Transaktion ist so hoch wie jener eines amerikanischen Durchschnittshaushalts in 23 Tagen. Der CO2-Fußabdruck ist so enorm, als würde man 54.000 Stunden Internetvideos schauen.
Du sollst den Computer abschalten, wenn Du ihn nicht brauchst, aber kritisiere niemals die Zocker- und Dealer-Währung Bitcoin.

*10) Glaube an die neuen Wunderwaffen, mit denen wir alle Probleme lösen werden, wird Dir gesagt.
Als der bisher letzte Weltkrieg schon längst verloren war, setzte die Propaganda in Deutschland mit Durchhalteparolen auf die "neuen Wunderwaffen", mit denen der aussichtslose Krieg doch noch gewonnen werden sollte und viele Menschen in Deutschland hofften bis zuletzt auf den vermeintlichen "Endsieg".
Auch im heutigen globalen Krieg gegen die Natur und gegen uns selber setzen die politisch und ökonomisch Verantwortlichen für die große globale Zerstörung auf neue AKW, auf Transhumanismus und auf den alten neuen Mythos der Wunderwaffen, allerdings jetzt unter neuen Bezeichnungen.
Du sollst an die neuen Wunderwaffen glauben, nicht aber an einen möglichen, machbaren, guten, zukunftsfähigen, nachhaltigen, nicht giergetriebenen Fortschritt, der tatsächlich den Menschen nutzen würde.

*Lebe umweltfreundlich, wird Dir gesagt und habe dauerhaft ein schlechtes Gewissen, weil Du das gute ökologische Leben sowieso nicht schaffst. 

*Beschäftige Dich mit Dir selber, denn Du alleine bist für alle Probleme verantwortlich, wird Dir gesagt.                                                                                                                                             

*Du sollst Schuldgefühle haben und keine Zeit Dich mit den Ursachen von Klimawandel und Artenausrottung zu beschäftigen oder etwa gar zerstörerische Strukturen zu verändern.

Klimakatastrophe, Weltvermüllung, Atommüllproduktion und Artenausrottung lassen sich auf zwei Ursachen zurückführen:
Unbegrenzte Gier und unbegrenztes Wachstum im begrenzten System Erde.


Du sollst zu Fuß gehen, Rad fahren, Wasser sparen, Verpackungsmüll vermeiden, aber Eines darfst Du auf keinen Fall.
Hinterfrage nicht die neue, globale Weltreligion, den Glauben an das unbegrenzte Wachstum.


Bei einem anhaltenden Wachstum von 5% verdoppelt sich das Bruttosozialprodukt alle 14 Jahre. Und eine Menge, die exponentiell wächst, vertausendfacht sich jeweils nach der zehnfachen Verdoppelungszeit. Dauerhaftes exponentielles Wachstum einer Wirtschaft ist nicht möglich und führt zwangsläufig zur Selbstzerstörung. Durch die periodischen Kriege im Laufe der Menschheitsgeschichte wurde das bisherige Wachstum immer wieder unterbrochen. Es wäre anzustreben, die aktuellen Probleme ohne großen und letzten Krieg in den Griff zu bekommen.

Du sollst zu Fuß gehen, Rad fahren, Wasser sparen, Verpackungsmüll vermeiden, aber Eines darfst Du auf keinen Fall.
Stelle niemals die Macht-Strukturen hinter der Zerstörung infrage.

Es ist gut, richtig und wichtig zu versuchen, ein gutes Leben zu führen.
Es ist aber genauso wichtig, die zutiefst zerstörerischen Strukturen zu ändern.


Krieg
Klimakatastrophe
Weltvermüllung
Artenausrottung
„Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren: Es ist die Zeit der Monster."
 (Antonio Gramsci)
Lasst uns zusammen gegen die Monster angehen.

Axel Mayer, Mitwelt Stiftung Oberrhein, (Alt-) BUND-Geschäftsführer

Mittwoch, 23. März 2022

BODENSEEKREIS: Nachbesserungen Bodenseegürtelbahn

 BODENSEEKREIS: Nachbesserungen im Zugverkehr

Nach Elektrifizierung der Südbahn hat das Land wegen Kritik am Fahrplan auch mit Blick auf Anschlussfahrten der noch dieselbetriebenen Bodenseegürtelbahn stufenweise nachgebessert. Die dritte Stufe soll am 30. April zünden. Laut Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer wird es zwischen Betriebsbeginn und 9.30 Uhr je Richtung neun Züge auf der gesamten Strecke geben, ein zehntes Zugpaar zwischen Friedrichshafen und Überlingen. 


22.03.2022  |  VON STEFAN HILSER  hier

Ab 30. April fahren morgens mehr Züge

Bodenseekreis – Die Elektrifizierung der Südbahn zwischen Ulm und Friedrichshafen bringt den Fahrgästen Verbesserungen. Doch der Anschluss an die noch mit Diesel fahrende Bodenseegürtelbahn bringt den Betrieb ins Stocken. Deshalb war ab Dezember ein neuer Fahrplan nötig. Dieser produzierte auf der Strecke zwischen Friedrichshafen und Radolfzell gravierende Nachteile, vor allem für Pendler in den Morgenstunden. Einige Züge fuhren seitdem gar nicht mehr oder sie erreichten ihr Ziel zu unpassenden Zeiten. 

- neue Verbindungen von Überlingen-Therme über Sipplingen und Ludwigshafen nach Radolfzell Bisher endeten die von Friedrichshafen kommenden Züge am Bahnhof Überlingen-Therme. 

- zusätzlicher Zug von Friedrichshafen nach Überlingen-Therme  

- Zusätzliche Halte bei der Regionalbahn 17758 zwischen Friedrichshafen und Markdorf. 

- In Radolfzell werden gute Anschlüsse zu den Zügen in Richtung Singen und Konstanz hergestellt, sodass auch überregionale Pendler von den Anpassungen profitieren.“

- Zusätzliche Halte  in Bermatingen-Ahausen , FN-Manzell und FN-Landratsamt 

-  Zusätzliche Züge von Radolfzell  nach Überlingen-Therme

Dienstag, 22. März 2022

MARKDORF ist auf dem Weg zur Klimaneutralität - Salem noch lange nicht

MARKDORF: Büro erstellt Konzept für Klimaneutralität

Die Stadtverwaltung Markdorf strebt Klimaneutralität an. Dies soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beschlossen werden. Das Ziel soll möglichst bis 2030, spätestens bis 2040 erreicht werden. Die Verwaltung beauftragt ein Büro mit dem Erstellen eines Konzepts. Klimaneutralität soll im Hinblick auf den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden. Berücksichtigt wird etwa der Energieverbrauch in städtischen Gebäuden. 


