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Samstag, 8. Juli 2023

Mit Klimaschutz eine Milliarde Euro gespart? Weil er Kosten sparen wollte hat er den Kreis 2020 klimaneutral gemacht

 T-Online Von Peter Schink 08.07.2023  hier

Er hat viel erreicht: Dieser Mann ist kein Klimakleber

Der ehemalige CDU-Landrat Bertram Fleck erklärt seine Idee vom klimagerechten Landkreis

Im Hunsrück weiß man, wie erfolgreiche Klimapolitik geht. Ausgerechnet ein CDU-Landrat hat es vorgemacht. Jetzt ist er im Ruhestand – und will mehr.

Bertram Fleck ist kein Klimakleber. 26 Jahre lang war er CDU-Landrat, von 1989 bis 2015. Und einer der ganz wenigen in der Union, der schon in den Neunzigerjahren das Thema Klima entdeckt hat. Nicht, weil er fürs Klima kämpfen wollte, wie er sagt. Sondern schlicht, um Kosten zu sparen.

Wie es dazu kam, dass er seiner Zeit und seiner Partei weit voraus war, erzählt er an diesem Abend in dem kleinen Konferenzraum eines Hotels in der mecklenburgischen Stadt Neubrandenburg. Fleck steht vorne, gestikuliert, zeigt Powerpoint-Folien. Um ihn herum sitzen etwa 20 Stadträte und Landräte, allesamt von der CDU. Die Union hat das Thema Klima für sich entdeckt. Die Klimaunion hat eingeladen. Und Fleck ist an diesem Abend so eine Art Heilsbringer.

Was der Landrat aus dem Hunsrück geschafft hat, kann sich sehen lassen. Etwa eine Milliarde Euro verdiene und spare sein ländlich geprägter Landkreis inzwischen mit ressourcenschonenden Maßnahmen alle dreieinhalb Jahre, rechnet er vor. Früher sei das anders gewesen, da seien die Energiekosten explodiert. Er überhäuft die Anwesenden geradezu mit Beispielen, wie man es als Politiker vor Ort richtig macht: Solarzellen-Kataster, Energie-Controlling, eigene Düngerproduktion, außerschulische Bildung, Energiesparen mit Bürgermeistern.

Donnerstag, 2. Februar 2023

Überlingen: Jede Menge Ideen zum Klimaschutz

  30.01.2023  |  VON JÜRGEN BALTES  hier

Da staunten die Organisatoren der Klimawerkstatt am Donnerstag nicht schlecht: Statt der angemeldeten 60 Besucher strömten fast doppelt so viele zur Veranstaltung in den Überlinger Feuerwehrsaal. Die Tische reichten nicht aus – und ebenso wenig die angesetzte Zeit von drei Stunden. Zu viel gab es zu diskutieren, zu viele Ideen wurden ausgetauscht.

Und das war möglicherweise eine einmalige Gelegenheit: An diesem Abend konnte wirklich jeder jede Idee zum Thema äußern. Alles wurde an Pinnwänden gesammelt, thematisch gegliedert und anschließend von den Besuchern nach einem Punktesystem gewichtet. Da standen dann Dinge wie „Flächen entsiegeln“, „Ein-Euro-Bus“, „weniger Zweitwohnungen“, „Bürgerenergie fördern“, „PV auf öffentlichen Gebäuden“ oder „Stadt als Vorbild“.

Montag, 25. Juli 2022

So soll Tettnang beim Klimaschutz besser werden

 hier in der schwäbischen Zeitung 18.07.2022  Annette Rösler

Ein ganz konkretes, sofort umsetzbares Projekt gab es am Ende dann nicht, aber eine klare Schwerpunktsetzung für Klimathemen in Tettnang: Sieben Felder für Klimaschutz wurden beim regionalen Klimagespräch an eben so vielen Tischen unter dem Motto „Klimaschutz in Tettnang: mitreden – voranbringen“ in der Aula des Montfort-Gymnasiums Tettnang mit zahlreichen Ideen „gefüttert“.

Vierzig interessierte Bürger hatten sich angemeldet, um gemeinsam mit einem Moderator für jeden Tisch, hier Gastgeber genannt, konkrete Ideen in ein brauchbares Projekt zu verwandeln. Die Fragen waren: „Wie schaffen wir es, bis 2040 in Tettnang klimaneutral zu werden? Was sind die größten Hindernisse? Welche Forderungen stellen wir an die Politik?“

Montag, 18. Juli 2022

Initiativen zur Energiewende vor Ort

 Deutschlandfunk hier  Podcast zum anhören  

Von Michael Watzke · 17.02.2022

Klimawandel und Kommunen

Die Klimakrise ist das Thema unserer Zeit. Ob Deutschland die Energiewende rechtzeitig schafft, wird nicht nur in Berlin entschieden, sondern auch in rund 13.000 Kommunen und Landkreisen. Dort macht Berchtesgaden aktuell vor, was alles möglich ist.

Sonntag, 17. Juli 2022

Was Deutschland von Dänen lernen kann

 Podcast im Deutschlandfunk hier  zum Anhören  Von Dirk Asendorpf · 12. Juli 2022

Sønderborg wird klimaneutral

In Sønderborg leben 75.000 Menschen. Bis 2029 will die dänische Stadt nahe der deutschen Grenze klimaneutral sein. Die Hälfte des Weges hat sie schon geschafft.

Montag, 13. Juni 2022

FRICKINGEN: Programm für mehr Nachhaltigkeit

 


Im Südkurier hier

Das Thema Nachhaltigkeit soll nicht nur in der Frickinger Verwaltung, sondern in der gesamten Gemeinde und darüber hinaus vorangetrieben werden. Der Gemeinderat hat deshalb mehrere Handlungsfelder für eine ressourcenschonende kommunale Entwicklungspolitik beschlossen. Beispielsweise wird ein nachhaltiges Beschaffungswesen eingeführt. Um diese Aufgabenfelder kümmert sich Koordinatorin Anne Gehrmann.

09.06.2022  |  VON HOLGER KLEINSTÜCK

Für eine nachhaltige Zukunft im Ort  

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Aus diesem Grund ist auch in Frickingen im Vorjahr ein Prozess angestoßen worden, der nicht nur die Kommunalverwaltung auf Nachhaltigkeit umstrukturiert, sondern Nachhaltigkeit in der ganzen Kommune und darüber hinaus vorantreiben und in den Köpfen der Menschen verankern soll. Diesbezüglich hat die Gemeinde seit Januar dieses Jahres eine Förderung für die entsprechende Personalstelle erhalten.

Kommunale nachhaltige Beschaffungen wurden bereits umgesetzt: LED-Leuchten gibt es im gesamten Rathaus, zudem haben alle Verwaltungs- und Gemeinderatsmitglieder Glasflaschen erhalten, um den Verbrauch von Wasserflaschen zu reduzieren. Weitere Schritte sind für dieses Jahr geplant.

Wie die Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik Anne Gehrmann informierte, hat sich die UN mit der im Jahre 2015 verabschiedete Agenda 17 Ziele für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Den Kommunen kämen weltweit bei der Umsetzung eine zentrale Rolle zu. „Sie können ihre Kommunalentwicklung entlang der Ziele ausrichten und ihre Verantwortung für eine enkelkindgerechte und nachhaltige Zukunft vor Ort und weltweit berücksichtigen“, erläuterte Gehrmann, die bereits einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt hat. Dessen Ergebnisse waren dem Gemeinderat Anfang Mai vorgestellt worden. Jetzt hat das Gremium entsprechende Beschlüsse gefasst.

