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Samstag, 26. August 2023

Klimaschutzprogramm: Wir müssen anders übers Klima reden

 Youtube Videos zur Stellungnahme des Expertenrates für Klimafragen zum Klimaschutzprogramm 2023:

von Jung& Naiv hier

von Phoenix hier


 hier Artikel  in der Zeit
Von Alexandra Endres  22. August 2023

Das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung ist ein Fortschritt, sagt der Expertenrat. Doch die Klimaziele werden nicht erreicht. Dafür bräuchte es eine offenere Debatte.

Klimaschutzprogramm: Bis 2030 müssen die Treibhausgasemissionen in Deutschland laut Klimaschutzgesetz um 65 Prozent unter das Niveau von 1990 sinken.
Allerdings wird die Regierung ihr Ziel mit den derzeitigen Maßnahmen wohl nicht erreichen.

Die Bundesregierung bringt den Klimaschutz zwar voran – aber was sie tut, reicht nicht aus, um die gesetzlich vorgegebenen Ziele zu erreichen. Die klimaschädlichen Emissionen sinken dafür absehbar zu langsam. Zu dem Ergebnis kommt der Expertenrat für Klimafragen in einer aktuellen Stellungnahme. Damit bestätigt das Gremium erneut: Die Ampel-Koalition, die bei ihrem Antritt einen Aufbruch in der Klimapolitik angekündigt hatte, löst ihre damaligen Versprechen höchstens teilweise ein.

Das hat der Rat der Regierung schon mehrfach mit auf den Weg gegeben – allerdings bisher mit begrenztem Erfolg. Doch die aktuelle Prüfung ist besonders. Diesmal liegt ihr Schwerpunkt nicht auf den bisherigen Emissionen, aus deren Höhe dann Trends abgeleitet und Schlüsse gezogen werden. Stattdessen konzentrieren sich die Fachleute auf das große Ganze: Sie analysieren das Klimaschutzprogramm 2023, das im Juni von der Koalition im Juni als "Gesamtplan" vorgestellt wurde, der "die wichtigsten Maßnahmen" der Klimapolitik bündele und "das deutsche Klimaziel für 2030 erstmals in Reichweite" bringe.

Mittwoch, 15. März 2023

"Streit um neue Autobahnprojekte - Bundesverkehrswegeplan überholt?"

 



ZDF hier

Geht es nach Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), wird der Bundesverkehrswegeplan 2030 mit 850 Kilometern zusätzlichen, neuen Autobahnen und insgesamt 900 Straßenprojekten wohl schnellstmöglich umgesetzt. 

 Dagegen will der Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen am liebsten sämtliche Autobahnprojekte noch mal auf den Prüfstand stellen. Doch der Streit findet längst schon nicht mehr nur unter den Koalitionären statt. 

 Auch der Expertenrat der Bundesregierung kritisiert die Verkehrspolitik des Bundes, und Mobilitätsforscher warnen, mehr Asphalt führe zu noch mehr C02. Dabei muss der CO2-Ausstoß laut Klimaschutzgesetz drastisch reduziert werden. Hat sich der Verkehrsminister in eine Sackgasse manövriert?

Montag, 13. März 2023

Krachende Ohrfeige: Deutschland verstößt laut Rechtsgutachten gegen Klimaschutzgesetz

Nicht dass es eine Überraschung wäre.... Die Klimaaktivisten benennen es bei jeder neuen Aktion als Ursache! Und werden dafür auch noch bestraft. Verkehrte Welt.


Handelsblatt  Silke Kersting  12.03.2023  hier

Deutschland verstößt laut Rechtsgutachten gegen Klimaschutzgesetz

Der Verkehrs- und der Gebäudesektor verfehlen seit 2020 ihre Klimaziele.
Ein Gutachten sieht darin einen Rechtsbruch der gesamten Bundesregierung.


Focus hier  12.03.2023,

Aktivistin Neubauer greift Wissing nach „Klima-Blabla”-Vorwurf an: „Niveau nicht erklärbar“


Die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer hat mit einer Liste möglicher Maßnahmen auf den Vorwurf von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) reagiert, es fehlten konkrete Vorschläge.