21.03.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE

Auf dem Weg zur Klimaneutralität  (hier)

Um das zu erreichen, soll die Verwaltung ein Büro damit beauftragen, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln. Weitere Themen beziehungsweise Ergebnisse der Vorberatung waren: Die Verwaltung weist künftig in ihren Beratungsunterlagen für die Gemeinderatssitzungen die Klimakosten aus. Es wird eine befristete Stelle eingerichtet, um das Ziel der klimaneutralen Stadtverwaltung zu erreichen. Außerdem will die Stadt dem Klimaschutzpakt Baden-Württemberg beitreten.

Diese Punkte wurden zuvor ausführlich beraten. Bürgermeister Georg Riedmann merkte anschließend an, dass die Diskussion anders verlaufen sei als erwartet – in gutem Einvernehmen, nicht kontrovers. Riedmann hatte an seine Antrittsrede im Herbst 2021 erinnert. Darin hatte er von einer notwendigen Geschlossenheit gesprochen, wenn die großen Herausforderungen des Klimaschutzes bewältigt werden sollen.

Montag, 21. März 2022

Alternative Radwegeverbindung zur Umgehung des unzulänglichen Fuß/Rad-Weges an der Bahnhofstraße

Salem, den 21.03.2022

An

Bürgermeister Härle und die Mitglieder des Salemer Gemeinderates


Betr.: Vorschlag für eine alternative Radwegeverbindung zur Umgehung des unzulänglichen Fuß/Rad-Weges an der Bahnhofstraße



Der Radweg an der Bahnhofstraße ist teilweise nur 1,80 m breit und erfüllt nicht die

Anforderungen an einen gemeinsamen Geh- und Radweg von mindestens 2,50 m Breite,

zumal er als Zugangsweg zum Bahnhof und als Transitweg durch Mimmenhausen sehr stark

frequentiert ist. Die Bedeutung des Salemer Bahnhofs als regionaler Knoten für den Nah- und

Fernverkehr ist mit dem neuen Fahrplan, der 12 zusätzliche IRE Halte bietet, erheblich

gestiegen. Eine noch stärkere Benutzung des Geh-/Radwegs ist bereits spürbar.


Der Verwaltung ist das Problem bekannt. Leider wurde die Idee für den Bau einer Brücke, die

die Bahnhofstraße mit der Brühlstraße verbunden hätte, wegen Anwohnerbedenken

verworfen.


Das ABü möchte Ihnen einen alternativen Radweg vorschlagen, der aus unserer Sicht noch

sinnvoller wäre als der oben angesprochene, da er den ganzen kritischen Bereich der

Bahnhofstraße umgeht und womöglich ausschließlich auf gemeindeeigenen Grundstücken

verläuft.

Die Route des vorgeschlagenen Radwegs ist aus der Abbildung ersichtlich: Vom Bahnhof

kommend verläuft er parallel zur Bahn, quert den Stefansfelder Kanal und mündet bei der

Bahnunterführung tangential in die Straße „Zur Öhle“.




Wir bitten Sie um eine wohlwollende Prüfung unseres Vorschlags und erwarten gerne Ihre

Antwort.

Sonntag, 20. März 2022

BODENSEEKREIS: Ein Projekt für mehr Insektenschutz

 Die Bodensee-Stiftung hat das Projekt „Insektenfördernde Region Bodensee“ gestartet.

Gemeinsam mit Landwirtschaftsbetrieben im Bodenseekreis sowie im Landkreis Konstanz soll etwas für die Artenvielfalt getan und der Insektenschutz gefördert werden. Bislang zehn Betriebe erhalten zwei Jahre lang Geld und Saatgut, um beispielsweise Blühstreifen zu schaffen. Die Bodensee-Stiftung hofft auf weitere Interessenten, die sich am Projekt beteiligen. 


18.03.2022  |  VON CLAUDIA WÖRNER FRIEDRICHSHAFEN.REDAKTION@SUEDKURIER.DE

Landwirte wollen Artenvielfalt  hier

... Ein Viertel ihrer Anbaufläche bewirtschaften Georg und Bettina Arnold biologisch. Neben den Äpfeln baut das Paar auch Aprikosen und Pfirsiche an und zieht Weihnachtsbäume. Aufmerksam wurde Bettina Arnold auf das Projekt durch den Verein „Gutes vom See“. Die Obstbäuerin und Gartenbautechnikerin sagt: „Ausschlaggebend war für mich der Gedanke, dass wir in der Landwirtschaft praktikable Lösungen brauchen.“ Insbesondere erhoffe sie sich über die Insektenfördernde Region Bodensee auch einen Austausch mit den anderen Betrieben, um die Artenvielfalt zu fördern.

Der Plan der Arnolds ist, auf einer Fläche von insgesamt 0,4 Hektar Blühmischungen einzusäen. ....
Neu sind die Blühstreifen in den Fahrgassen unserer neuen Bioanlage“, berichtet Bettina Arnold. Es gebe Berichte, dass sich in den Blühstreifen zwar auch Schädlinge vermehren, aber dass es insgesamt mehr Nützlinge gebe. „Die Vorteile sollten also überwiegen.“ Außerdem haben die Arnolds bei den konventionellen Obstanlagen Wildrosenarten gepflanzt, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. „Hier freuen sich nicht nur die Insekten, sondern auch später die Vögel an den Hagebutten“, sagt Bettina Arnold. Als Ersatz für eine für Insekten uninteressante Forsythienhecke ist eine 60 Meter lange Hecke mit Hasel, Kornelkirsche, Schneeball und Pfaffenhütchen entstanden.

Das Staatsweingut Meersburg ist ein weiterer Demonstrationsbetrieb. .....Das Staatsweingut begrünt schon seit Jahren jede Fahrgasse. ....

..... Über ein Monitoring sollen die erreichten Effekte dokumentiert werden. Im Fokus stehen Maßnahmen im Acker- und Futterbau, Grünland, Obst- und Weinbau sowie die Stärkung des Biotopverbunds. 

