Montag, 8. März 2021

Vielleicht spannend?

 Lernorte für morgen - Online-Woche 15. bis 22. März

Aus dem Netzwerk der GEN-Projekte (Global Ecovillage Network) ist dieses einwöchige Webinar entstanden, das 16 ausgewählte Lernorte (in Deutschland) für morgen vorstellt.
Die Lernorte bilden als Dorf, Gemeinschaft oder städtischem Quartier kleine Einheiten, die gesellschaftliche Transformation praktisch erproben.

Alle Orte sind einzigartig. Und doch verbindet sie die Absicht, zukunftsfähige Lebensstile zu erfinden. Als Best-Practice-Beispiele wollen sie ihre Gäste für ein lebenswertes Morgen begeistern – nicht nur in ökologischer, sondern auch in kultureller, sozialer und ökonomischer Hinsicht.

Es wird Berichte aus der Gemeinschaft Schloss Tempelhof, dem ZEGG, dem Ökodorf Siebenlinden, Schloss Blumental, dem Lebenslernort Sonnenwald und elf weiteren geben. Infos und Anmeldung zur kostenfreien Seminarwoche gibt es hier: https://lernorte.gen-deutschland.de/online-woche-2021/ 

Sonntag, 7. März 2021


Herr Schober hat wieder einmal zugeschlagen: Nun ist es wohl wieder einmal  an der Zeit bei der Kommunalaufsicht nachzufragen, ob das Verhalten des Sitzungs-Vorsitzenden rechtskonform war.

Denn eindeutig war es Bürgermeister Härle, der dieses Chaos (absichtlich?) herbei geführt hat.
Warum er das getan hat? Das kann man vermutlich  aus dem letzten Absatz entnehmen.

Bleibt folgendes festzuhalten: Hr. Bürgermeister Härle hat vor,  im Planungsausschuß des Regionalverbandes den erklärten Willen seiner Gemeinde zu unterlaufen.

Was kann man daraus lernen: wähle niemals einen Bürgermeister in den Kreistag !


Samstag, 6. März 2021

Pressemitteilung der Fraktionen FVW und GOL zur Abstimmung über die Fortschreibung des Regionalplans im Salemer Gemeinderat

 In der vergangenen Sitzung nahm der Gemeinderat Salem innerhalb der zweiten Offenlage auf Antrag der FWV und der GOL erneut Stellung zur Fortschreibung des Regionalplans. Der zeitweise unübersichtliche, chaotische Sitzungsverlauf führte bedauerlicherweise zu einer widersprüchlichen Beschlusslage.

Wie es dahin kommen konnte?

Bereits am 02.03.2021 reichten die Fraktionen der FWV und der GOL fristgerecht einen gemeinsamen Antrag, die Fortschreibung des Regionalplans betreffend, im Rathaus ein. Seitens unserer beiden Fraktionen wurde zu diesem Tagesordnungspunkt eine kontroverse und schwierige Diskussion erwartet. Aus diesem Grund baten wir Herrn Bürgermeister Härle innerhalb der Antragsabgabe einen, eventuell von seiner Seite vorgesehenen Antrag dem Gemeinderat rechtszeitig, im Rahmen der vorbereiteten Sitzungsunterlagen zugehen zu lassen. Dies sollte dem Gemeinderat die Möglichkeit geben, sich im Vorfeld mit den Inhalten eines Gegenantrages adäquat auseinander setzten zu können. Bedauerlicherweise geschah dies nicht!

In der Sitzung stellte Henriette Fiedler den Beschlussantrag unserer beiden Fraktionen vor. Dieser beinhaltete:

1.       Innerhalb der Stellungnahme der Gemeinde Salem zum Regionalplan wird dem Status „Vorranggebiet für Industrie und Gewerbe“ für Salem widersprochen.

2.       Stattdessen befürwortet die Gemeinde Salem eine gewerbliche Entwicklung auf der Grundlage der plausibilisierten lokalen Bedarfe.

