Montag, 17. November 2025
Montag, 18. November 2024
Dienstag, 1. Oktober 2024
Pressemitteilung: BUND veranstaltet Streuobstfest
Vom Odenwald bis an den
Bodensee sammeln BUND-Gruppen auf den Streuobstwiesen Äpfel, um Saft zu pressen
– so auch in Salem. Mit
den Streuobsttagen sensibilisiert der BUND Baden-Württemberg jedes Jahr für den
besonderen Wert von Streuobstwiesen.
Der BUND Salem lädt Sie herzlich
ein zu einem Streuobst-Fest auf der Obstwiese im Langenloh/Neufrach
(Haldenbühlstraße/oberhalb Campinghof Salem). Wir freuen uns auf Ihren Besuch
am Samstag, 12. Oktober 2024 von 14.00 –
17.00 Uhr
Geplante Themen und Aktionen sind:
·
Frischen
Apfelsaft pressen – Aktionen für Kinder
·
Kleine
Führung zu unsere Apfel- und Birnensorten
·
Infos
zu Blumenwiesen/Naturwiesen, was blüht noch am Wiesenrand?
·
Geselligkeit
bei Kaffee und Kuchen
An einem Infostand erfahren Sie, warum Streuobstwiesen
so wertvoll sind. Sie erhalten Tipps für insektenfreundliche Gartengestaltung
und andere Naturschutzthemen. Die Initiative SaatgutBildung (Samengarten Salem)
wird ebenfalls vertreten sein.
Verkauf von Apfel-Birnen-Saft: Aus der bisherigen Ernte können wir bereits
den neuen Saft von der Streuobstwiese anbieten: 5-Liter Bag-in Box zu 8,- Euro
(geöffnet mehrere Monate haltbar). Die Mischung aus unseren Apfel- und
Birnensorten hat in diesem Jahr einen köstlich milden Saft mit feiner Säure und
einem herrlich birnigen Aroma hervorgebracht.
Mittwoch, 8. Mai 2024
Klimawandel als Gefahr für Streuobstwiesen: Wie kann der Anbau erhalten bleiben?
SWR hier 4.5.2024 Sabine Schütze, SWR Redaktion Umwelt und Ernährung
Montag, 9. Januar 2023
Naturschutztage 2023: Gemeinsames Faktenpapier von NABU und BUND Baden-Württemberg
Biodiversitätskrise, Klimakrise und Flächenverbrauch – was hat das mit unseren Streuobstwiesen zu tun?
Der Flächenverbrauch betrifft uns alle massiv, ist aber für viele schwer greifbar. Die aktuelle Lage, die damit zusammenhängenden Probleme und ihre Auswirkungen wollen wir am Beispiel der Streuobstwiesen verdeutlichen.
Streuobstwiesen und Flächenverbrauch:
• Auf Streuobstwiesen leben mehr als 5.000 Arten. Davon sind viele streng geschützt und bedroht, etwa Fledermäuse oder Vögel wie Halsbandschnäpper, Wendehals und Steinkauz.
• Baden-Württemberg hat eine besondere Verantwortung für den Erhalt, denn nirgendwo sonst kommen so viele Streuobstwiesen vor: Im Land stehen 7,1 Millionen Bäume (Stand 2015, Landesweite Streuobsterfassung Baden-Württemberg, Prof. Dr. Klaus Schmieder, Universität Hohenheim).
• In Streuobstwiesen sind im Boden und im Baumbestand bis zu 220 Tonnen Kohlenstoff je Hektar (je nach Standort und Landschaftstyp) gespeichert (hier). Jedes Jahr nehmen sie zwischen 2,4 und 12,5 Tonnen CO₂ pro Hektar auf. Sie sind damit eine wichtige CO₂-Senke (hier).
Versiegelte Böden können diese Aufgaben nicht mehr erfüllen.
• Der tägliche Flächenverbrauch lag 2021 mit 6,2 Hektar pro Tag in Baden-Württemberg immer noch über dem landespolitischen Zielwert von unter 3 Hektar pro Tag.
Damit nahm er im Vergleich zum Vorjahr (5,4) erneut zu und lag damit über dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre von rund 5,8 Hektar.
527 954 Hektar oder 14,8 Prozent des gesamten Landes waren somit zuletzt mit Siedlungs- und Verkehrsflächen bedeckt.
Im Jahr 2000 waren es noch 13,2 Prozent – eine Zunahme von mehr als 55.000 Hektar in den letzten 21 Jahren (hier). Das Fatale ist dabei: Seit 1970 hat die Bevölkerung in Baden-Württemberg um 24 % zugenommen, die Siedlungsfläche aber um 100 %. Zwei Generationen haben so viel neue Siedlungsfläche konsumiert, wie 80 Generationen vor ihnen seit Beginn unserer Zeitrechnung.