Der Gemeinderat beauftragte Gehrmann schließlich mit der Koordinierung und Entwicklung einer globalen Nachhaltigkeitsstrategie für die Kommune und mit der Einführung einer nachhaltigen Beschaffung. „Diese Beschaffung ist ein wichtiges Element auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung“, so Gehrmann. Außerdem erhielt die Politikwissenschaftlerin den Auftrag, den Aufbau einer Partnerschaft mit einer Kommune des globalen Südens zu initiieren, sprich mit einer Gemeinde aus einem Entwicklungs- oder Schwellenland. 

Samstag, 16. April 2022

Mit Informationen gegen 5G-Mobilfunktechnologie

 13.04.2022  |  VON MARTINA WOLTERS im Südkurier   hier

 Es ist ein Jahr her, seit sich eine Gruppe von Anwohnern um die junge Salemer Mutter Nadja Lammers zu einer Bürgerinitiative formiert hat. Sie wollten verhindern, dass ein 30 Meter hoher 5G-Mobilfunkmast nahe einer Wohnsiedlung in der Leustetter Straße in Beuren auf einer privaten landwirtschaftlichen Fläche errichtet wird. Unter anderem befürchten die Gegner des Vorhabens gesundheitliche Schäden.

Mittlerweile ist viel passiert, wie Mitbegründer Micha Presser beim jüngsten Treffen der Initiative berichtet. Aktuell haben die Mitglieder ein Infoblatt verteilt und eine Webseite erstellt. Hier haben sie zusammengetragen, was bezüglich Mobilfunk in der Gemeinde seit der Gründung der Initiative passiert ist.

Presser berichtet hier von einer Unterschriftensammlung gegen die 5G-Mobilfunktechnologie. Über den Sommer habe man Gespräche mit Bürgermeister Manfred Härle sowie den Mitgliedern des Gemeinderats geführt. Gleichzeitig verteilte die Initiative eine Infobroschüre über die Rechte von Kommunen beim Mobilfunkausbau, um mit Blick auf den Gesundheitsschutz mitreden zu können. Presser und seine Mitstreiter freuen sich, dass der Gemeinderat im September mehrheitlich beschloss, ein Mobilfunkstandortkonzept aufzustellen, wie es die Grüne offene Liste (GoL) beantragt hatte. Auf Bitten von Ortsreferentin Luzia Koester hatte der Gemeinderat den Antrag der deutschen Funkmastgesellschaft zurückgestellt, der im Oktober eingegangen war, um das Standortkonzept abzuwarten, das in absehbarer Zukunft erwartet werde.

Die Anwohner setzen nun weiter auf Transparenz und plädieren dafür, strahlungsärmere Alternativen zu suchen. Micha Presser sagt, sie setzten auf flächendeckende und kostengünstige Glasfaserversorgung in den Teilorten. „Wir streben für dieses Zukunftsthema eine Beteiligung der Bürger an einem Gesamtkonzept für Salem an“, heißt es im neuen „Salem Funk“-Flyer. Eine Bürgerversammlung sei ein Ziel.

Die Homepage im Internet: www.salemfunk.de 

Dienstag, 12. April 2022

Uhldingen-Mühlhofen: Fachmann fürs Energiesparen

In unserer Umgebung tut sich ziemlich viel in Punkto Klimaschutz. Und überall werden Stellen geschaffen zur besseren Unterstützung dieses Prozesses.

Das ist es, was in Salem schmerzlich vermisst wird, da muss sich endlich mal was bewegen!
Auch die Bürger müssen das einfordern.
Am Besten wären Arbeitskreise sachkundiger Bürger, die unterstützen und mitreden können wenn es um fachliche Belange geht


 11.04.2022 im Südkurier  hier

Fachmann fürs Energiesparen

Nur wer seinen Energieverbrauch im Detail kennt, kann Einsparpotenziale erschließen. Der Gemeindeverwaltungsverband schafft daher eine auf drei Jahre befristete Stelle für kommunales Energiemanagement, durch das die Haushalte der einzelnen Gemeinden finanziell entlastet werden sollen. Der Gemeinderat Uhldingen-Mühlhofen stimmte unter dem Vorbehalt zu, dass die Stelle mit 70 Prozent von Bund und Land gefördert wird. 

Notwendig ist jetzt noch eine Kooperationsvereinbarung mit Hagnau, Meersburg, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen, die sich an der Stelle beteiligen. Daisendorf hatte sich gegen die Projektstelle entschieden. Aufgrund der Einwohnerzahl wird auf Uhldingen-Mühlhofen finanziell der größte Anteil mit 49,4 Prozent entfallen. Das macht einmalig Anschaffungskosten von gut 12 000 Euro sowie ein anteiliges jährliches Personalbudget von gut 18 000 Euro. Bürgermeister Dominik Männle erklärte, der Stelleninhaber solle regelmäßig die Gebäude der Gemeinde begehen und betreuen. Ziel sei es, den Energieverbrauch und damit die Kosten zu minimieren. Die erzielbaren Einsparungen lägen bei 20 bis 30 Prozent. 

„Ziel ist es nicht nur, kurzfristig Energieeinsparungen zu ermitteln und umzusetzen, sondern die in kurzer Zeit gewonnenen Ergebnisse nachhaltig beizubehalten und langfristig weiter zu optimieren.“ Durch die Energieeinsparungen könnten die Gemeinden die Ausgaben für diese Personalstelle innerhalb kürzester Zeit refinanzieren, sagte Männle.     

Dienstag, 22. März 2022

MARKDORF ist auf dem Weg zur Klimaneutralität - Salem noch lange nicht

MARKDORF: Büro erstellt Konzept für Klimaneutralität

Die Stadtverwaltung Markdorf strebt Klimaneutralität an. Dies soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beschlossen werden. Das Ziel soll möglichst bis 2030, spätestens bis 2040 erreicht werden. Die Verwaltung beauftragt ein Büro mit dem Erstellen eines Konzepts. Klimaneutralität soll im Hinblick auf den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden. Berücksichtigt wird etwa der Energieverbrauch in städtischen Gebäuden. 


21.03.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE

Auf dem Weg zur Klimaneutralität  (hier)

Um das zu erreichen, soll die Verwaltung ein Büro damit beauftragen, ein Klimaschutzkonzept zu entwickeln. Weitere Themen beziehungsweise Ergebnisse der Vorberatung waren: Die Verwaltung weist künftig in ihren Beratungsunterlagen für die Gemeinderatssitzungen die Klimakosten aus. Es wird eine befristete Stelle eingerichtet, um das Ziel der klimaneutralen Stadtverwaltung zu erreichen. Außerdem will die Stadt dem Klimaschutzpakt Baden-Württemberg beitreten.

Diese Punkte wurden zuvor ausführlich beraten. Bürgermeister Georg Riedmann merkte anschließend an, dass die Diskussion anders verlaufen sei als erwartet – in gutem Einvernehmen, nicht kontrovers. Riedmann hatte an seine Antrittsrede im Herbst 2021 erinnert. Darin hatte er von einer notwendigen Geschlossenheit gesprochen, wenn die großen Herausforderungen des Klimaschutzes bewältigt werden sollen.

Dienstag, 15. März 2022

Markdorf: Gruppe Klimaplan setzt auf Transparenz

  14.03.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE  hier

Gruppe Klimaplan setzt auf Transparenz

--- Zuletzt hat sich Klimaplan Markdorf schriftlich an die Stadträte gewandt. Darüber hinaus legte die Gruppe der Verwaltung eine Präsentation vor, wie die Stadt auf die erforderliche Klimaneutralität hinarbeiten könnte. „Und das Gespräch mit der Verwaltung erweist sich als überraschend fruchtbar“, berichtet Silja Beck. Unterdessen arbeitet die Stadtverwaltung auch eigenständig am Thema. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stand das Klimaschutzmanagement auf der Tagesordnung. Der Klimaplan-Gruppe wurde im Vorfeld Einblick in die Beratungsunterlagen gewährt, erklärt Beck.