3.       Die Stellungnahme zu zweiten Offenlage zum Regionalplan ist den Gemeinderäten vor zu legen

Ausdrücklich betonte Frau Fiedler, dass der Antrag nur den Status als Vorranggebiet für Industrie und Gewerbe zur Abstimmung bringe. Weitere Punkte der Fortschreibung wie beispielsweise die Höherstufung zum Unterzentrum oder die Rücknahme des Grünzuges, welche der Gemeinderat bereits innerhalb der ersten Fortschreibung mehrheitlich positiv beschieden hatte, wurden im Antrag nicht erneut zur Abstimmung gebracht.

Im Anschluss stellte Herr Bürgermeister Härle „seinen“ fünf Punkte umfassenden Antrag erstmals dem Gemeinderat vor. Dieser beinhaltete:1

1.       Die Gemeinde bekennt sich zum Gewerbegebiet Salem-Neufrach und spricht sich für die Beibehaltung und Weiterentwicklung des zentralen Gewerbestandortes aus.

2.       Am bisherigen Kurs der Zentralisierung von Industrie- und Gewerbebetrieben an einem Standort wird festgehalten. Eine Neuansiedlung von Gewerbebetrieben an Ortsrändern oder in den Teilorten wird nicht befürwortet.

3.       Die Gemeinde unterstützt die Fortschreibung des Regionalplans und die Rücknahme des Grünzuges zwischen Neufrach und Buggensegel, damit auch in Zukunft noch eine gewerbliche Weiterentwicklung des zentralen Gewerbegebietes denkbar und möglich ist.

4.        Die Gemeinde nimmt das Angebot und die Option des Regionalverbandes für eine Erweiterung des zentralen Gewerbegebietes Neufrach von bis zu 27 ha zur Kenntnis

5.       Die Ausweisung und Erweiterung von Gewerbeflächen obliegt ausschließlich und allein der Gemeinde Salem im Rahmen ihrer kommunalen Planungshoheit. Dazu zählt auch die Entscheidung über die Umsetzung von Gewerbe- und Industriebetrieben nach § 8 oder§ 9 Baunutzungsverordnung

Über diesen Antrag herrschte innerhalb unserer beiden Fraktionen Ratlosigkeit, da Punkt eins und zwei nicht direkt die Fortschreibung des Regionalplans betrafen und ohne Vorberatung entschieden werden sollten, Punkt 5 durch den Regionalplan selbst geregelt wird.

Wir baten deshalb um eine Sitzungsunterbrechung. Hier wurde von unserer Seite beschlossen, unseren gemeinsamen Antrag als weiterreichenden Antrag zuerst zur Abstimmung zu bringen. Dem wurde stattgegeben, der Antrag der FWV und der GOL in allen drei Punkten positiv entschieden.

Überraschenderweise zog Herr Bürgermeister Härle seinen Antrag daraufhin nicht wie normalerweise üblich zurück, sondern brachte vier der fünf Punkte zur Abstimmung. Die Überraschung steigerte sich zur Verwirrung, da auch Punkt drei abgestimmt werden sollten. Verwirrung deshalb, weil durch unseren Antrag der Grünzug nicht erneut zur Abstimmung gebracht worden war und der positive Beschluss zur gewerblichen Entwicklung an dieser Stelle die Rücknahme des Grünzuges bereits indirekt beinhaltete.

Das Kompromissangebot, die Rücknahme des Grünzuges stillschweigend zu akzeptieren, war, insbesondere für die Fraktion der GOL bereits ein großes Zugeständnis gewesen. Jetzt aktiv und direkt gegen die Rücknahme es Grünzuges zu stimmen, war für viele nicht möglich. Diesen Punkt positiv zu bescheiden wurde auch dadurch erschwert, dass er im Wortlaut nicht eindeutig formuliert war.