„Lieber Herr Wissing, man kann Ihr Niveau der Klimadebatte niemandem mehr erklären, aber gut, Sie wollen Vorschläge, daran soll’s nicht scheitern”, schrieb Neubauer am Sonntag auf Twitter. Darunter zählte sie als Vorschläge unter anderem ein Tempolimit, einen Stopp des Autobahnbaus und den Abbau von Pkw-Subventionen auf.



Wissing spricht von „Klima-Blabla”

Effekte dieser Vorschläge seien weniger Unfalltote, weniger Naturzerstörung durch Straßenbau und weniger Marktverzerrung, schrieb Neubauer knapp.

Wissing hatte auf einem Parteitag in Rheinland-Pfalz betont, Deutschland müsse seinen Weg zur Klimaneutralität technologieoffenen und innovationsfreundlich beschreiten.

„Wir können unser Land nur mit konkreten Vorschlägen voranbringen und nicht mit Klima-Blabla”, sagte er. Der Verkehr auf der Schiene und auch auf der Straße werde weiter zunehmen. Die Bedeutung des Autos werde nicht ab-, sondern leicht zunehmen.


Pressemitteilung Germanwatch hier | 13.03.2023

Rechtsgutachten: Bundesregierung bricht Klimaschutzgesetz - Kanzler Scholz ist verpflichtet zu handeln

Vor Veröffentlichung der neuen Emissionsdaten am Mittwoch: Gutachten sieht Rechtsbruch der Regierung als Ganzes, weil sie nicht bis Ende 2022 ein Sofortprogramm beschlossen hat, um vorangegangene Versäumnisse in den Sektoren Verkehr und Gebäude zu korrigieren
Pressemitteilung

Die Bundesregierung als Ganzes hat gegen das Klimaschutzgesetz (KSG) verstoßen. Sie hat es versäumt, rechtzeitig ein Sofortprogramm zu beschließen um die Versäumnisse beim Klimaschutz in den Sektoren Verkehr und Gebäude zu korrigieren. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten der Kanzlei Günther (Hamburg). 

Samstag, 18. Februar 2023

Europa soll zum Fahrrad-Kontinent werden

 hier  t3n  Von Stefica Budimir Bekan  16.02.2023

Fahrradfahren ist mindestens genauso wichtig wie Autos und öffentliche Verkehrsmittel? Ja, wenn es nach dem EU-Parlament geht. Eine neue Fahrradstrategie soll dem bisher vernachlässigten Verkehrsmittel nun die Anerkennung bringen, die es verdient.

„Fahrradfahren kann heute nicht länger als reines Hobby verstanden werden, sondern ist als Teil der Transport-Infrastruktur in Europa anzusehen.“ Dies erklärte die Vorsitzende des Verkehrs- und Tourismusausschusses im Europäischen Parlaments (TRAN), Karima Delli, am 31. Januar in Brüssel nach dem vorbereitenden Votum zum 1. EU-Fahrradplan. Um das zu erreichen, hat das EU-Parlament nun eine wichtige Entscheidung getroffen.

„Ich bin sehr stolz auf den TRAN-Parlamentsausschuss, der mit diesem grundlegenden Beschluss einen Meilenstein für die zukünftige Entwicklung und Integration des Fahrradsektors im EU-Transportsystem geleistet hat”, so Delli.

17-Punkte-Aktionsplan beschlossen

Samstag, 13. November 2021

Europe Calling “Energiewende von unten - Bürgerenergie entfesseln, regionale Wertschöpfung stärken!”

 Aufzeichnung online - Europe Calling “Energiewende von unten”

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Interessierte,

vielen Dank, dass Ihr bei unserem Webinar rundum das Thema Bürgerenergie dabei ward. Mit Euch waren es fast 3.000 Leute, die sich angemeldet hatten. Was ein starkes Zeichen für die dezentrale Energiewende! Das gibt Rückenwind für die Koalitionsverhandlungen und die Regierungszeit.

Wer das Webinar nochmal anschauen möchte, kann das jetzt hier tun

Im Video findet Ihr auch die Aufzeichnung der Präsentationen, die wir in den nächsten Tag auf der Seite auch noch als PDFs hinterlegen werden.