....Bei zehn Betrieben soll es nicht bleiben. Deshalb plant die Bodensee-Stiftung zahlreiche Veranstaltungen in beiden Landkreisen, um den Erfahrungsaustausch und das Interesse für mehr Insektenschutz zu fördern....

 Annekathrin Vogel, E-Mail: annekathrin.vogel@bodensee-stiftung.org; Telefon 01 76/65 56 60 56, Internet: www.bodensee-stiftung.org 

Wie der Klimawandel das Leben der Bienen durcheinander bringt

Schwäbische Zeitung  hier

Vergangenes Jahr ist ein ganz schlechtes Jahr für die Bienen gewesen. Weil auf eine zeitige Schönwetterperiode anhaltende Regenfälle folgten, mussten viele Imker ihre Völker schon über den Sommer notfüttern. „Solche Wetterextreme nehmen zu“, befürchtet Meinrad Leiter vom Imkerverein Tettnang-Friedrichshafen. Durch insgesamt steigende Temperaturen sind die Winter milder und die Blüte kommt früher – mit fatalen Folgen für die Bienen.

Die Probleme beginnen oft schon im Winter, denn in milden Wintern machen die Bienen keine Brutpause. Imker wissen: Dadurch entwickelt sich aber auch der Hauptparasit, die Varroa Milbe, prächtig......

Akt zwei im klimabedingten Drama für die summenden Bestäuber: Wenn es zu früh warm wird und die Blüte früher einsetzt, sind im Bienenstock noch gar nicht genügend Honigsammlerinnen herangewachsen. „Die Natur ist immer einen Schritt voraus, und die Bienen hinken hinterher“, schildert Florian Andrä, der mit seiner Frau die Imkerei golden bees in Meckenbeuren betreibt. Auch in heißen Sommern ohne Feuchtigkeit und bei anhaltend trockenem Herbstwetter ist der Tisch für die Bienen kaum noch gedeckt.....

Noch schlimmer als die Honigbienen sind seiner Ansicht nach aber die Wildbienen vom Klimawandel betroffen, „denn sie sind auf sich allein gestellt“. Viele Wildbienenarten seien außerdem Spezialisten, die nur im kleinen Umkreis und oft auch nur auf bestimmten Blüten Nektar saugen und Pollen sammeln. „Wenn die Nahrungspflanzen nur ein paar Tage zu früh blühen, hat manche Wildbiene keine Chance mehr“, warnt Andrä. Mit seinen Schülern baut Andrä sogenannte Samenbomben, um bienenfreundliche Blühpflanzen weiter zu verbreiten.

Um Bienen und andere Insekten zu unterstützen, braucht es oftmals gar nicht viel: „Etwas stehen lassen und ein bisschen Unordnung zulassen im eigenen Garten kann auch schon helfen“, gibt Patrick Trötschler von der Bodensee-Stiftung zu bedenken. Und zur Not reicht auch ein Kräutertopf: „Wenn Sie den Schnittlauch oder den Thymian blühen lassen, werden Sie sehen, dass der angeflogen wird“, verspricht Trötschler. Infos über Wildbienen finden Bienenfreunde auf den Internetseiten der Bodensee-Stiftung in Radolfzell oder beim Nabu.

Nach dem Motto „Jeder Quadratmeter zählt“ gibt es beim „Netzwerk blühende Landschaft“ Tipps und Pflanzenlisten für eine insektenfreundliche Bepflanzung im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Auch gibt es dort Tipps, wie Rasen insektenfreundlich gemäht werden kann. Zu finden unter


www.bluehende-landschaft.de/bluehflaechen/zuhause-im-privatgarten

Donnerstag, 17. März 2022

Bis zum letzten Tropfen - mal investigativer Fernsehfilm, mal Doku dazu

 

 ARD  hier   sind beide Filme zu finden

Der investigative Fernsehfilm erzählt die Geschichte eines Bürgermeisters, der die Wasserrechte in seinem Ort an einen weltweit agierenden Konzern vergibt und dessen Tochter in der Bürgerbewegung gegen ihren Vater protestiert. Sebastian Bezzel, Ulrich Tukur, Hannah Schiller und Karoline Schuch spielen die Hauptrollen. "Bis zum letzten Tropfen - Die Doku" beruht auf investigativen Recherchen über die Geschäfte mit Wasser in Deutschland.

Die Doku beruht auf exklusiven Recherchen, die in den gleichnamigen Fernsehfilm eingeflossen sind. Der preisgekrönte Autor Daniel Harrich zeigt die Wirklichkeit hinter der Fiktion: Jahrelang hat ein internationaler Getränkekonzern sich bemüht, für seine Abfüllanlage bei Lüneburg ein großes Grundwasserreservoir zu erschließen. Das Wasser liegt so tief, dass der Konzern und die zuständigen Behörden davon ausgehen, dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung nicht angegriffen wird.

Unser Wasser: Deutschland trocknet langsam aus


 Mehr zum Wasser-Notstand in unserem Ländle auf SWR2   hier

Im Altdorfer Wald und auch an anderen Stellen in Oberschwaben geht es immer mit um das Thema: "Schutz unseres Grundwassers" wenn dort um den Kiesabbau diskutiert wird. 
Nun  gibt es neue Erkenntnisse, wie es um das Wasser in Deutschland bestellt ist. 

Hier sind 2 aktuelle Artikel zum Thema Wasser,  die uns nachdenklich stimmen sollten, denn auch bei uns wird das fehlende Wasser sehr bald  vieles verändern.


ARD  hier Stand: 15.03.2022 Von Werner Eckert, SWR

Folgen des Klimawandels

Deutschland trocknet langsam aus

Noch ist Deutschland mit reichlich Wasser gesegnet. Das gilt als selbstverständlich. Doch neue Daten zeigen: Der Wasserverlust ist beträchtlich - und das Ausmaß noch nicht abzusehen.

..."Im Klartext: Deutschland hat in 20 Jahren Wasser im Umfang des Bodensees verloren. Das ist unvorstellbar viel Wasser."....."Der Wasserrückgang in Deutschland beträgt etwa 2,5 Gigatonnen oder Kubikkilometer im Jahr. Damit gehört es zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit."