Dem Wortlaut: „Die Gemeinde unterstützt die Fortschreibung des Regionalplans“ zu folgen, hätte das Akzeptieren des Vorranggebietes für Industrie und Gewerbe beinhaltet. Die Erhaltung des Grünzuges zu unterstützen, beschränkt die Entwicklung an dieser Stelle zwar, jedoch gibt es auch ohne die Rücknahme des Grünzuges Toleranzbereiche, innerhalb welcher eine gewerbliche Entwicklung an den Rändern von Grünzügen möglich ist.  Ob dieser Umfang für eine vom Salemer Gesamt- Gemeinderat anvisierte Entwicklung ausreicht, entzog sich unserer Kenntnis.

Auf Grund der unklaren Situation sprach sich eine Mehrheit gegen Punkt drei des Antrags des Bürgermeisters und somit für den Erhalt des Grünzuges aus.

Dass der Gemeinde nun ein widersprüchlicher Beschluss vorliegt, ist sehr unbefriedigend. Wir hätten es begrüßt, wenn unser Antrag als weitreichender Antrag zur Abstimmung gebracht worden und der Tagesordnungspunkt somit abgeschlossen gewesen wäre, wie vorgesehen. Mit Hinweis auf „Kohlhammer: Handbuch Der Gemeinderat in Baden-Württemberg Seite 47“ gehen wir davon aus, dass der gemeinsame Antrag von FWV und GOL zum Tragen kommt.

Freitag, 5. März 2021


 

Liebe Interessierte, liebe Aktive,

mit dem Jahreswechsel starteten wir eine Online Vortragsserie zum Thema „Leben im Wandel – das geht uns alle an“, mit sechs Webinaren. In den ersten vier Webinaren zu den Themen Klimawandel, Energiewende, Land(wirt)schaft und Biodiversität informierten versierte Referent*innen weit über gesamt 500 Teilnehmer*innen über die aktuelle Situation und zukünftige Perspektiven im Bodenseeraum; und über die Maßnahmen, die wir hier und heute für eine Wende ergreifen können und sollen. Auf der Website www.gruene-ueberlingen.de sind die einzelnen Beiträge unter Webinare >> Dokumentation nachzulesen und zu hören.

 Im Webinar #5 widmen wir uns dem Wasser in der Bodenseeregion. Als „Balkon der Alpen“ und „Himmelsspiegler“ bezeichnete Martin Ott, Referent des Webinars Land(wirt)schaft, den Bodensee. Wasser ist das wesentliche Element, das unsere reichhaltige Kulturlandschaft mit ihrer langen Geschichte, ihren Traditionen, und der Suche nach der geeigneten Ausrichtung für die Zukunft prägt.

 Wie ist die aktuelle Situation des Bodensees einzuschätzen? Wie hat er sich in der letzten Zeit gewandelt und welche Perspektiven sind im Zusammenhang mit dem Klimawandel in Sichtweite? Dazu wird Herr Dr. Dietmar Straile vom Limnologischen Institut der Universität Konstanz sprechen. Er ist Teilprojektleiter des EU-Projektes „SeeWandel: Leben im Bodensee – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft", welches die Auswirkungen von Nährstoffrückgang, Klimawandel, invasiven Arten und anderen Stressfaktoren für das Ökosystem Bodensee, seine Biodiversität und Funktionsweise sowie die Nutzung der Ressourcen des Sees durch den Menschen untersucht.

 Auch wenn die Wasserfläche des Bodensees eine hohe Aufmerksamkeit der Bürger*innen und vor allem der Tourist*innen auf sich zieht, so ist Regenwasser und wie wir mit ihm umgehen ein weiteres zentrales Thema. Meteorologe Frank Böttcher hat im ersten Webinar bestätigt, dass die Starkregenereignisse zugenommen haben und sich dieser Trend fortsetzen wird. Wie aber können wir im Bodenseeraum vorsorgen, damit das wertvolle Wasser statt in die Kanäle zu fließen, unsere Böden und das Grundwasser speist?