Montag, 14. Februar 2022

Markdorf: Sie wollen für Klimaschutz begeistern

13.02.2022  |  VON JÖRG BÜSCHE MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE  hier

Markdorf soll bis 2035 eine klimaneutrale Stadt sein. Das ist erklärtes Ziel. Nicht nur von Bürgermeister Georg Riedmann, der dieses Ziel bei seiner Vereidigung zu Beginn seiner zweiten Amtszeit im vergangenen September angesprochen und jüngst erneut bekräftigt hat. Die Klimaneutralität bis 2035 wird auch von „Klimaplan Markdorf“ gefordert, einer Gruppe von Bürgern, die auf die konsequente Einhaltung der Pariser Klimaziele pocht. „Das ist überlebenswichtig“, sagt deren Mitinitiator Leon Beck.

Sonntag, 5. Dezember 2021

Stuttgart gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2022

AUSZEICHNUNG FÜR ÖKOLOGISCHES UND SOZIALES ENGAGEMENT

SWR AKTUELL  HIER

Anmerkung von Petra Karg: Das hört sich wirklich sehr gut an. Wann wird sich diese Fortschrittlichkeit auch in unserer Region etablieren? Noch erfahren wir vor Ort viel zu viel "Weiter so" und wenig Einsicht in die Notwendigkeit schneller Veränderung, es wird auf vielen Ebenen  massiv gebremst. Und dann bisschen grün gefärbt, zur Beruhigung der Gemüter. Aber das reicht noch lange nicht aus, wir werden uns noch sehr schnell bewegen müssen in den nächsten Jahren. Vielleicht hilft es ja, Vordenker vor Augen zu haben, die gangbare Wege aufzeigen. Das ist meine große Hoffnung.

Stuttgart ist Deutschlands nachhaltigste Großstadt. Begründet wird das von einer Jury mit den Fortschritten zum Beispiel im Bereich Energie und Klimaschutz und der Stärkung von Bürgern.

Viele Jahre hatten Menschen in der ganzen Bundesrepublik beim Gedanken an Stuttgart in Kombination mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz vor allem das Wort Feinstaubalarm im Kopf. Viel Verkehr, viel Industrie. Jetzt gewinnt die Stadt den Preis als nachhaltigste Großstadt Deutschlands und die Stadtverwaltung wird für ihr ökologisches und soziales Engagement ausgezeichnet. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergeben - unter anderem in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung und verschiedenen Einrichtungen. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
Bei der Preisverleihung am Freitag in Düsseldorf wurde in der Begründung die Arbeit der Stadt im Bereich Energie und Klimaschutz gelobt. Diese habe durch das Ende 2019 - unter dem damaligen Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) - beschlossene Aktionsprogramm mit Klimaschutzmaßnahmen in Höhe von 200 Millionen Euro nochmal deutlich Fahrt aufgenommen.

Hervorzuheben sei dabei der grundsätzliche Bau städtischer Gebäude im Plusenergie-Standard, das heißt, dass sie mehr Energie produzieren als sie verbrauchen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Stuttgart. Auch die Einführung eines Stuttgarter CO2-Preises für Wirtschaftlichkeitsberechnungen wird in diesem Zusammenhang erwähnt. 

Darüber hinaus lobt die Jury die städtische Förderlandschaft zu Energie und Klimaschutz. Stuttgart überwache den Fortschritt jährlich mit einem Treibhausgas-Reduktionspfad auf Basis des 1,5-Grad-Ziels von Paris. Auch im Bereich Luftreinhaltung seien in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte gemacht worden.

Als erste deutsche Kommune hat Stuttgart vier städtische Betriebe nach Kriterien der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) prüfen lassen und ermöglicht auch privatwirtschaftlichen Unternehmen mit dem Förderprogramm "Nachhaltig fit für morgen" den Einstieg in die GWÖ-Bilanz. Mit dem Bewertungsverfahren wird geprüft, inwieweit Personen, Gemeinden, Firmen oder Institutionen dem Gemeinwohl dienen. Bewertet werden ökologische, soziale und andere Aspekte.

Als Pilotkommune engagiert sich Stuttgart im Rahmen der "Agenda 2030", die die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2015 verabschiedet hat. Das Ziel soll die Verbesserung hin zu einer Welt sein, in der jeder ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich effektiv handelt. Dafür setzt sich auch Stuttgart ein und erprobt, wie man die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung einhalten kann.

Über eine Online-Plattform können Bürgerinnen und Bürger außerdem Ideen und Vorschläge zu städtischen Finanzen in das Haushaltsplanverfahren einbringen. Der Stuttgarter Bürgerhaushalt hat bundesweit die größte Beteiligung.

Als "Kinderfreundliche Kommune" stößt Stuttgart Maßnahmen an, um die Rechte der Stuttgarter Kinder in Einklang mit der UN-Kinderrechtskonvention weiter zu stärken. Wichtig ist der Stadt eine gezielte Stärkung verschiedener Bevölkerungsgruppen. Darunter fallen auch Angebote für Geflüchtete, präventive und versorgende Angebote für Seniorinnen und Senioren sowie Maßnahmen gegen Diskriminierung und häusliche Gewalt.

Mittwoch, 3. November 2021

Geht's auch schneller? Waiblingen 2035 klimaneutral

Wenn ich das lese, dann kommt mir doch so Einiges ganz schön bekannt vor!
Was folgt daraus für uns? Sich nicht entmutigen lassen, weiter machen! Wir müssen dicke Bretter bohren, werden manchmal verlieren,  aber unser Engagement lohnt sich am Ende dann doch!
Denn wie würde unsere Welt ohne dieses Engagement aussehen - ich mag es mir gar nicht vorstellen!

Süddeutsche Zeitung hier
Deshalb hat Zeiner eine Bürgerinitiative gegründet: "Waiblingen klimaneutral"

Sabine Zeiner macht mehr als nur Flyer verteilen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern hat sie im Sommer über 1000 Unterschriften für einen Einwohnerantrag gesammelt. Der Waiblinger Stadtrat musste deshalb im Oktober darüber abstimmen, ob die Kommune bis 2035 klimaneutral werden soll. Die Idee für die Initiative hatte Zeiner aus der Zeitung. Dort las sie vom erfolgreichen Einwohnerantrag des Klimabündnisses in der Nachbargemeinde Schorndorf - und beschloss kurzerhand die Gründung eines solchen Projekts für Waiblingen.

Rund 40 Waiblinger und Waiblingerinnen sind mittlerweile dabei. Was für Menschen sind das? "Eine Initiative vereint unterschiedliche Leute aus allen Altersgruppen, Berufsgruppen, politischen Meinungen und Geschlechtern", sagt Zeiner. So engagieren sich in Waiblingen Studierende und Rentner, Zivildienstleistende und Firmenchefs. "Auf ein Ziel geeint kann man dann auch sehr glaubwürdig eine breite Bevölkerungsschicht vertreten." Klimaschutz sei nicht nur etwas für junge Menschen. Eine alte Frau habe sie einmal gefragt, ob es denn nicht auch schneller ginge als 2035. "Schön wär's! Das ist jetzt schon eine extrem anspruchsvolle Zielsetzung", gesteht Zeiner mit leicht erröteten Backen.