Einen großen Dank ganz besonders auch an unsere Gäste, die mit ihren hervorragenden Beiträgen eine erschreckend lange Liste von Hemmnissen für die dezentrale Energiewende präsentiert haben. Mut gemacht hat dagegen, dass die Liste der Lösungsvorschläge ebenso lang war! Die Stiftung Umweltenergierecht hat sich bereiterklärt, diese langen Listen und Eure Vorschläge im Q&A systematisch auszuwerten. Das Ergebnis schicken wir Euch dann in den nächsten Tagen und Wochen zu.

Vielen Dank und europäische Grüße,

Ihr und Euer Sven Giegold

Mittwoch, 1. September 2021

Bitte weitersagen!

 


Mitmachen hier

Was ist #wählbar2021?

Wer im Sinne der existentiellen Frage Klimaschutz wählbar sein will, der muss konkret werden und zwar schnell.
Am 26.09.2021 haben Sie, die Wählenden, die Wahl!

Expert*innen haben umsetzbare Vorschläge formuliert, die in der nächsten Legislaturperiode zur Erhaltung der Lebensgrundlagen (Art. 20a GG) eine notwendige Transformation in Gesellschaft und Arbeitswelt einleiten. Eine Auswahl von wirksamen Maßnahmen und Gesetzesinitiativen wird dazu auf #wählbar2021 für Kandidat*innen und Wählende zur Diskussion und Abstimmung gestellt.

#wählbar2021 fordert die Kandidat*innen für die Bundestagswahl am 26.9. auf, öffentlich zu bewerten, für welche Vorschläge sie sich im Falle ihrer Wahl verbindlich einsetzen werden, für welche unter Vorbehalt und für welche nicht. Kandidat*innen, die die auf #wählbar2021 formulierte Vorschläge nicht für zielführend halten, werden aufgefordert, Alternativen aufzuzeigen.

Damit Sie dies tun, brauchen wir Ihre Unterstützung!

Teilen Sie die #wählbar2021 mit Freunden und fordern Sie die Kandidat*innen Ihrer Wahl auf, mit Hilfe der Transparenzplattform #wählbar2021 konkret zu werden.


Ausschnitt aus dem TAZ-Artikel dazu hier

George ist kein Demonstrant. Er will informieren. Auf einer Bühne stellt er sein Projekt „#wählbar2021“ vor.

„Wir haben 19 Maßnahmenpakete, vom Tempolimit bis zur Bilanzierung von Treibhausgasen in der Lieferkette und klimaschonender Landnutzung erarbeitet“, erklärt er. Zu denen haben er und seine Mit­strei­te­r:in­nen alle Kan­di­da­t:in­nen für den Bundestag um Stellungnahme gebeten.

„Der Erfolg hat uns selbst überrascht“, sagt George. Schon mehr als die Hälfte der befragten Po­li­ti­ke­r:in­nen hat mitgemacht. Das Ziel: Wer sich fürs Klima interessiert, soll prüfen können, wen aus seinem Wahlkreis er in den Bundestag schickt – und zwar genauer, als der Blick in die Wahlprogramme der Parteien es zulässt.

Sonntag, 29. August 2021

 hier  Jung& Naiv

DIE KLIMAFRAGE: Bundestagswahl 2021 
Mit Luisa Neubauer, Maja Göpel, Kai Niebert & Tilo

In Kooperation mit "Fridays For Future" diskutieren Luisa Neubauer, Maja Göpel, Kai Niebert (Präsident vom Deutschen Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen) und Tilo über die Bundestagswahl und was auf dem Spiel steht.


Luisa Neubauer: "Es ist eine ganz skurile Situation, weil die letzten 2 Jahre haben wir mit Fridays for future probiert, mehr Wirklichkeit in die Politik reinzubringen...und diesen Sommer ist so viel Wirklichkeit an die Oberfläche getreten......dass wir ganz spontan ganz viele Pläne über den Haufen werfen mussten, und ich auch. Eigentlich war die große Mission diesen Sommer zu sagen: "Hey Politik, da ist noch eine ökologische Wirklichkeit und ihr ignoriert sie!" und jetzt ging es vielmehr darum zu übersetzten, dass die ökologischen Möglichkeiten, die da sind und die Katastrophen die eingetreten sind, in irgendeiner Form auch in derselben Wucht politisch einschlagen.
Das ist natürlich eine ganz merkwürdige Lage jetzt, 1 Monat vor der Bundestagswahl, denn die Klimakrise brodelt überall, die ökologischen Krisen überschlagen sich, die Konflikte überschlagen sich, und der Wahlkampf fühlt sich an wie ein Schauspiel oder eine Veranstaltung in einem Paralell-Universum.....weil immer nur so viel Wirklichkeit zugelassen wird wie Antworten zur Verfügung stehen. Und wenn`s keine Antworten gibt, dann macht man halt auch nicht viel Wirklichkeit. Das ist irre!"