 Herbert Dreiseitl, Landschaftsarchitekt, Stadtplaner und Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten (DREISEITLconsulting GmbH) wird aus seinen über 40-jährigen Erfahrungen als Pionier des Regenwassermanagements davon berichten, welchen Mehrwert es hat, wenn wir für einen aktiven Rückhalt des wertvollen Regens innerhalb der Siedlungsgebiete sorgen und vor allem auch zeigen, wie dies zu realisieren ist. Denn es geht um die Reinigung des Wassers genauso wie um die Verbesserung des Kleinklimas. Und wenn das Blau kombiniert ist mit Grün, sorgt dies auch für einen erträglichen Aufenthalt im Freien an Hitzetagen, die seit 1991 rund um den Bodensee dramatisch zugenommen haben.

 Zum Abschluss zieht Oswald Burger ein kulturhistorisches Resumée; lag der Bodensee ehemals im Herzen Europas so liegt er heute aus Sicht der Anrainerstaaten am Rande; identitätsstiftend ist er dennoch.

 Wir laden Sie/Euch herzlich zu diesem Webinar ein. Das Webinar ist für alle interessierten Bürger*innen frei; wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme und über die Unterstützung der Bewerbung dieses Webinars!

Montag, 1. März 2021

Leserbrief zum Artikel im Südkurier am Freitag, 26.2.2021

"Klare Mehrheit im Gemeinderat gegen zu großes Gewerbegebiet….“

 Der Bericht über die Entscheidung des Gemeinderates Salem im Hinblick auf die Fortschreibung des Regionalplanes zur Ausweisung eines Vorranggebietes für Industrie und Gewerbe zwischen Neufrach und Buggensegel, die mit großer Mehrheit von 15: 8 Stimmen abgelehnt wurde, lässt doch einiges an Argumenten vermissen, die zu dieser Entscheidung geführt haben.

 Die Entscheidungshoheit obliegt bzgl. der benannten Fläche nunmehr der Gemeinde Salem, sofern die Regionalverbandsversammlung und das zuständige Wirtschaftsministerium dem entsprechen.

 Hätten die Mehrheit der Räte dem Drängen von Regionaldirektor Franke und Bürgermeister Härle nachgegeben, hätte die Gemeinde faktisch auf eine selbstbestimmte Gestaltungsmöglichkeit über das betroffene Planungsgebiet verzichten müssen.

 Jede andere, in Zukunft vielleicht gewünschte Nutzungsmöglichkeit für Grün-fläche, Sport oder auch Wohnbau wäre somit ausgeschlossen. Es handelt sich hier immerhin um eine Fläche von rd. 27 ha, dies entspricht etwa 35 Fußball-plätzen. Ganz zu schweigen von der durch eine solche Art der Bebauung zu erwartender Zunahme des Individual- und Güterverkehrs, vermehrter Emissionen und weiterer Rückgang der Biodiversität (z.B. Bienensterben). 

 Die verhinderte Umwidmung des bisher als klimatisch bedeutsamen Grünzugs hin zu einem überdimensionierten Vorranggebiet für Industrie und Gewerbe ist ein richtiger Schritt im Interesse der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde.


Egenolf Löhr, Architekt und Stadtplaner       

Samstag, 27. Februar 2021

In Salem wird es nun nach der neuesten Abstimmung etwas ruhiger zugehen - doch nun sind es nach Uhldingen-Mühlhofen noch einmal 3 Gemeinden im Bodenseekreis die ihre  "Schwerpunkte für  Industrie und Gewerbe" gar nicht haben wollen.
Es weht ein frischer Wind durch den Bodenseekreis!
Friedrichshafen hat Hirschlatt schon in der 1. Runde abgelehnt, nun kommen Salem und Kressbronn dazu.
Wir werden sehen wie der Regionalverband damit umzugehen gedenkt, der Verdacht liegt nahe dass der Wille der Kommunen einfach mißachtet werden wird , wie eben schon bei Hirschlatt geschehen.