Auch Streuobstwiesen können zur Klimaneutralität beitragen

..Die frühzeitig pensionierte Diplomingenieurin besitzt einige Streuobstbäume, die sie selbst bewirtschaftet. Für sie sind auch Äpfel ein Symbol für Klimaneutralität: "Es ist absurd, wie viel Zeug aus dem Ausland hergekarrt wird. Statt Apfelsaft aus China könnte die Stadt die Streuobstwiesen fördern."

Halt im Teilort Beinstein. Hier zeigt Zeiner, dass in Waiblingen schon einiges gut läuft. Ein Wohnviertel wurde auf das ehemalige Firmengelände der Mineralbrunnen AG gebaut. Die öde Brachfläche wurde zu Wohnraum. Zeiner zeigt auf die mit Solarzellen bepflasterten Dächer. Bereits 2006 führte die Stadt die Solaranlagenpflicht für Neubauten ein - als erste Gemeinde in Deutschland. Klimaneutrales Bauen und Sanieren ist ein wichtiger Punkt für die Mitglieder der Initiative.

Denn nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung haben die Mitglieder nur ein erstes Ziel erreicht. Nun, nachdem der Antrag der Initiative befürwortet wurde, steht die Stadt vor der Aufgabe, die Klimaneutralität auch zu erreichen. "Waiblingen klimaneutral" hat dafür zehn Themenfelder erarbeitet, zehn Stellschrauben für die nächsten Jahre. "Wir wollen der Stadt nicht vorschreiben, wie sie das zu machen hat. Das wäre arrogant", sagt Zeiner. Die Maßnahmen in ihrem "Klimastadtplan" sollen Vorschläge sein. Mit dabei: Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien, ressourcenschonendes Wirtschaften, mehr öffentliche Verkehrsmittel und CO2-sparendes Bauen.

Der Vorteil einer Bürgerinitiative: Überparteilichkeit

Warum aber wählt man für ein solches Ziel überhaupt die Form der Bürgerinitiative? Politikwissenschaftler Gross sieht einen Vorteil in der Überparteilichkeit solcher Bündnisse. Lokale Probleme könnten dabei losgelöst von Parteiansichten betrachtet werden. Auch bei "Waiblingen klimaneutral" sind Mitglieder unterschiedlichster Parteien vertreten. "Der Klimawandel", betont Sabine Zeiner, "beschäftigt fast alle Parteien." Außerdem, sagt Gross, macht eine Initiative Interessen sichtbar, die im politischen Prozess eher untergehen. "Man bekommt mehr Aufmerksamkeit als mit einem Leserbrief oder einer direkten Beschwerde an Stadtratsabgeordnete." Zudem seien die Hierarchien flacher als in Parteien, was die Mitarbeit erleichtere.

Vor Jahren protestierten die Waiblinger gegen ein Einkaufszentrum - ohne Erfolg

......Die Waiblinger scheiterten, der Wille zu mehr demokratischer Teilhabe aber blieb. "Es war wie eine Geburtsstunde der Bürgerbeteiligung in unserer Stadt, das hat Wellen in die Region geschlagen", sagt Zilian, "viele Bürger anderer Gemeinden forderten mehr Mitsprache." ......

Gelingt "Waiblingen klimaneutral", könnte sich am Alten Postplatz allerdings wieder viel verändern. Auf den bis zu sieben parallel verlaufenden Fahr- und Abbiegespuren sollte es laut Sabine Zeiner bald mehr Platz für Fahrräder und Fußgänger geben. Denn die Initiative fordert auch eine sozialverträgliche und ökologische Stadtplanung. Waiblingen soll eine Stadt der kurzen Wege werden. Mehr Flächen zur Erholung, weniger Versiegelung, weniger Platz, der für geparkte Autos verloren geht. Mit einem besser ausgebauten ÖPNV-Netz wären Autos - auch das von Zeiner - und Parkplätze in der Innenstadt bestenfalls überflüssig.

Protest zieht mehr Menschen an

Das gefällt natürlich nicht allen Waiblingern. Zwar berichten Zeiner und ihre Mitstreiter bisher von wenig Gegenwind, doch das kann sich schnell ändern: "Vermutlich gibt es dann Protest, wenn die ersten konkreten Maßnahmen auf den Tisch kommen." Klar, Klimaneutralität finden viele gut - Windkraft- und Biogasanlagen in der Nachbarschaft aber schon nicht mehr so viele. Das könnte neue Bündnisse auf den Plan rufen, "Verhinderungsinitiativen", wie Martin Gross sie nennt. Initiativen, die gegen bestimmte Vorhaben sind, bekommen laut Gross deutlich mehr Aufmerksamkeit als solche, die sich nicht gegen, sondern für ein bestimmtes Ziel einsetzen. Ein prominentes Beispiel dafür sind die Proteste gegen Stuttgart 21, den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die Verhinderung von S21 gelang 2011 zwar nicht, doch es habe die Bürger in ihrem Engagement wachgerüttelt, sagt Zeiner. In der Region und weit darüber hinaus.

Das will auch die Waiblinger Initiative schaffen. In den sozialen Medien machen die Mitglieder auf sich aufmerksam, vernetzen sich mit anderen Initiativen. Aus vielen lokalen Bewegungen wird eine große, die eine übergeordnete Idee verfolgt. Darin, erklärt Gross, liege ein großer Unterschied zu den Bürgerbewegungen der 1970er- und 80er-Jahre. "Dass sich die Initiativen so extrem untereinander und mit Experten austauschen, das gab es früher nicht so."

Das Ziel und der mit Experten entwickelte "Klimastadtplan" des Bürgerbündnisses überzeugten schließlich auch den Gemeinderat: Die Beschlussvorlage für den Antrag wurde am 21. Oktober einstimmig angenommen. Für Zeiner ist das "unglaublich". Natürlich, könnten die Bürger jetzt sagen, liegt die Verantwortung nach dem Beschluss ganz bei der Stadt. Aber die Initiative wolle weiterhin sichtbar sein, verspricht Zeiner. "Wir wollen zeigen, dass die Bürger dieses schwere Päckle bis zum Ende mittragen wollen." Institutionalisiert wird das Engagement in einem neuen Ausschuss, der aus Mitgliedern des Gemeinderats und aus Bürgerinnen und Bürgern bestehen soll. Also weiterhin Veranstaltungen, Austausch mit Experten, enger Kontakt zur Politik und Wirtschaft. Das nächste Ziel: In den kommenden anderthalb Jahren sollen die konkreten Maßnahmen, also der offizielle "Klimastadtplan" ausgearbeitet und beschlossen sein.

"Waiblingen klimaneutral" ist mittlerweile Teil der deutschlandweiten Initiative "German Zero". Immer mehr Gemeinden schließen sich dem Bündnis an, fordern das Klimaziel bis 2035 und erarbeiten Lösungen. Mehr als 50 solcher Klimaentscheide wurden laut "German Zero" seit 2020 gestartet. Allein im Rems-Murr-Kreis, der Region um Waiblingen, gibt es mittlerweile fünf Bündnisse. "Wenn immer mehr Kommunen das umsetzen, gibt es einen Dominoeffekt", hofft Zeiner. Sie steht auf der Abbiegespur, kurz vor ihrem Haus. "Dann kann es unsere Generation vielleicht noch richten", sagt sie und fügt in Schwäbisch hinzu: "Schließlich haben wir's in den besten Jahren versaubeutelt."

Wir erleben eine Zeit des Wandels. Wie steht es um die Zukunft des Landes? Welche innovativen Ideen gibt es? Das ist das Thema der großen SZ-Schwerpunkts "Zukunft Deutschland". Alle Beiträge sowie weitere Analysen und Reportagen finden Sie auf dieser Seite.