Dienstag, 15. März 2022

Neue Wohnformen und flexiblere Bauten: Kreative Ideen sollen Wohnungsnot lindern

 Kreis Ravensburg  Schwäbische Zeitung  hier    Karin Kiesel

...Die Wohnungsnot vor allem im bezahlbaren Bereich ist kein neues Thema, hat aber eine neue Dimension angenommen. Das gilt ebenfalls für die Region Oberschwaben-Allgäu-Bodensee. Um die missliche Lage zu lösen, braucht es neben Förderprogrammen und mehr Bauten auch neue Wohnformen, gemeinschaftliche Projekte und innovative Quartiere. ...

Markdorf: Gruppe Klimaplan setzt auf Transparenz

  14.03.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE  hier

Gruppe Klimaplan setzt auf Transparenz

--- Zuletzt hat sich Klimaplan Markdorf schriftlich an die Stadträte gewandt. Darüber hinaus legte die Gruppe der Verwaltung eine Präsentation vor, wie die Stadt auf die erforderliche Klimaneutralität hinarbeiten könnte. „Und das Gespräch mit der Verwaltung erweist sich als überraschend fruchtbar“, berichtet Silja Beck. Unterdessen arbeitet die Stadtverwaltung auch eigenständig am Thema. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stand das Klimaschutzmanagement auf der Tagesordnung. Der Klimaplan-Gruppe wurde im Vorfeld Einblick in die Beratungsunterlagen gewährt, erklärt Beck.

Montag, 14. März 2022

Angst vor einer Ernährungskrise

  N-TV  hier

 "Wir müssen auch an Fleischkonsum und Biokraftstoffe ran"

Der Krieg in der Ukraine blockiert eine lebenswichtige Versorgungsader, die Ukraine und Russland sind Agrarsupermächte. Nicht nur Europa wird das zu spüren bekommen, sagt Sebastian Lakner von der Universität Rostock ntv.de.
Schätzungsweise 103 Tage kann die Weltbevölkerung sich aus Lagerbeständen von Getreide und Mais ernähren. Was passiert danach? "Diesen Teil der Krise sollten wir sehr ernst nehmen", warnt der Agrarökonom. Um die Versorgung der Menschen mit Mais, Getreide und Raps zu sichern, empfiehlt er dringend, den Fleischexport und die Beimischung von Biokraftstoffen in Benzin infrage zu stellen. 

Sonntag, 13. März 2022

"Utopische Energiewende"

 Schwäbische Zeitung hier  Von Benjamin Wagener

Anspruch und Wirklichkeit sind beim Aufbau der deutschen Ökostromwirtschaft noch weit voneinander entfernt - Eine realistische Betrachtung

.... Das Problem: Es gibt keinen Anbieter, keinen Handwerker, der ihm Solarmodule verkauft und sie auf das Dach montiert. Vier Unternehmen im Kreis Ravensburg hat der Hausbesitzer angeschrieben - vier Absagen oder Vertröstungen. Entweder haben die Firmen keine Zeit oder sie bekommen keine Module oder ihnen ist der Auftrag bei einem Reihenhaus zu wenig lukrativ.

Ein Beispiel, das einen kleinen Ausschnitt aus dem Problemfeld Energiewende zeigt und das demonstriert, wie groß die Herausforderung des Jahrhundertprojekts wirklich ist. Denn trotz vieler Beteuerungen von Experten, die sich mit dem Thema auskennen, ist seit Langem klar, dass weder Politik und Wirtschaft noch die Bürger in Deutschland auf die einschneidenden Veränderungen vorbereitet sind, die angestoßen werden müssten, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Zu den Experten gehört Andreas Thiel-Böhm, Chef der Technischen Werke Schussental (TWS), einem Unternehmen, das im Raum Bodensee-Oberschwaben-Allgäu Menschen mit Strom, Gas, Wärme und Wasser versorgt. „So wie wir jetzt agieren, sind die Ziele nicht erreichbar, weil fast alle Grundlagen fehlen“, sagt Thiel-Böhm im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. „Wir geben uns auch keine Mühe. Ich habe extreme Zweifel, weil wir keinen Mut aufbringen und immer im Klein-Klein stecken bleiben.“

Freitag, 11. März 2022

 Futurezone  hier  11.03.2022   Tina Wirnsberger

Das Verhandeln von Einzelinteressen taugt nicht im Kampf gegen die Klimakrise.
Wir müssen Klima endlich als Gemeingut begreifen.

Der neue Bericht des Weltklimarates IPCC zeigt, dass sich das Klima noch schneller und noch heftiger verändert. Im Kampf gegen die Klimakrise braucht es neue Prinzipien.

Als „kriminellen Verzicht“ bezeichnete UN-Generalsekretär António Guterres die jahrzehntelange Untätigkeit der Staats- und Regierungschef*innen im Kampf gegen die Klimakrise. Die Folgen dieser Untätigkeit zeigt der neue Bericht des Weltklimarats (IPCC), der am 28. Februar präsentiert wurde:
Noch schneller, noch heftiger als bisher angenommen droht die Erde sich zu verändern. 
Der Bericht ist eine Bankrotterklärung unseres Systems zur Bekämpfung der Erderwärmung, bestehend aus wirtschaftlichen, politischen und sozialen Kompromissen, in denen die Akteur*innen am Tisch um Einzelinteressen und Vorteile feilschen, statt die Rettung des Planeten endlich als gemeinsame Aufgabe zu verstehen, die nur durch Kooperation gelöst werden kann.

 

„I want you to act as if our house is on fire“, 

so die berühmten Worte Greta Thunbergs. 


Vergleicht man die Erde mit einem brennenden Haus, dann würden die Löscharbeiten derzeit so aussehen:

Globaler Klimastreik - macht alle mit!

 


In allen großen Städten wird gestreikt, aber auch regional in Ravensburg und Friedrichshafen



Am 25.03. gehen wir wieder weltweit auf die Straßen, um für eine klimagerechte und bessere Welt zu kämpfen. Auch in Ravensburg wird gestreikt. Angesichts der Ausweitung von Putin‘s Angriffskrieg in der Ukraine möchten wir bei dieser Demo vor allem auf die Verbindung und Intersektion von Klimakrise, Imperialismus, Militarismus und Flucht eingehen! Unsere Demo startet am 25.03. um 11:30 Uhr am Bahnhof. Für ein Hygienekonzept ist gesorgt und es gilt FFP2-Maskenpflicht auf der gesamten Veranstaltung. Bringt bunte Demoschilder und Ehrgeiz mit. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen. #FridaysForFuture #Klimastreik #GlobalStrike #Klimakrise #ClimateJustice #ClimateJusticeNow #ClimateCrisis #ClimateStrike

"Zukunftsaufgabe" Brückensanierung ?