Gleichzeitig kommt richtig Sturm auf im Regionalplan-Ländle!
Das "Aktionsbündnis Zukunftsfähiger Regionalplan" kommt ins Rollen.
Die jüngsten Aktivisten protestieren und klettern auf Bäume - der Altdorfer Wald wird besetzt!
Die etwas Älteren suchen derweil nach anderen Wegen, die Öffentlichkeit zu erreichen. Eine Petitionsschrift wird erarbeitet.

Im Blog ländle4future.de gibt es viel Spannendes und viel Neues zum Gesamtbündnis zu erleben!

man kann z.B. erfahren wer sein Geld verdient mit Kiesabbau im Oberschwäbischen (Dank an die SPD!) oder was Fr. Eisenmann von Bürgerbeteiligung hält 


Ganz wichtig: 2 neue Stellungnahmen wurden veröffentlicht


Der ADFC Ravensburg 


Mittwoch, 24. Februar 2021

Gestern abend war eine wichtige Sitzung des Gemeinderates!

Der gemeinsame Antrag der GOL und der Freien Wähler zur Fortschreibung des Regionalplanes wurde behandelt.

14 Gemeinderäte haben sich gegen den Schwerpunkt für Industrie und Gewerbe ausgesprochen  Das waren die Gemeinderäte der  GOL, der Freien Wähler und der SPD.

Die CDU und FDP wollten den Schwerpunkt behalten.


mehr zur Abstimmung im Gemeinderat

Unser Empfang durch fff  (man darf auch futures for fridays sagen wie unser Bürgermeister)



Gerade heute im Südkurier veröffentlicht

Leserbrief zu Artikel:
Salems Alleingang verprellt Nachbargemeinde Bermatingen 28.01.21.

 

Es wird doch immer offensichtlicher, was auf Salem zukommt. Das drittgrößte Industrie- und Gewerbegebiet im Bodenseekreis ohne entsprechende Straßenanbindung soll nun vom Regionalverband beschlossen werden.


50% des Gemeinderates, GOL und Freie Wähler, haben seit zwei Jahren die Bevölkerung

über die Auswirkungen informiert. Insbesondere, was den schon jetzt, tagtäglich zunehmenden Verkehr betrifft.

Trotzdem hat der Rest des Gemeinderates mit der Stimme des Bürgermeisters die Planung durchgewunken.


Am 25. Februar wird die zweite Offenlage des Regionalplanes abgeschlossen sein.

Glaubt wirklich jemand daran, dass diese 27 ha in den Flächennutzungsplan nur mal aufgenommen werden, um sie später vielleicht gar nicht zu bebauen? Diese Absurdität verbreiten tatsächlich einige Gemeinderäte.


In Nachbargemeinden werden Gewerbeflächen gestrichen oder gar nicht ausgewiesen,

also muss irgendwo ein Ausgleich statt finden. Es könnte dann heißen:

Wir müssen doch solidarisch sein“, dann kommt es jedoch darauf an,

welche Prioritäten gesetzt werden sollen.


Ein unverhältnismäßiges großes Industriegebiet oder Erhalt einer ehemals schönen

Naturlandschaft und Möglichkeiten für eine gesunde Landwirtschaft?

Ganz nach Goethe: „Da ich die Leute im Dorfe so unzufrieden sah, sagte ich:

“Warum habt ihr es gelitten?“- die Antwort: “Wenn der Schulze es will, hier zu Lande“,

sagten sie, „was kann man machen?“

Kann das heutzutage wirklich noch eine Antwort sein?

 

Es hat doch Auswirkungen, dass die Residenzpflicht für Bürgermeister aufgehoben wurde.

Irgendwann wohnt er nicht mehr in Salem. Es gibt dann noch schönere Orte.



Lieselotte Strick, Salem



Montag, 22. Februar 2021


 

Mit Spannung erwartet - dieses Ergebnis kann natürlich Konsequenzen für Salem nach sich ziehen

Heute abend:  ++++Gemeinderat FN lehnt Hirschlatt erneut ab++++ 24 Stimmen für eine negative Stellungnahme




Die Einwendung des Aktionsbündnisses wurde verschickt

Das  Vollständige Dokument mit übersichtlichen Bildinformationen kann hier eingesehen werden.