Kai Niebert: Wir brauchen klare Vereinbarungen darüber wie die Landwirtschaft auf Klimakurs kommt. Wir müssen runter mit den Tierbeständen in Deutschland - das hat übrigens auch die Zukunft-Kommission Landwirtschaft beschlossen: Anpassung der Tierbestände an die Klimaziele und wir brauchen dafür auch klare Regelungen wie kriegen wir die Nitrat-Belastung runter, wie den Pestizid-Austrag, die Belastung runter,und wie kriegen wir den Konsum tierischer Produkte runter. …Im Moment verursacht die deutsche Landwirtschaft 90 Milliarden € an Umweltschäden jedes Jahr!, erwirtschaftet mal eben 20% davon - und wir (die Kommission) haben einfach mal durchgerechnet: was würde es denn kosten den ganzen Sektor zu ökologisieren. Kosten: zwischen 7 und 15 Milliarden €. (Einwurf Tilo: Das kann sich keiner leisten!)

Genau: wir müssen mal das Geld von links nach rechts legen dann wird das Wirklichkeit…und das was ich von einer Zukünftigen Bundes-Regierung erwarte: Tabula rasa zu  machen ….mit diesen Umwelt-schädlichen Subventionen. Wir haben vorhin über die Kosten der Transformation gesprochen: der DGB hat grad ne Studie in Auftrag gegeben, ich glaube 45 Milliarden brauchen wir jedes Jahr um 2045 klimaneutral zu werden….Wenn ich 57 Milliarden an Umwelt-schädlichen Subventionen nähme und die einfach mal von links nach rechts legen würde, hätte ich sogar noch Geld über am Ende.



Maja Göpel: "Ich glaube es wäre ganz wichtig zu schauen was sind momentan die Treiber die uns zur Überausbeutung der Ökosysteme bringen und dann zu sagen: bei diesen Treibern gehn wir rein.


Das ist doch schon angezählt, das kann man als Kapitulationserklärung lesen oder man kann lesen: OK wir müssen ja nichts mehr neu erfinden sondern einfach das ernst nehmen was da ist......und die Deutsche Umwelthilfe kriegt Morddrohungen weil sie sich anstellt und sagt: "können wir das was da ist mal endlich ernst nehmen?" und die Leute sagen "Nö".

Aber da gibt es ja eigentlich Automatismen: warum ist die Haushaltsplanung völlig entkoppelt davon,, warum ist es egal mit der Gesetzesfolgenabschätzung, ob ich das jetzt irgendwie berücksichtige oder nicht....,wir haben ja vom Bundesrechnungshof und Normenkontrolle - da kommen jetzt ja all die Dinge, also ... Rechenschaftspflicht von dem was in so einem Apparat passiert, die laufen ja jetzt eh schon auf. .... Ich weiß´noch in einer Anhörung im Nachhaltigkeitsrat, da hat Altmaier einfach nur zusammengefaßt: " Also wenn wir die Ziele nicht erreichen, dann ist das ja der Beweis dass sie zu hoch gesteckt waren!" - das ist ja verrückt! In welchem anderen Job kannst du sowas sagen ohne gefeuert zu werden?... Du musst in jedem anderen Bereich sagen: "Allright, ich nehm das ernst, das was ich ankündige!"

"Vom Motor zur Bremse geworden"

 Spektrum  hier von Ralf Stork

»Anhaltend und systematisch« gegen bessere Luft

Der EuGH hat Deutschland wegen Untätigkeit verurteilt. Kein Wunder, sagt unser Kolumnist Ralf Stork: Das Land ist in Umwelt- und Klimaschutzdingen vom Motor zur Bremse geworden.