 Gestern hörte ich im Radio einen denkwürdigen Satz von unserem Verkehrsminister V. Wissing:

Er werde sich nun der "Zukunftsaufgabe" widmen, die maroden Brückenbauwerke in Deutschland zu sanieren.

Finde ich schon beachtlich, was man heute als Zukunftsaufgabe definieren kann, weil  die Aufgabe über Jahrzehnte hinweg schlichtweg nicht gemacht wurde.
Auf eine kommunalpolitische Ebene heruntergebrochen würde ich sagen, das ist in etwa so, als wenn ein Bürgermeister erklären würde, er werde sich nun der Zukunftsaufgabe Feldwege-Sanierung widmen, weil die seit 20 Jahren nicht gerichtet wurden. 

Meines Erachtens gehört beides schlicht und einfach der Kategorie "Unterhaltung im laufenden Geschäft" an  - also etwas dass ständig im Rahmen der "normalen" Mittel erledigt werden müsste.
Das ändert natürlich nichts daran, dass die Aufgabe über Jahre hinweg liegen blieb, weil man lieber mehr Neues für das Geld  bauen wollte.

Das kann man nun dem "neuen" Minister nicht anlasten. Ich möchte trotzdem äußerst kritisch mit dem Begriff Zukunftsaufgabe umgehen. Im vorigen Bericht des Südkuriers stand: Gerade im Bereich Verkehr, werden immer noch rund 20 Prozent der Treibhausgase in Deutschland verursacht – überwiegend durch Pkw und Lkw.
Dieser dringenden Zukunftsaufgabe verweigert sich Hr. Wissing bisher recht beharrlich. 

Energiewende und Klimaschutz : heute und in Zukunft

 10.03.2022  hier  Südkurier

....Doch was steckt hinter dem Begriff „Energiewende“? Das Öko-Institut verseht darin: „Einen alternativen, sauberen, bezahlbaren, sicheren – kurz nachhaltigen Weg zu finden, um Energie zu erzeugen. Das bedeutet die Abkehr von der traditionellen Strom- und Wärmeerzeugung vor allem durch Kohle- und Atomkraft und ein Hin zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.“

Neben dem Atomstrom gehört hinsichtlich dieser Definition auch der zügige Ausstieg aus der Stromerzeugung durch Kohle zu einem zentralen Element, um die Energieeffizienz zu steigern. Denn Deutschland hatte bereits 2010 im Energiekonzept der Bundesregierung das Ziel formuliert, seine Treibhausgasemissionen bis 2050 um rund 95 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Allerdings bedeutet dies für den Stromsektor eine Umstellung von Kohle, Erdgas und anderen fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien. Bereits ein Drittel des Strombedarfs in Deutschland wird laut Öko-Institut heute in Wind-, Wasser-, Solar- und Biomassekraftwerken produziert. Das Ziel ist es allerdings bis zum Jahr 2050 das Stromversorgungssystem auf mindestens 80 Prozent erneuerbare Energien umzubauen, um den Temperaturanstieg durch den Klimawandel auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, so wie sich die UN-Mitglieder bei der Weltklimakonferenz in Paris im Jahr 2015 verpflichtet hatten.

Dienstag, 8. März 2022

Deutsche Umwelthilfe: Was wir jetzt konkret gegen die Doppelkrise tun müssen

 Deutsche Umwelthilfe hier

Furchtbare Nachrichten aus der Ukraine und vom Weltklimarat

Es sind katastrophale Nachrichten, die uns aktuell jeden Tag erreichen. Aus der Ukraine, wo so viele Menschen in diesem Krieg leiden. Wir alle bei der Deutschen Umwelthilfe sind erschüttert. Unsere Gedanken sind bei all jenen, die nun um das eigene Leben oder das ihrer Verwandten, Freundinnen und Freunde bangen müssen. Die Welt scheint aus den Fugen. Selbst der atomare Schrecken kehrt zurück. In Form von Drohungen aus dem Kreml, aber auch mit den bestürzenden Meldungen aus der Nacht zu Freitag, dass es Kämpfe, Raketenbeschuss und Feuer auf dem Gelände von Europas größtem Atomkraftwerk gibt. Die Gefahr einer Katastrophe weit schlimmer als Tschernobyl ist plötzlich äußerst real. Und sie warnt uns erneut, dass Atomenergie kein Teil einer Lösung sein kann und keine Zukunft haben darf.

Gleichzeitig haben uns diese Woche auch noch schlechte Nachrichten vom Weltklimarat IPCC erreicht. Der neueste Bericht zeigt, dass die Klimakrise dramatisch schnell voranschreitet und ist ein flammender Appell an die Bundesregierung, endlich entschlossener vorzugehen. Denn wir dürfen uns von dieser Doppelkrise nicht einschüchtern lassen. Ganz im Gegenteil: Wir müssen aktiv werden, müssen jetzt die richtigen Dinge tun. Genau die Maßnahmen, die gegen die Klimakrise wirken, helfen uns auch, die Abhängigkeit von den russischen fossilen Rohstoffen Öl, Gas und Kohle zu reduzieren. Gleichzeitig müssen wir die Fehler vermeiden, die uns in neue Abhängigkeiten und fossile Klimafallen tappen lassen. Klimaschutz und Energiesicherheit gehen jetzt Hand in Hand!

Besonders wichtig sind jetzt ganz konkrete Maßnahmen. Konkrete Maßnahmen für die Zukunft der Energieversorgung, die den massiv beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien sofort voranbringen, statt voreilig auf eine neue Abhängigkeit von Flüssigerdgas-Terminals zu setzen. Aber auch weil diese Schritte erst in Jahren ihre volle Wirkung entfalten werden, brauchen wir dringend konkrete Schritte, um jetzt Energie und Rohstoffe einzusparen. Jeder Liter Öl, jeder Kubikmeter Gas, jede Schaufel Kohle weniger ist ein Schritt raus aus der Abhängigkeit von russischen fossilen Importen – und ein Beitrag zum Klimaschutz. Dabei kann jeder persönlich mitmachen und einsparen. Aber es braucht auch klare Vorgaben der Politik.