Bitte denken Sie daran: Die Abgabefrist für Einwendungen läuft nur noch bis zum 26.2,21. Bis dahin müssen die schriftliche Einwendungen beim Regionalverband eingegangen sein!

In diesem Blog finden sie Muster-Einwendungen die sie auch ohne vertieftes Vorwissen verwenden können. Unterstützen Sie uns in unserem Protest gegen den Flächenfraß!

Hintergrundwissen aus der FAZ

 






Leider darf auch dieser Artikel nicht einfach hier eingestellt werden. Daher ein paar Auszüge daraus.

"um den Klimawandel zu bremsen muss Deutschland aufhören seine Landschaft zuzubauen"
Wissenschaftler und Politiker (Grüne/SPD) schlagen daher ein System von Baulizenzen mit fester Obergrenze vor, das dem bestehenden Handel mit CO2 Emissionsrechten ähnelt.

Ottmar Ebenhofer, Direktor des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung: "Boden ist weltweit eine absolute Schlüsselfrage beim Klimaschutz im 21. Jhd."

Der Weltklimarat hat darauf aufmerksam gemacht, dass weltweit eine Fläche der vereinigten Staaten aufgeforstet werden müsse, um den Klimawandel auf 1,5° zu begrenzen. Zusätzlich seien Felder von der Größe Australiens für Energiepflanzen notwendig. 

In Deutschland aber wird jährlich die Fläche einer Stadt wie Hannover (56 ha lt. Umweltbundesamt) überbaut. Das UBA hat deshalb in einem Modellversuch mit 87 Kommunen die Idee des Flächenkontingentes erprobt und das sei sehr erfolgreich gewesen!

Unklar sei aber ob Länder und Kommunen dafür bereit seien.


Auch hier wenigstens ein paar Auszüge aus dem Bericht:

Anton Hofreiter von den Grünen hat natürlich mit seiner Einfamilienhaus-Debatte eine Steilvorlage im Wahlkampf geliefert.

"die Tonlage der Kritik war mitunter hysterisch", ein FDP Politiker beschimpfte die Grünen deshalb gar als "unmenschliche verrückte  Ökosozialisten"

Stadtplaner und Architekten jedoch wundern sich gar nicht über Hofreiters Aussage, "sie staunen vielmehr dass seine Äusserungen als unerhört, radikal und durchgeknallt wahrgenommen werden".
In der Fachwelt gilt die Wohnform des Einfamilienhauses seit langem als problematisch. Und dies haben auch schon CDU-Politiker bekundet.

"Es gibt viele gute und seit langem bekannte Gründe, die gegen die wuchernden Einfamilienhaus-Siedlungen am Rande von Städten und Dörfern sprechen. Der offensichtlichste ist der Landschaftsverbrauch. In den vergangenen 3 Jahrzehnten sind die Siedlungs- und Verkehrsflächen in Dtl. bei weitgehend stabiler Bevölkerung um ein Viertel gewachsen- eine Fläche knapp halb so groß wie Hessen"

Dabei soll das Land bis zur Mitte des Jhd. die Flächenkreislaufwirtschaft erreichen, sprich ohne zusätzliche Flächen auskommen. "ehrgeizige Langfristziele werden aber nicht durch Nichtstun erreicht!... Und wenn der Flächenfraß gestoppt werden soll, dann ist es keine schlechte Idee dort zu beginnen wo der Verbrauch von Natur und Agrarland am größten ist: bei den Einfamilienhäusern"


Sonntag, 21. Februar 2021

Noch ein Statement zum Regionalplan

Aus Perspektive der Initiative für einen zukunftsfähigen Regionalplan zeigen die Presse-Aussagen der Befürworter des aktuellen Regionalplans in den letzten Tagen auf, wie wenig geeignet Kommunal- und Regionalpolitik auf der Ebene der Regionalplanung sind, um den umweltpolitischen Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen. Sie zeigen leider auch auf, dass mit enormer Aggressivität Polarisierung und Diffamierung betrieben wird, um die politische Mehrheit im Ländle zu erhalten, was bisher auch immer gut funktioniert hat.