Dienstag, 26. Oktober 2021

Gemeinderatsantrag: Mehr Tempo beim Klimaschutz

Südkurier  hier 


Markdorf hat natürlich mal wieder die Nase vorn!

mehr zur Diskussion im Salemer Gemeinderat aus Sicht einer GOL-Gemeinderätin hier






Im Amtsblatt wurde Folgendes Ergebnis der Beratung  veröffentlicht:

Amtsblatt der GEMEINDE SALEM Seite 5 / Freitag, 22.10.2021

Auf Antrag der GoL hat der Gemeinderat über folgendes Thema beraten: „Haushaltsdebatte: Mehr Tempo beim Klimaschutz in Salem“

Ziel des Antrages ist, in Salem die Bedeutung des Klimaschutzes zu stärken und den Weg zur Klimaneutralität entschlossen weiterzugehen. Nach ausführlicher Beratung hat man sich im Gemeinderat auf folgende Vorgehensweise geeinigt:  

1.   Salem bekennt sich zu seiner kommunalen Vorbildfunktion im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz. Es soll sichergestellt werden, dass genehmigte Maßnahmen zügig erfolgen. Die Erhaltung und Förderung der Biodiversität wird dabei berücksichtigt.

2.   2.    In den Haushalten der Gemeinde Salem werden, beginnend ab Haushaltsjahr 2022, besonders klimaschutzrelevante Investitionen als „Maßnahme zum Klimaschutz oder zur Klimawandelanpassung“ ausgewiesen.
3.     Die Verwaltung prüft, ob bzw. wie künftig bei Entscheidungen über Investitionen auch deren Klimaschutzwirkung dargestellt werden kann

MARKDORF: Stadt soll bis 2035 klimaneutral werden

Südkurier (hier)

Bezug zu früheren Artikeln  (hier) "Gruppe fordert Klimaschutz ein"

Ein vom wiedergewählten Bürgermeister Georg Riedmann gesetztes Ziel – klimaneutrales Markdorf – soll bis 2035 verwirklicht werden. Hierzu hat der Gemeinderat in einer Klausurtagung eine Arbeitsbasis erstellt. Die Bürger sowie Projekte und Ideen von Initiativen und Gruppierungen sollen eingebunden werden. Die Stadtverwaltung habe Vorbildfunktion, beispielsweise werden die Themen Fotovoltaik und E-Fahrzeuge vorangetrieben. 

25.10.2021  |  VON THOMAS KAPITEL MARKDORF.REDAKTION@SUEDKURIER.DE

Weitere Schritte für Klimaneutralität  

Die Stadt soll bis 2035 klimaneutral werden – und es tut sich etwas: Das, was Bürgermeister Georg Riedmann bei seiner Vereidigung am 28. September vorgegeben hatte, geht nun offenbar in die Umsetzung. Zunächst mit dem Gemeinderat. Man wolle sich „intern auf die nächsten Schritte verständigen“, so Riedmann auf Anfrage des SÜDKURIER. Bei einer Klausurtagung ging es darum, „eine Arbeitsbasis zu finden, auf der wir stabil aufsetzen können“. Schließlich wolle man auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune „im gleichen Schritt marschieren und braucht nicht viel zu diskutieren, sonst macht das kein Vergnügen“. Wenn dann der Zug ins Rollen gekommen sei, wolle man mit den Bürgern und deren Aktionen weitermachen. „Es ist ja ein Vorteil für die Stadt, dass es so viele Akteure hier gibt. Das ist beispielhaft“, so Riedmann.

Das hört man gerne bei den angesprochenen Initiativen. „Herr Riedmann ist ja auch unser Schirmherr“, sagt Karl King vom Markdorfer Sonnenkraftnetzwerk (MSN). „Schon bei der Gründung der Initiative im Februar 2020 haben wir ihn offenbar erreichen können.“ King sieht Markdorf auf einem guten Weg: „Nun wurde das Dach der Jakob-Gretser-Schule komplett mit Fotovoltaik eingedeckt. Das hätte es früher nicht gegeben. Auch, dass der Gemeinderat so etwas macht.“ Da nun weitere städtische Gebäude geprüft werden, ob sie für Fotovoltaik taugen, erwartet King, „dass es da in den Herbst hinein noch einen Schub tut“. Einen generellen Zeitplan für die Umsetzung zur klimaneutralen Kommune gebe es bis jetzt aber nicht, sagt der Bürgermeister. Was der Stadtverwaltung bleibe, das sei die Bauleitplanung. So, wie es jetzt im Herbst/Winter mit dem Klosteröschle umgesetzt werde. „Das wird ja kein klassisches Baugebiet, sondern ein modernes Stadtquartier auf drei Hektar. Klimaneutral, mit einem entsprechenden Verkehrs- und Energiekonzept.“

Verwaltung stellt auf E-Antrieb um

Riedmann sieht die Stadtverwaltung in einer „Vorbildfunktion“ – und darum wird es nun im Herbst auch im Gemeinderat gehen. Um die Energieeffizienz der städtischen Gebäude, aber auch um die Fahrzeugflotte. Diese sei man sowieso dabei, zu reduzieren und wo es geht auf E-Antrieb umzustellen. Vielleicht nicht im Schwerlast-Betrieb im Bauhof, es sei noch nichts Alltagstaugliches auf dem Markt. Aber bei den Hausmeister- und sonstigen mobilen Diensten, so der Bürgermeister. E-Bikes gibt es bereits zwei für die Stadtverwaltung sowie je ein Lastenfahrrad für den Bauhof und das Jugendreferat – weitere Anschaffungen seien beabsichtigt. Die Belastung, die bei der Umsetzung auf die Bürger zukomme, sei eine sehr geringe, beruhigt Riedmann: „Bei der aktuellen Projektplanung definitiv. Und auch sonst brauchen die Bürger keine Angst vor unseren Ideen haben.“

Nahwärme mit Holz vom Stadtwald

Woher in der Stadt generell das Geld für weitreichende Klimaschutzmaßnahmen kommen soll? „Gute Frage“, meint Georg Riedmann. „Das werden wir nicht schaffen, ohne dass Land und Bund ihre Förderprogramme umstellen. Anders ist das in einer kommunalen Haushalts-Systematik nicht darstellbar. Die Rechtsaufsicht schaut nur, ob mein Haushalt ausgeglichen ist oder nicht. Da interessiert nicht, ob ich jetzt investieren will, damit wir in 50 Jahren ein besseres Klima haben.“ Um Klimaschutzmaßnahmen rentabel zu machen, brauche es eine ordentliche CO 2 -Bepreisung. „Und zwar jetzt und gleich“, sagt Riedmann. „Hier gibt es im Land schon kraftvolle Initiativen, aber da muss noch mehr kommen.“

Auch bei der Gruppe „Klimaplan Markdorf“ wird es positiv aufgenommen. Dennoch könne die Stadt mehr Anreize schaffen, sagt Daniel Hirscher: „Wenn etwa eine städtische Liegenschaft an einen Nahwärmeversorger angehängt wird, könnte man die Anlieger ermutigen, sich daran anzuschließen.“ Andere Kommunen seien da schon weiter: Bei Solarkomplex Singen etwa seien rund 20 Kommunen beteiligt. Wärme aus erneuerbaren Energien ließe sich aus dem Stadtwald gewinnen, indem man Abfallholz als Hackschnitzel in einem kommunalen Nahwärmesystem verheizt: „So etwas wird kommen, das ist nur eine Frage der Zeit“, ist sich Daniel Hirscher sicher.