Seitenblick: Demokratie

Ich finde es auch in der heutigen Zeit, und auch bei uns, sehr wichtig, immer wieder über das Wesen der Demokratie nachzudenken.

Wie selbstverständlich doch alles scheint und doch gibt es immer wieder Angriffe dagegen, auch bei uns. Manchmal fangen die ganz klein an, ganz unscheinbar. Und man nimmt es gar nicht so ernst, erst mal. Man denkt: Das wird sich schon wieder einrenken, wir leben doch in einer Demokratie! Aber nicht immer passiert das dann auch, vieles läuft unterschwellig weiter, einfach weil jemand Vorteile daraus ziehen kann.
Demokratie ist kein Selbstläufer, man muss lernen sie zu verstehen. Und sie muss mit Engagement am Leben gehalten werden, auf jeder Ebene, immer und immer wieder. Das ist nicht spaßig, sondern ziemlich mühselig. Besonders dann, wenn sich Strukturen über eine längere Zeit eingefahren haben. Das gilt auch auf der Ebene von Kommunen, Kreisen und Regionalverbänden.

Deutschlandfunk  hier

Demokratie versus Autokratie
Die Moderne steht im Zeichen der individuellen Freiheit

In Staaten wie Russland oder China könne die politische Führung mit liberalen und demokratischen Prinzipien nichts anfangen, kommentiert Michael Köhler. Doch Menschen ließen sich in der vernetzten Weltgesellschaft nicht dauerhaft von Freiheiten und Rechten ausschließen.

Ein Kommentar von Michael Köhler | 06.03.2022

Es ging....um... die Frage, was entfaltete Demokratien den autoritären Regimen in der Welt entgegen zu setzen haben.

Sie bieten nämlich etwas mühsam Errungenes und Verletzliches: Freiheit und Menschenwürde. Aber Demokratien bieten keine Nestwärme. In den säkularen, liberalen Verfassungsgesellschaften ist Macht dauerhaft in Recht transformiert. Das ist ein großer Fortschritt.
Es gibt in liberalen Verfassungsstaaten keine Schlupflöcher für außerrechtliche Regenten, für Könige, Kaiser oder Klerus. In Autokratien ist es genau anders herum.

Demokratien „sterben“ auch durch innere Feinde
In der Türkei, China, Syrien, Eritrea, Nordkorea, Belarus und derzeit allen voran Russland hat sich längst eine „autoritäre Internationale“ etabliert, die mit den liberalen Ideen der Freiheit und Gleichheit nichts anfangen kann. Parlamentarische Demokratie, Minderheitenrechte und Gleichstellungspolitik sowie komplexe Aushandlungsprozesse sind ihnen ein Graus. Moderne Lebensformen, die die Demokratie gewährt und schützt, werden inzwischen aber auch in westlichen Gesellschaften angefeindet. Multikulturalismus und Anti-Rassismus sind demokratiefeindlichen Gruppen auch in Deutschland zuwider. ......



Demokratien „sterben“ nicht nur durch äußere, sondern auch durch innere Feinde.
Der Trump´sche Regierungsstil hat gezeigt, dass die Delegitimierung des politischen Gegners, die Duldung von Gewalt der eigenen Anhänger, die Leugnung von Fakten, die Desinformation und ein Stück Zensur zusammen jenen Teil eines spätmodernen Cäsarismus ausmachen, den wir in Putin, Lukaschenko, Erdogan, Trump und anderen Autokraten am Werke sehen.

Montag, 7. März 2022

Update: "Die Erde brennt!" - Brandrede zum neuen IPCC Bericht

  YouTube Video: hier


UN-Generalsekretär António Guterres: Anmerkungen zur Pressekonferenz – Vorstellung des IPCC-Berichts, Genf, 28. Februar 2022

Auf den Seiten der Vereinten Nationen ist die Rede auf Deutsch zu lesen  hier

Ich habe in meinem Leben schon viele wissenschaftliche Berichte gesehen, aber keinen wie diesen.

Der heutige IPCC-Bericht ist ein Atlas des menschlichen Leids und eine vernichtende Anklage gegen die verfehlte Klimapolitik.

Samstag, 5. März 2022

3 Milliarden Menschen betroffen: "Jede Kommune müsste Schutzpläne für Starkregen oder Hitze haben"

 


Podcast im ARD hier  (oben ist nur ein Foto)

Der zweite Teil des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats zeigt die verheerenden Folgen der Klimakrise auf. Deutlich wird, dass die Hälfte der Menschheit Opfer dieser Krise werden wird. Das werden die ärmeren Menschen in ärmeren Regionen sein, aber auch die Ärmeren bei uns, fasst ARD-Umweltexperte Werner Eckert zusammen.

Dieser Teilbericht des Weltklimarats, der am 28. Februar veröffentlicht wurde, macht deutlich, dass relativ unmittelbar 3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen auf der Welt betroffen sein werden, sagt ARD-Umweltexperte Werner Eckert.

"Mit dem Thermostat gegen Putin"

 DER SPIEGEL – SPIEGEL Klimabericht <themennewsletter@newsletter.spiegel.de>  hier

gut ein Monat ist vergangen, seit die EU-Kommission Erdgas zum Klimaschützer geadelt hat. Unter bestimmten Bedingungen sollen Investitionen in den fossilen Brennstoff künftig als »nachhaltig« gelten, als Brückentechnologie ins Zeitalter der erneuerbaren Energien war er der Wunschkandidat schlechthin. Seit Putins Überfall auf die Ukraine ist alles anders – zumindest von russischem Gas, das rund die Hälfte der deutschen Importe ausmacht, will man in Deutschland und Europa nun so schnell wie möglich unabhängiger werden.

Die politisch notwendige Neubewertung treibt allerdings seltsame Blüten.