• Viele Flächen verschwinden unter Teer und Beton. Eine riesige Klimasünde, denn der Gebäudesektor ist für rund 40 % aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dabei ist der durch die Bautätigkeit freigesetzte, vorher im Boden gebundene Kohlenstoff noch nicht eingerechnet. Diese Mengen sind jedoch erheblich: ein Hektar Grünland speichert mehr als 180 Tonnen Kohlenstoff. Wird dieser freigesetzt, entsteht daraus die dreieinhalbfache Menge an CO2, also etwa 630 Tonnen (RegioConsult: Kurzstudie über Klimaschutzbeiträge zur Umweltverträglichkeitsprüfung von Bundesfernstraßen im Rahmen der Umsetzung der Bundesverkehrswegeplanung 2030, München 2022, S, 24).
• Der Flächenverbrauch und die Rodung von Streuobstwiesen tragen also sowohl zur Klimakrise als auch zur Biodiversitätskrise bei.
Rechtlicher Hintergrund:
• Die Landesregierung will laut Klimaschutzgesetz bis 2040 klimaneutral werden.
• Laut Koalitionsvertrag soll bis 2035 die Netto-Null beim Flächenverbrauch erreicht sein.
• Als Reaktion auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat die Landesregierung 2020 das Biodiversitätsstärkungsgesetz (Biodiv-Gesetz) verabschiedet. Ein zentraler Punkt darin ist mit § 33a Naturschutzgesetz (NatschG) der bessere Schutz von Streuobstwiesen, deren Rodung nur in Ausnahmefällen genehmigt werden darf.
Aktuelle Situation:
Bislang sind bis auf eine Diskussionsveranstaltung noch keine ernsthaften Schritte der Landesregierung erkennbar, um die Netto-Null bis 2035 zu erreichen.
Der Streuobstwiesenschutz scheint wirkungslos zu sein: Die Genehmigung von Rodungen durch die Landratsämter ist die Regel und nicht die gesetzlich gewünschte Ausnahme.
Allein im Zeitraum von März 2021 bis Februar 2022 wurden 54 Rodungsanträge für eine Gesamtfläche von mehr als 30 Hektar gestellt, von denen nur zwei abgelehnt wurden (NABU Baden-Württemberg, 2022):
NABU und BUND haben deshalb gegen nahezu sämtliche Rodungsgenehmigungen Widerspruch eingelegt. Sie wollen erreichen, dass § 33a, wie von der Landesregierung initiiert, umgesetzt wird oder Gerichte klären, wie er umzusetzen ist.
• Die baden-württembergische Landesregierung muss den Schutz des Klimas und der Artenvielfalt ernst nehmen. Weniger Flächenverbrauch ist ein zentraler Beitrag dafür.
• Die Landratsämter müssen § 33a LNatschG beachten und Streuobstwiesen schützen, statt sie der Bauwut der Kommunen zu opfern. Wenn das nicht gelingt, muss § 33a nachgeschärft werden.
• Die Umweltverbände erwarten, dass die Netto-Null bis 2035 beim Flächenverbrauch im Landesplanungsgesetz gesetzlich festgelegt wird.
Mittwoch, 4. Januar 2023
Warum Streuobst verramscht wird
2.1.23 VON WALTHER ROSENBERGER WALTHER.ROSENBERGER@SUEDKURIER.DE hier
Während sich die Erzeugung konventioneller Lebensmittel für viele Bauern wieder richtig lohnt, sieht es bei Streuobst anders aus. Zum wiederholten Mal sind die Obstpreise in Baden-Württemberg in der abgelaufenen Erntesaison deutlich hinter dem Bundesschnitt zurückgeblieben. Wie aus aktuellen Daten der Initiative Hochstamm Deutschland (IHD) hervorgeht, erhielten Streuobstwiesenbesitzer 2022 bundesweit durchschnittlich 11,50 Euro pro hundert Kilogramm Saftobst von Keltereien und der Getränkeindustrie. In Baden-Württemberg waren es hingegen nur rund 9,90 Euro.
„Hoher Zeitaufwand bei der Produktion“ stehe niedrigen Erzeugerpreisen gegenüber, hieß es von der im baden-württembergischen Rohrdorf, nahe Nagold, ansässigen Initiative. Im Ergebnis liege der Stundenlohn für Streuobstwiesenbesitzer „weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn“. Langfristig seien höhere Mostobstpreise eine wichtige Grundlage für den Erhalt der wertvollen, bäuerlichen Kulturlandschaften.
Grün-Schwarz fördert wenig
Baden-Württemberg wirbt derzeit noch mit den größten zusammenhängenden Streuobstflächen Mitteleuropas. Rund 89 000 Hektar der vor allem mit Apfelbäumen bepflanzten Stückle soll es noch geben. Allerdings ist die letzte echte Erhebung Jahre her, und jedes Jahr werden viele Flächen aufgrund des permanenten Preisdrucks im Obstmarkt aufgegeben. In den letzten gut 50 Jahren sind Schätzungen zufolge rund 60 Prozent der Streuobstwiesen im Land verschwunden. Allein seit 2009 ist laut Stuttgarter Landwirtschaftsministerium ein Rückgang um 17 Prozent zu verzeichnen.