Andrang bei Fotovoltaik-Beratung

Was seitens der Bürger sehr gut angenommen wurde: die Fotovoltaik-Beratungen durch die Energieagentur Ravensburg in der letzten September- und ersten Oktoberwoche. Öffentlich gefördert und dadurch für die Bürger kostenlos. „Hier hatten wir regelrecht heftige Nachfragen“, sagt Riedmann. „Das ist ja nicht unkompliziert, wenn man sich so etwas aufs Dach machen will. Auch steuerlich.“ Das bestätigt Michael Maucher, Prokurist der Energieagentur Ravensburg: „Das war exorbitant. 15 Termine waren ausgemacht, 30 wurden es dann und wir konnten immer noch nicht alle Nachfragen bedienen, in diesen zwei Wochen.“ Markdorf habe „gerade in diesem Bereich eine Sonderposition“, erklärt Maucher den großen Zustrom, „durch die Initiativgruppen wie Sonnenkraftwerk und Klimaplan“. Generell habe sich die Nachfrage nach Fotovoltaik „verdrei- bis vervierfacht“: Klimawandel und steigende Energiekosten befeuerten den Wunsch nach erneuerbaren Energien, die man am besten für sich selbst vor Ort erzeugt. Und viele hätten aus dem Corona-Jahr einfach noch Mittel zum Investieren übrig.

Genug E-Ladestationen

Was die Ladestellen für Elektroautos betrifft, sei die Stadt Markdorf gut versorgt, sagt Bürgermeister Georg Riedmann. Die Dichte der Nutzung steige derzeit nicht. Wohl auch, weil immer mehr die Fotovoltaik auf dem eigenen Dach dazu nutzen, ihr Auto zu Hause aufzuladen. 

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Zukunftsfähig wohnen

 Gestern Abend war Teil 4 der Dialog-Reihe angesagt.

Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) hat es mal wieder geschafft, 3 interessante Beiträge zum Thema "Zukunftsfähig Wohnen" zu einem tollen Gesamtpaket zusammenzuschnüren. Das macht Lust auf mehr! 

Vorschau:
am 27.10 "Primetime für`s Klima"
am 30.11 "Zukunftsfähige Waldwirtschaft"

Und: Das macht Lust auf Veränderung, denn man könnte so vieles besser machen! Es ist schön, wenn positive Projekte in den Focus rücken.

Demnächst werden die Vorträge auch ganz veröffentlicht auf der Seite der KAB.


Den Anfang machte Rüdiger Sinn mit seiner Zusammenstellung "Anders bauen - mit ökologischen Materialien".

"Die großen CO2 Einsparptenziale liegen in den ersten 50 Jahren im Baumaterial und in der Bauweise - nicht im Heizsystem.
Eine Studie beziffert die CO2-Ersparnis auf durchschnittlich 80 to für den Neubau eines gewöhnlichen Einfamilienhauses aus Holz gegenüber der Massivbauweise"

Als Beispiel erwähnte er die außergewöhnlichen Holzkeller der Fa. Staudenschreiner aus Schwabmünchen, bei denen als Zusatzeffekt auch noch ca. 1 to Kohlenstoff/m3 Holz gebunden wird. Und die, im Gegensatz zu den Klimaschädlichen Betonkellern, auch  schnell errichtet und sofort beziehbar sind.

Von allen ökologischen Dämmstoffen hat Stroh die beste Energiebilanz. Rüdiger Sinn zeigte das gelungene Beispiel eines Strohballenhauses auf, das auf 36 Schraubfundamenten ruht. Diese können bei einem späteren Rückbau des Hauses sogar wiederverwertet werden.
Von Zuhörer -Seite kam die Frage auf, ob der Dämmstoff Stroh nicht irgendwann zu Problemen mit „Ungeziefer“ führe.  Das sei nicht der Fall, denn auf jeden Fall muss darauf geachtet werden, dass die Hülle dicht ist und das Stroh trocken, geschreddert und entstaubt eingebaut wird.  Da Stroh viel Kieselsäure enthalte, sei es sehr resistent.

Das weitere Beispiel des„ 8Haus-Konzeptes“  der Zimmerei Frick in Eichstegen besteht aus 98 % Naturbaustoffen. Der Holz-Rohstoff-Verbrauch wird z.B. durch die Verarbeitung von sägerauem Holz gedrosselt. Kunstoff-Reduzierung erfolgt wo immer möglich, unter Einsatz vieler kleiner innovativer Ideen.
Müll wird vermieden wo immer möglich.


"Tiny Häuser - neue Wohnform mit großem Potentialen?" von Katrin Fieberitz


Tiny Häuser sind momentan in aller Munde - aber eignen sie sich wirklich als seriöse Alternative zum platzsparenden Geschoß-Wohnungsbau?

Katrin Fieberitz wies auf die immer noch üblichen Ängste und Bedenken seitens der Nachbarschaft hin, sobald diese Wohnform erwogen wird. Und auch auf Schwierigkeiten durch das äußerst nachteilige Baurecht bei uns: ein fahrbares Mini-Tiny Haus muss das gleiche Verfahren durchlaufen wie ein "normales" Haus.


Häuschen auf eigener Achse haben in Deutschland meistens max. um die 18 m2, modulare Bauten können 40-45 m2 haben. Jedoch sollen die Häuschen auch "im Grünen" stehen, wodurch ein Platzbedarf/Häuschen auf 200 m2 kommt


Dazu eine Folie aus dem Vortrag:

K. Fieberitz betonte, dass letztlich  nicht die Flächenersparnis den großen Reiz am Tiny Haus ausmacht. Der ist wahrscheinlich mit Geschoß-Wohnungsbau besser zu bewältigen.
Tiny Häuser haben jedoch den großen Vorteil, dass Flächen temporär genutzt werden können, ohne dass man sich damit etwas "verbaut". Wenn eine Fläche auf Jahre brach liegt zum Bsp., wenn man noch nicht ganz sicher ist, ob diese Fläche als Luftschneise erhalten werden müsste, als schnelle Übergangslösung bei akuter Wohnungsnot. Tiny Häuser eignen sich hervorragend als günstige Zwischenlösung. Und das Beste daran: Die Häuser können dann an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

Ganz wichtig sind in diesem Zusammenhang auch soziale Aspekte, die für die Nutzer eine große Rolle spielen und berücksichtigt werden sollten. Die Landwirtschaft ist im Wandel begriffen, immer weniger Menschen arbeiten als Vollzeit-Landwirte. Dafür gibt es aber immer mehr Mitmach-Modelle wie solidarische Projekte, bei denen viele Menschen aktiv werden und nahe des Einsatzortes wohnen sollten.

Wilfried Flatz hielt gleich mehrere Vorträge. Auch er stellte die Möglichkeit vom "Hausbau mit Lehm und Stroh" vor, um danach auf das Projekt "NENA V - Neue Nachbarschaften Vorarlberg" einzugehen

Das war dann schon ein Ansatz im Sinne von "Größer Denken", den er uns da näher brachte.
Ein neuer Wohnort für 300-850 Personen, gemeinschaftlich geplant und umgesetzt.
Die Bewohnerschaft wirtschaftet zusammen und sorgt dafür, dass alles was man im Alltag benötigt in 1 Minute Fußdistanz zu erreichen ist.
Ein gemeinsames Lebensmitteldepot ist für jeden zugänglich, Lebensmittel werden hauptsächlich aus der Nachbarschaft bezogen.

Die Wohngenossenschaft bietet nicht mehr und nicht weniger als gemeinsame Infrastruktur, die allen zu einem guten Leben verhilft. Lebenslanges Wohnrecht bei Solidarischem Grundlagendenken.