Freitag, 4. März 2022

Im Gemeinderat geht`s jedes Mal knallhart zur Sache, wenn es um Flächenvergaben im Gewerbegebiet  geht.
Was dabei für die Gemeinderäte ziemlich nervenaufreibend ist,  können Sie hier lesen

Film im ARD: "Mit Füßen getreten - unser Land"

 Hier kann man den Film anschauen


Donnerstag, 3. März 2022

Bundesumweltministerin nennt UNO-Abkommen gegen Plastikmüll „historisch“

Deutschlandfunk  hier  02.03.2022

Bundesumweltministerin Lemke hat das Votum der UNO-Mitgliedstaaten für ein Abkommen zur Verringerung von Plastikmüll als historisch bezeichnet.

Lemke sagte im Deutschlandfunk, es sei ein wichtiges Zeichen, dass die internationale Staatengemeinschaft für ein derart wichtiges Umweltvorhaben Handlungsfähigkeit bewiesen habe. Es sei entscheidend, dass das Abkommen rechtlich verbindlich sein solle. Geplant sei, den gesamten Produktzyklus zu berücksichtigen – von der Produktion über den Abfall hin zu geschlossenen Stoffkreisläufen, so Lemke weiter. Hier können Sie das komplette Interview nachlesen.

Bei der UNO-Umweltversammlung in der kenianischen Hauptstadt Nairobi hatten zuvor Delegationen aus fast 200 Ländern den Entwurf für das Abkommen einstimmig gebilligt. Vorangegangen waren mehr als eine Woche dauernde Beratungen. Der eigentliche Vertrag soll nun von einem Ausschuss ausgearbeitet werden und 2024 vorliegen.

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat sich die Plastikproduktion zwischen den Jahren 2000 und 2019 auf 460 Millionen Tonnen nahezu verdoppelt. Zu den größten Plastikproduzenten zählen die USA, Indien, China und Japan.

Diese Nachricht wurde am 02.03.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Deutschland zündet den Solar-Booster

efahrer  hier   von Lars Schwichtenberg am 02.03.2022

Das EEG-Osterpaket bringt massig Vorteile

Deutlich höhere Ausschreibungen bei Frei- und Dachflächen für PV-Nutzung und eine viel höhere Einspeisevergütung für selbst erzeugte Solarenergie: Das sind die wichtigsten Punkte der Pläne, um die Photovoltaik in Deutschland merklich anzukurbeln.

Bereits im Januar 2022 kündigte Robert Habeck, der neue Minister für Wirtschaft und Klimaschutz von den  Grünen, neue und engagierte Pläne zur Photovoltaik in Deutschland an. Konkrete Zahlen sollten im Rahmen eines „Oster- und Sommerpaketes“ für das in die Jahre gekommene Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) folgen. Nun sind erste Details bekannt geworden, wie das pv-magazine.de berichtet. Die Reform betrifft des Wind-auf-See-Gesetz und ein EEG-Entlastungsgesetz. Bereits beschlossen ist die Abschaffung der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 – immerhin ein halbes Jahr früher als geplant. Dabei soll gesetzlich sichergestellt werden, dass die Entlastungen auch voll an die Verbraucher weitergegeben werden.

Weiterhin sollen deutlich mehr Frei- und Dachflächen in Deutschland für die Photovoltaik per Ausschreibung zur Verfügung gestellt werden, heißt es. 

Die wichtigste Neuerung dürfte aber die deutliche Anhebung der Einspeisevergütung für sogenannte Volleinspeiser sein, also für PV-Betreiber, die ihre produzierte Energie voll ins Netz einspeisen und nichts für die Selbstversorgung abzweigen.

Mittwoch, 2. März 2022

Die elf Gebote

TAZ hier

 IPCC-Bericht im Detail

Der Weltklimarat legt seinen zweiten Bericht vor: Alle sind betroffen, die Verluste schon groß, Hilfe ist noch möglich, aber Zeit wird knapp.

Der Weltklimarat IPCC hat am Montag den Bericht der Arbeitsgruppe II zu den Auswirkungen der Klimakrise und zur Anpassung an diese Veränderungen veröffentlicht. Es ist der zweite Teil des aktuellen 6. Sachstandsberichts. Hier sind einige der zentralen Aussagen im Überblick:

  1.  Der menschengemachte Klimawandel hat bereits weit verbreitete negative Auswirkungen auf Menschen und Natur bewirkt, die die Anpassungsfähigkeit überschreiten. Manche Veränderungen sind unumkehrbar.

  2.  Alle Weltgegenden sind betroffen. Besonders verwundbar sind Regionen in West-, Ost- und Zentralafrika, Mittel- und Südamerika und Südasien, kleine Inseln und die Arktis.

  3.  3,3 bis 3,6 Milliarden Menschen leiden unter regelmäßiger schwerer Wasserknappheit, dabei ist der Klimawandel ein zusätzlicher Faktor zu anderen Treibern.

  4.  Krankheiten und gesundheitliche Schäden nehmen zu. Hitze und Dürre und andere Extremereignisse bedrohen die Ernährungssicherheit von Milliarden Menschen und die Verwirklichung der UN-Entwicklungsziele.

  5.  Verwundbarkeit gegenüber Klimarisiken hängt davon ab, wie arm oder schlecht regiert Regionen sind. Besonders betroffen sind Arme, Frauen, Alte, Kinder, Indigene und andere Marginalisierte.

  6.  Städte sind einerseits besonders bedroht, können aber auch klimaresistent umgestaltet werden. Es gibt Fortschritt bei der Klima-Anpassung, aber er ist zu langsam. Je länger damit gezögert wird, desto größer die Schäden.

  7.  Die Überschreitung von 1,5 Grad Erwärmung auch nur für kurze Zeit würde schwerwiegende negative Folgen auf Natur und Menschen haben.

  8.  Die Risiken für Extremereignisse (Hitzewellen an Land und im Meer, Waldbrände, Überflutungen etc.) haben sich seit dem letzten Bericht vor sieben Jahren erhöht.

  9.  Klima-resiliente Entwicklung ist möglich, wenn Regierungen, Unternehmen und Privatleute die richtigen Entscheidungen treffen. Nötig sind Geld, historische Gerechtigkeit und internationale Kooperation.

  10.  Die Sicherung der Artenvielfalt weltweit ist Vorbedingung für klima-sichere Entwicklung. Dafür braucht es den Schutz von 30 bis 50 Prozent der Ökosysteme an Land und im Meer.

  11. -Die Jahre bis 2030 werden entscheidend für die weitere Entwicklung sein, ob die Pfade zur klima-sicheren Entwicklung eingeschlagen werden. Wenn die Erwärmung 1,5 Grad überschreitet, wird dieses Ziel kaum zu erreichen sein.