Samstag, 6. August 2022
Gartenkultur: "Wir pflanzen hier Hoffnung"
Süddeutsche Zeitung hier 5. August 2022, Von Julia Rothhaas
Was für eine tolle Idee! Man möchte am Liebsten gleich loslegen und Pflanzplätze suchen.
Bei uns in der Gegend gibt es ja auch einige Lehrpfade, die alte Obstsorten erhalten sollen (hier). Auf Anhieb fällt mir der Obstlehrpfad von Frickingen ein und die Sammlungen in Überlingen: Hödingen hier und im Rauensteinpark.
Auch wenn man keinen Zugang zur Süddeutschen hat, lohnt sich ein Click auf den Link um das fantastische Foto des vollen Obstkorbes zu sehen. Siegfried Tatschl hat ihn nur mit Früchten gefüllt, die er in seinem Heimatort geerntet hat.
Früher war Siegfried Tatschl Psychotherapeut, mittlerweile hat er in seinem niederösterreichischen Heimatort mehr als 250 Obstsorten gepflanzt - und jeder pflückt, was ihm schmeckt. Zu Besuch im Garten Eden, bei einem Mann, der Frucht und Mensch zusammenbringen will.
Streuobstbäume in Gefahr: Kochschulen sollen helfen
Zeit hier dpa Baden-Württemberg
Noch weist Baden-Württemberg die größten zusammenhängenden Streuobstbestände Europas auf, doch sie stehen schon auf der Roten Liste der Biotoptypen im Land.
Agrarminister Peter Hauk (CDU) unterstrich am Freitag in Zwingenberg (Neckar-Odenwald-Kreis) die Bedeutung des Streuobstbaus. «Die halboffenen, mit großkronigen Obstbäumen bestandenen Landstriche sind nicht nur schön anzusehen und gehören zu unserem Heimatgefühl.» Sie seien auch wichtige Lebensräume für eine Vielzahl an wildlebenden Tier- und Pflanzenarten, darunter Steinkauz, Wiedehopf, Igel und Bechsteinfledermaus.
Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt gab es 2020 rund 7,1 Millionen Streuobstbäume zwischen Main und Bodensee. Das sei ein Rückgang um 17 Prozent im Vergleich zu 2009.
Auch die Fläche sei in diesem Zeitraum massiv geschrumpft. Als Ursache gelten die Ausdehnung der Siedlungs- und Verkehrsflächen und die Aufgabe der Bäume infolge der geringen Erlöse beim Verkauf des Obstes oder der daraus hergestellten Produkte.
Dem Trend versucht das Land mit einem Bündel an Maßnahmen entgegen zu wirken. Dazu gehört auch das bisherige Pilotprojekt der Naturpark-Kochschule im Naturpark Südschwarzwald, das auf andere Regionen ausgedehnt werden soll. Dafür engagiere sich schon der Naturpark Neckartal-Odenwald auf vorbildliche Weise. Hauk: «Ein wichtiger Ansatz ist, Berührungspunkte für junge Menschen mit Streuobstwiesen zu schaffen und Streuobst in Bildungsangebote zu integrieren.» Ziel sei es, die Teilnehmer für Verarbeitung und Genuss regionaler Produkte aus ökologischer oder extensiver Landwirtschaft zu gewinnen.
© dpa-infocom, dpa:220805-99-287099/2
Donnerstag, 16. Juni 2022
ÜBERLINGEN: Starkes Engagement für Streuobstwiesen
Das vielfältige Engagement der Dorfgemeinschaft Hödingen in Sachen Pflege der Kulturlandschaft und Streuobstwiesen ist von Erfolg gekrönt. Um die 120 teils selten gewordenen Apfel- und Birnensorten gedeihen rund ums Dorf. Um ein gemeinsames organisatorisches Dach zu schaffen, wurde 2012 der Verein zur Erhaltung der Kulturlandschaft Hödingen gegründet. Dies erleichterte es, Fördergelder für die Landschaftspflege zu beantragen.
14.06.2022 | VON HANSPETER WALTER UEBERLINGEN.REDAKTION@SUEDKURIER.DE hier
Sie pflegen die Kulturlandschaft
Runde Jahrestage kann Überlingens Panorama-Teilort Hödingen im Dreierpack begehen. Vor 15 Jahren begann die enge Kooperation mit dem Biotopverbund Bodensee der Heinz-Sielmann-Stiftung, vor zehn Jahren formierte sich der Verein zur Erhaltung der Kulturlandschaft Hödingen und vor fünf Jahren lernten die ersten kleinen Waldrappe beim Sportplatz fliegen, die schnell zum symbolischen Wappentier des Dorfes wurden. Hier identifizierte sich nicht nur der Verein schnell mit dem spektakulären Wiederansiedlungsprojekt, unterstützte das Waldrapp-Team bei der Standortsuche, betreute dieses zwei Mal während der Aufzucht der Jungen und warb viele Sympathisanten.

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