Diese 3 Säulen sind die Grundlage des Projektes und müssen gemeinsam einfließen.
Nicht zu 100%, das wäre kaum umsetzbar, aber doch zu 80% sollten die daraus resultierenden Forderungen umgesetzt werden.

Die  individuelle Wohnfläche resultiert aus der Anzahl der Familienmitglieder. Und um nur ein konkretes Bsp. zu erwähnen: niemand hat eine Badewanne für sich alleine, jeder muss mit einer Dusche zufrieden sein. Dafür gibt es dann aber einen Gemeinschafts-Wellnessbereich mit Sauna.

Eine Einladung zum neuesten Projekt in Hörbranz  gab`s auch noch  hier
 

Donnerstag, 7. Oktober 2021

Die Novellierung des Klimaschutzgesetzes BW

 Südkurier  hier  und hier

Grünes Licht für Klimaschutzgesetz

Stuttgart (dpa) Wer ein neues Haus bauen will, muss ab 1. Mai 2022 eine Solaranlage auf dem Dach installieren lassen. Das sieht das Klimaschutzgesetz vor, das in Stuttgart im Landtag beschlossen wurde. Neben der Koalition aus Grünen und CDU stimmte auch die SPD dafür, FDP und AfD votierten dagegen. Das Gesetz sieht auch vor, dass Hausbesitzer vom 1. Januar 2023 an bei einer grundlegenden Dachsanierung eine Photovoltaikanlage einbauen lassen müssen. Es ist das erste große Gesetzesprojekt in dieser Wahlperiode.

Seite 2: Kommentar von Ulrike Bäuerlein Seite 9: Welche ehrgeizigen Ziele außerdem im neuen Klimaschutzgesetz verankert sind 


06.10.2021  |  VON ULRIKE BÄUERLEIN, STUTTGART

KLIMASCHUTZ Zeit der Zumutungen

Klimaschutz? Viel zu teuer! Das bringt doch viel zu wenig! Baden-Württemberg ist viel zu klein, um allein etwas ausrichten zu können! Solche Sätze fallen immer dann, wenn es um die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen geht. Dabei wissen die Menschen inzwischen sehr gut, um was es geht. Sie sehen es nicht mehr in TV-Berichten aus entlegenen Regionen, sondern beim Blick in den eigenen Garten. Die Bilder von Menschen, Autos und Häusern, die in Fluten versinken, kommen nicht mehr aus Bangladesch. Sie kommen aus Rheinland-Pfalz.

Seit Jahrzehnten warnen Experten weltweit und mahnen an, was getan werden muss, um die Erderwärmung abzubremsen. Es ist alles bekannt. CO2-Ausstoß und andere Treibhausgasemissionen durch Verkehr, Industrie und Privathaushalte müssen rapide sinken, Dreckschleudern wie Kohlekraftwerke vom Netz. Wer dabei die vermeintlich billige, saubere Atomkraft wieder ins Spiel bringt, muss die ungeklärte Entsorgung des Atommülls und auch die Risiken einpreisen. Viel, viel mehr Strom muss aus regenerativen Energien kommen, jede Fläche, jeder Windstoß, Wasserkraft und Erdwärme müssen genutzt werden. Und weil es bei weitem nicht reicht, was im Land produziert werden kann, und Wind und Sonne eben keine konstanten Größen sind, braucht es zur Netzsicherheit Leitungen und Speicher, um verlässlich Strom zu importieren.

Aber bislang war es immer das gleiche Lied: Sobald es konkret werden sollte mit dem Klimaschutz, ging es nicht mehr darum, was er bewirken soll – sondern nur darum, was er kostet. 

Baden-Württemberg hat sich mit der an diesem Mittwoch vom Landtag beschlossenen Novellierung des Klimaschutzgesetzes dazu entschlossen, diese Debatte nun konsequenter hinter sich zu lassen als in den vergangenen zehn Jahren grün geführter Landesregierung. Auch weil der Bund bremste und im Land viel zu wenig voranging, blieben die Grünen in Baden-Württemberg weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Das neue, von Grünen, CDU und SPD gemeinsam beschlossene Klimaschutzgesetz soll nun endlich Wirkung zeigen, Baden-Württemberg bundesweit zum Vorreiter machen, andere mit sich ziehen. Und seien es nur kleine Tropfen auf den heißen Stein bei der globalen Aufgabe.

Statt „Was kostet das? Und was spricht dagegen?“ soll nun als Erstes gefragt werden: „Wie geht es? Und wie geht es schneller?“ Das ist ein Paradigmenwechsel, auch für die Landesverwaltung. Diese soll schon 2030, das gesamte Land 2040 klimaneutral werden. Das ist – in Verwaltungsprozessen gedacht – praktisch schon morgen und übermorgen. Möglich, dass das zu ambitioniert ist. Aber das ist kein Grund, es deshalb zu unterlassen.

Bürger und Unternehmen, Kommunen und Land müssen Solaranlagen auf ihre Dächer und über ihre Parkplätze bauen, es müssen Windkraftflächen bereitgestellt werden, die Menschen sich mit Windrädern arrangieren. Teile der Wirtschaft immerhin sind längst unterwegs und verstehen Klimaschutz nicht mehr nur als Last, sondern als Chance und neues Geschäftsmodell. Das Land muss hier die Türen weit aufreißen und auch endlich privates Kapital ins Spiel holen. Photovoltaik- und Windkraftanlagen sind heute weit leistungsfähiger als noch vor wenigen Jahren, Investitionen fließen zurück. Klimaschutz wird marktfähiger. Dennoch: Es wird viel Bürokratie geben und reichlich Zumutungen. Vor allem für den Bürger, für den es nur im Einzelfall Härtefallregelungen geben dürfte. Die Politik muss auch bei Gegenwind den Mut haben, dies auszusprechen und für ihre Maßnahmen einzustehen. Ja, es wird teuer.

Aber was heißt schon teuer. Auf sieben Milliarden Euro taxieren die Versicherer und Kommunen allein die Schäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen in den Flutgebieten vom Juli. Und das war nur ein einzelnes Extremwetterereignis. Weitere dürften folgen. Und das sind dann Zumutungen ganz anderer Dimension.

ulrike.baeuerlein@suedkurier.de 

Das "Gelbe Band"

Aus dem Teckboten, Kirchheim

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, in einer digitalen Preisverleihung den Landkreis Esslingen für das Projekt „Gelbes Band“ mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ in der Kategorie Landwirtschaft und Produktion ausgezeichnet.

Die Preisverleihung wurde gebannt von den Mitarbeitern der Obst- und Gartenbauberatung via Instagram und Twitter auf Smartphones verfolgt. Dr. Marion Leuze-Mohr zeigte sich als erste Landesbeamtin auch mächtig stolz: „Das war ein toller Tag für unser Projekt, aber auch eine Wertschätzung für die gesamten Bemühungen der Landkreisverwaltung, sich für die Umweltbelange einzusetzen.“ 

In ihrer Laudatio sagte die Bundesernährungsministerin: „Das Projekt „Gelbes Band“ zeigt uns,
wie Landkreise und Kommunen mit einer ebenso simplen wie genialen Idee Lebensmittel retten
können
.“ Insgesamt seien es tolle, innovative Projekte, die dieses Jahr wieder ausgezeichnet
würden. Sie seien Vorbilder und schafften Bewusstsein. Noch genießbare Lebensmittel nicht
wegzuwerfen, sei für sie eine ökonomische, ökologische, aber auch ethische Verpflichtung, sagte
Klöckner weiter.
Insgesamt wurden 131 Ideen für den „Zu gut für die Tonne! - Bundespreis“ eingereicht. Daraus
hat die Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe, 14
Projekte als Finalisten ausgewählt. Der Preis wurde in den Kategorien Produktion und
Landwirtschaft, Handel, Gastronomie, Gesellschaft und Bildung sowie die Digitalisierung
verliehen.