Enorme Anstrengungen liegen vor uns

  dw   hier

Weltklimarat:
1,5-Grad-Ziel nur mit enormen Anstrengungen noch möglich

Kann die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden? Wie wäre das möglich? Welche Vorteile hätte das? Diesen Fragen ging der Weltklimarat (IPCC) im Auftrag der Regierungen nach und stellte jetzt seinen Sonderbericht vor.

Vor allem durch den Ausstoß von CO2 hat sich die Erdtemperatur seit Beginn der Industrialisierung (circa 1870) um rund ein Grad erwärmt; die Folgen sind bereits heute sichtbar, so jedenfalls lautet eine Kernaussage des aktuellen Sonderberichts zur globalen Erwärmung, der jetzt in Südkorea vorgestellt wurde....

Jedes Zehntel Grad zählt 

Der Bericht hebt eine Reihe von Schäden und Katastrophen hervor, die durch die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad vermieden werden könnten.

So wäre zum Beispiel der Anstieg des globalen Meeresspiegels bis zum Jahr 2100 bei einer globalen Erwärmung von 1,5 Grad im Vergleich zu zwei Grad um 10 cm niedriger und die Wahrscheinlichkeit eines meereisfreien Arktischen Ozeans im Sommer läge dann bei einmal pro Jahrhundert. Bei einer globalen Erwärmung von zwei Grad gäbe es dagegen dann einen meereisfreien Arktischen Ozean schon mindestens einmal pro Dekade. Darüber hinaus wären alle Korallenriffe der Welt bei einer Zwei-Grad-Erwärmung verloren.

"Jede zusätzliche Erwärmung ist wichtig. Das Risiko von lang anhaltenden oder irreversiblen Veränderungen steigt vor allem über 1,5 Grad, wie der Verlust einiger Ökosysteme", sagt Mitautor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.

Die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad würde negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und das Wohlergehen verringern und dem Ökosystem mehr Spielraum zur Anpassung geben. Zu den beträchtlichen Risiken zählen laut Bericht Extremwetter mit Hochwasser, Stürmen, Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen an Küsten und der Verlust von Fischfang und Ernteerträgen.

Für das 1,5-Grad-Ziel ist das CO2-Budget schon fast aufgebraucht. Die Welt muss entscheiden wohin die Zukunft geht.

1,5 Grad nur mit erheblichen Veränderungen erreichbar

Laut Bericht ist die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad machbar.
"Nach den Gesetzen der Chemie und Physik ist dies möglich", sagt Mitautorin Jim Skea. Dies würde aber beispiellose Änderungen erfordern, "schnelle und weitreichende" Veränderungen in allen Lebensbereichen, lautet ein Fazit im IPCC-Bericht.

"Die gute Nachricht ist, dass einige notwendige Maßnahmen bereits auf der ganzen Welt im Gange sind. Diese müssten aber beschleunigt werden", betont Mitautorin Valerie Masson-Delmotte, Expertin für Klimaphysik.

Die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen müssten für dieses Ziel bis 2030 um etwa 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2010 gesenkt werden und bis zum Jahr 2050 in der Summe auf Null. Das bedeutet zugleich, dass alle Emissionen darüber durch Techniken der CO2-Entfernung kompensiert werden müssten.


Szenario: Durch zu spätes Handeln muss CO2 in Zukunft wieder aus der Atmosphäre entzogen werden. Eine riskante Option.

Schnelle Veränderung hilft Zukunft

"Dieser Bericht bietet politischen Entscheidungsträgern und Praktikern die Informationen. Dies ist nötig, um die Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen. Die nächsten Jahre sind wahrscheinlich die wichtigsten in unserer Geschichte", sagt Debra Roberts, eine weitere Autorin des Berichts.

Der IPCC-Sonderreport zeigt mit vier Szenarien auf wie eine Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad überhaupt möglich ist. Alle Szenarien gehen von einem schnellen Kohleausstieg aus, eine starke Reduktion von Öl und Gas und einem kräftigen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Um das 1,5 Grad-Ziel nicht zu verfehlen, erachten alle vier Szenarien die CO2-Entfernung als notwendig. Eins davon rechnet mit globaler Energieeinsparung, setzt auf eine klimafreundliche Landnutzung und Maßnahmen der Wiederaufforstung zur CO2-Reduktion. Die anderen drei Szenarien rechnen auch mit großtechnisch noch unerprobten, riskanten und umstrittenen Technologien der CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre.

Keine Zeit für Verzögerung 

Klimawissenschaftler aus der ganzen Welt loben den Bericht und betonen zugleich die Dringlichkeit zum Handeln. "Bei aller wissenschaftlichen Komplexität ist eines klar: Wir haben nur ein Jahrzehnt, um die CO2-Wende zu schaffen und die Menschen noch vor den größten Risiken des Klimawandels zu schützen", sagt Johan Rockström, designierter Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Vorsitzender der Earth League.

"Besser als je zuvor wissen wir mit diesem Bericht, was bereits bei einer Erwärmung von nur 1,5 Grad Celsius auf dem Spiel steht. Doch was die Politik gegenwärtig an Maßnahmen auf den Tisch legt, reicht bislang nicht einmal zur Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze von Paris. Wir sind auf dem Weg Richtung 4 Grad bis Ende des Jahrhunderts, wenn wir jetzt nicht handeln", so Rockström.

Niklas Höhne vom NewClimate Institute, Professor für Klimaschutz in den Niederlanden, hält die Begrenzung auf 1,5 Grad für "technisch und ökonomisch machbar". Richtig umgesetzt könne sie zudem zur nachhaltigen Entwicklung weltweit beitragen.

"Das 1,5 Grad-Ziel einzuhalten ist extrem schwer, aber nicht unmöglich. Der Bericht zeigt die enormen Anstrengungen, die für das 1,5-Grad-Ziel nötig sind. Fast alle Bereiche des Lebens müssen umgekrempelt werden: Wie wir wohnen, essen, uns fortbewegen, was wir konsumieren. Technische Lösungen alleine werden nicht ausreichen, wir müssen unser Verhalten ändern. Und dazu noch muss Entwicklungsländern geholfen werden, diese rasante Transformation zu vollziehen."