Selbstverständlich sind die Belange der einzelnen Bürger*innen, sprich zum Beispiel der bauwilligen jungen Familien zu berücksichtigen und haben ihre Berechtigung. Auch dass die Menschen der Region weiterhin ihren Lebensunterhalt bestreiten können sollen indem ausreichen Arbeitsplätze vorhanden sind, ist unbenommen. Wir haben nur in den letzten Jahrzehnten im Ländle genauso wie in Deutschland und Europa und weltweit deutlich über unsere Verhältnisse hinaus gewirtschaftet, sodass wir aktuell im Begriff sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Deshalb wurden wertvolle politische Beschlüsse wie das 1,5 Grad-Ziel oder die 30 Hektar täglichen Flächenverbrauchs in Deutschland gefasst, auch auf Landesebene gelten Klimaschutz-, Naturschutz- und Bodenschutzgesetze. Sie sind bloß auf die regionalen und kommunalen Ebenen noch nicht „übersetzt“ und heruntergebrochen worden, und das nutzen die Verantwortlichen der Planung aus, um so weiter zu wirtschaften wie bisher, und das führt weiter hinein in die Klima- und Umweltkrise. Das Aktionsbündnis fordert also sozusagen einen Kamikaze-Stillstand!-)

Denn nachhaltig und gut zu leben ist wunderbar möglich. Umweltverbände, Unternehmen alternativer Lebensmittelproduktion, Initiativen für eine solidarische, nachhaltige Landwirtschaft und verschiedene Wohnprojekte zeigen schon seit Jahrzehnten auf, dass man stattdessen auch umweltverträglich und nachhaltig leben und wirtschaften kann. Für die Regional-Planung heißt das, die Flächenausweisung auf 1250Hektar zu begrenzen, ausreichend günstige Wohnmöglichkeiten bereitzustellen und Innenentwicklung und Verdichtung voranzutreiben. Es könnten mit Köpfchen und Kreativität Wohnformen möglich gemacht werden, in der Individualität und Gemeinsinn gleichzeitig gelebt werden können. Eine Neuauflage traditioneller Dorfstrukturen ist denkbar, kombiniert mit modernen Arbeitswelten von zuhause aus oder im aufgestockten Büro über der Betriebs-Werkstatt mit kurzen Wegen per ÖPNV oder Fahrrad zu Arbeit und Versorgung. Nachzulesen zum Beispiel in der umfangreichen Stellungnahme der Naturschutzverbände zum Regionalplan.

Im jüngst erschienenen Gutachten der Scientist4Future Oberschwaben haben Wissenschaftler*innen der Region genau diese Zahl ausgerechnet: 1250Hektar höchstens wäre nachhaltig. Geplant wird etwa das Doppelte, andere Planungsebenen wie z.B. nach §13b noch nicht mitgerechnet. Im Boden, den der aktuelle Regionalplan-Entwurf verbrauchen will, sind eine halbe Million Tonnen CO2 gespeichert, das entspricht etwa einem Zehntel des Jahresverbrauchs an CO2 der Region. Um Klimaschutz- Umweltschutz und Nachhaltigkeitsziele wirksam umzusetzen und damit unsere Lebensgrundlagen zu erhalten, brauchen wir nicht nur unsere wertvollen Böden sondern auch eine Verkehrswende, die im Regionalplan bisher so gut wie nicht vorgesehen ist, und insgesamt ein grundlegendes Umdenken, alle gemeinsam.

Dass die geschützten Flächen in der Region Bodensee-Oberschwaben bisher nicht ausreichen, zeigt der massive Rückgang der Insekten- und Vogelpopulation auch bei uns. Beim Kiebitz zum Beispiel ist der Bestand um 90% zurückgegangen!

 

Barbara Herzig