 

Herr Rupp, Mitglied der Umweltgruppe Baitenhausen-Schiggendorf und der Umweltgruppe Mersburg wandte sich an die GOL mit folgendem Anschreiben: 

Die Streuobstwiesen waren in den letzten Monaten oft ein Thema in den Medien,  im Südkurier in mehreren Artikeln. Die Bedeutung der Streuobstwiesen als Ort hoher biologischer Wertigkeit und als landschaftsprägendes Element muss nicht erklärt werden. Heute beim immer schneller fortschreitenden Artenverlust sind sie ein wichtiger Baustein, wichtige Bausteine im Biotopverbund. Bausteine die wir (noch) haben, in die wir kein großes Geld investieren müssen, wenn wir ihren Bestand erhalten.

Ich möchte mit dem Versuch, das „Gelbe Band“ in unserem Bereich zu etablieren, die Lebensmittelverschwendung reduzieren und den Bürger zeigen, dass ein Apfel und anderes Obst von unseren heimischen Bäumen auch schmeckt, wertvoll ist, da in der Regel meist unbehandelt Bioqualität darstellt.

Immer öfter werden Streuobstwiesen nicht mehr bewirtschaftet, sodass das Obst nicht oder nur teilweise geerntet wird. Da das Ernten auf fremden Wiesen ohne die Zustimmung der Besitzer:innen verboten ist, können die Früchte nicht von anderen Personen genutzt werden. Das gilt meist auch für die gemeindeeigenen Obstbäume.

Dass es anders geht, zeigen Stadt und Landkreis Esslingen:Heimisches Obst und Gemüse ist viel zu schade, um ungenutzt zu verrotten. Der Landkreis Esslingen hat das erkannt und etabliert mit seinem Projekt „Gelbes Band“ eine einfache und effektive Lösung, um dem entgegenzuwirken. Dies sollte in allen Kommunen in Deutschland umgesetzt werden!“

Inzwischen sind auch andere Gemeinden in Baden-Württemberg diesem Beispiel gefolgt. In Niedersachsen, nicht gerade bekannt für Streuobstwiesen, wird es seit vielen Jahren praktiziert.

Mit Hilfe von "Gelben Bändern", können Bewirtschafter Ihre Bäume der Allgemeinheit zum Abernten zur Verfügung stellen. Streuobstwiesen-Bewirtschafter haben die Möglichkeit auf dem Rathaus der  teilnehmenden Städte und Gemeinden die "Gelben Bänder" abzuholen. Die gelben Bänder werden an den Obstbäumen befestigt. Bäume die mit einem "Gelben Band" gekennzeichnet sind dürfen von Jeder und Jedem abgeerntet werden. 

Ich werde versuchen das Gelbe Band auch in unserer Region mit Kommunen und privaten Obstbaumbesitzern, die gewillt sind mitzumachen, zu etablieren. Die Unterstützung von BUND und NABU  und von Seiten des Südkuriers habe ich und werde Letzteren zur Gewinnung privater Baumbesitzer nutzen. Da Umweltamt des Bodenseekreises hat Kontakt zum Umweltamt des Landkreises Esslingen zum Gelben Band aufgenommen.

Die Mitarbeit Ihrer Fraktion mit dem Einbringen des Gelben Bandes im Gemeinderat wäre sehr hilfreich. Die Darstellung des „Gelben Bandes“ in Ihrem Mitteilungsblatt und die Zurverfügungstellung gemeindeeigener Bäume für das Gelbe Band zum geeigneten Zeitpunktwäre würde auch private Baumbesitzer dazu animieren ,Bäume einzustellen.

Mit freundlichem Gruß

Wilfried Rupp



Die GOL-Fraktion traf sich daher mit Hr. Rupp in seinem Obstgarten am Bifangweiher, um sich näher zu informieren.

Nun die erfreuliche Nachricht: Im Gemeinderat wurde auf den Antrag der GOL hin (Unterstützer: Klaus Hoher, Stephanie Straßer und Adolf Eblen) am 5.10.21 der einstimmige Beschluss gefasst, dass die Gemeinde Salem sich dieser vorbildlichen Aktion anschließen wird. Bald können die gelben Bänder auch in Salem abgeholt werden.


Dienstag, 7. September 2021

Die Markdorfer machen es uns vor!

Eine Gruppe namens Klimaplan Markdorf setzt sich nach eigenem Bekunden dafür ein, dass mehr für den Klimaschutz getan wird. So soll zum Beispiel die Stadt Markdorf bis 2035 klimaneutral werden. Das Team möchte sich begleitend einbringen. Laut eigenen Angaben ist Klimaplan Markdorf ein Team engagierter Bürger, unabhängig von politischen Parteien oder Organisationen und weder Unternehmen noch Interessengruppen verpflichtet. 

hier  im Südkurier, Auszüge in blau

Gruppe engagiert sich für Klimaschutz

Mehr als 1300 Menschen haben im September 2019 an der globalen Klimademonstration in Markdorf teilgenommen, ein Lichterzug im November fand mit mehr als 400 Teilnehmern statt, zu einem informativen Klima-Abend kamen 350 Besucher in die Stadthalle. Die Initiatoren der Markdorfer „Parents for future“-Gruppe hatten mit diesen Aktionen vor zwei Jahren Erfolg und rückten das Thema Klimaschutz zu diesem Zeitpunkt noch stärker in den Fokus der lokalen Öffentlichkeit. Dann folgte die Corona-Pandemie und durch die Lockdowns wurde das öffentliche Leben heruntergefahren. Treffen und Veranstaltungen mit vielen Menschen waren nicht mehr möglich, unter dem Motto „Markdorf macht Zukunft“ gab es noch ein digitales Angebot, bei dem Videos von Menschen gezeigt wurden, die einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen vorführten.

„Dass wir 2019 so viele Menschen mobilisieren konnten, das war schon der Hammer“, erinnert sich Mitinitiator Dietmar Mogwitz von „Parents for future“. Danach sei es um die Gruppe ruhiger geworden. Doch Klimawandel und die Klimakrise schreiten weiter fort, wie unlängst die Flutkatastrophen und Überschwemmung in Deutschland gezeigt haben.

„Wenn wir jetzt nichts ändern, ändert sich alles“ – heißt es auf der Homepage der neuen Markdorfer Initiative, die sich den Namen „Klimaplan Markdorf“ gegeben hat. Dahinter steckt nach eigener Aussage ein Team engagierter Bürger, unabhängig von politischen Parteien oder Organisationen – weder Unternehmen noch Interessengruppen verpflichtet. Dabei sind auch Markdorfer, die sich bereits bei „Parents for future“ engagiert haben, wie Mogwitz, Anita und Daniel Hirscher sowie Leon Beck, die in einem Pressegespräch die neue Gruppierung vorstellen. Aus Überzeugung setzen sie sich für ein klimaneutrales Markdorf bis 2035 ein, um ihren Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens zu leisten. „Um die Natur, aber vor allem uns Menschen zu schützen, muss Deutschland bis 2035 klimaneutral werden“, sagt Initiator Leon Beck. Und: „Einfach gesagt bedeutet dies: Wir verzichten dann auf das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas. Das ist möglich, doch dafür muss jetzt auf allen Ebenen gehandelt werden.“ Das Tempo, das die Politik bei der Umsetzung der Ziele an den Tag lege, sei zu langsam. „Da besteht dringend Handlungsbedarf“, so Beck.