Es gab einmal eine Zeit, da war Deutschland der internationale Motor in Sachen Umweltpolitik. Ja, wirklich. Nicht der Diesel mit Schummelsoftware, sondern eher der De Lorean aus »Zurück in die Zukunft«, Teil 1, der nicht mehr mit Plutonium gefüttert werden muss, sondern mit Biomüll. Kaum war 1986 ein eigenes Bundesumweltministerium gegründet, da schwamm zwei Jahre später der damalige Umweltminister Klaus Töpfer durch den dreckigen Rhein, um zu zeigen, wie sauber der wieder geworden war. 1991 löste das Stromeinspeisungsgesetz einen Boom bei der Entwicklung von Windkraftanlagen aus. Ebenfalls 1991 wurde in Deutschland der Grüne Punkt erfunden und mit ihm das Gefühl vieler Deutscher, auf ewig Recyclingweltmeister zu sein. Anfang des Jahrtausends vollzog die Solarbranche schließlich einen fast schon kometenhaften Aufstieg. Es war die große Zeit »of the German Energiewende«, wie der Engländer sagt.

Geblieben ist davon die Selbstgewissheit, dass Deutschland in Sachen Umweltschutz und Umweltstandards die Nase ganz vorne hat. Es ist fest im kulturellen Gedächtnis verankert. Der Wahrheit entspricht das allerdings nicht: Der Höhenflug der Solarbranche ist seit knapp zehn Jahren vorbei. Die Konkurrenz aus China, aber auch die empfindliche Kürzung der Förderprogramme haben ihr den Garaus gemacht. Den Trend zu Elektromotoren haben die deutschen Autobauer lange Zeit verschlafen oder ignoriert. Und wenn es darum geht, ambitionierte Umweltstandards für die EU zu setzen, schaltet Deutschland eher in den Leerlauf: Das jetzt vorgestellte EU-Klimapaket »Fit for 55« geht allein auf die EU-Kommission zurück. In der deutschen Regierung wird es eher vorsichtig bewertet. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat jedenfalls schon mal Kritik geäußert, weil Flugbenzin endlich EU-weit besteuert werden soll.

Auch wenn die Klimastrategie innerhalb der Kommission selbst Kritiker hat und der langwierige, zähe Verhandlungsprozess, der zur Umsetzung führt, nicht einmal begonnen hat – ein ähnlich umfassendes und einschneidendes Klimaschutzkonzept muss man weltweit suchen.

Der Welt steht ein Umbruch bevor – ob die Menschheit will oder nicht: Die Landwirtschaft muss nachhaltig und fit für den Klimawandel werden, gleichzeitig gilt es, eine wachsende Weltbevölkerung mit wachsenden Ansprüchen zu versorgen. Was bedeutet das für unsere eigenen Ansprüche? Und was für Umwelt und die Lebewesen darin?
In »Storks Spezialfutter« geht der Umweltjournalist Ralf Stork diesen Fragen einmal im Monat auf den Grund.

In Deutschland wird man es nicht finden. Hier zu Lande geht die Umwelt- und Klimaschutzpolitik nicht nur nicht voran, die Bundesrepublik tritt auch ganz bewusst und aktiv auf die Bremse. Dass das so ist, gibt es seit Kurzem auch schriftlich: Im Juni hat der Europäische Gerichtshof die Bundesrepublik verurteilt, weil sie »anhaltend und systematisch« die Grenzwerte für Stickstoffdioxid überschritten hat......

In der Tat hat sich die Stickstoffdioxidbelastung in Deutschland in den vergangenen Jahren erheblich verringert. Das hat aber kaum etwas mit den Bemühungen von Staats wegen zu tun. Der Rückgang liegt maßgeblich auch an der Deutschen Umwelthilfe (DUH)die immer wieder auf Einhaltung der Grenzwerte gepocht hat.....

Wenn das Klimapaket der EU-Kommission in den kommenden Monaten nicht bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wird, könnte es mit verbindlichen Klimaschutzregeln in Zukunft ähnlich laufen. Die EU geht voran. Die Bundesrepublik verpflichtet sich wie die anderen Mitgliedsländer zur Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen. Hält sie sich nicht daran, kann sie wenigstens durch Klagen dazu gezwungen werden.

Die Einschränkungen, die das mit sich bringt, werden über ein paar lokale Dieselfahrverbote weit hinausgehen müssen. Der von Deutschland gewählte Ansatz, dass sich das Problem mit der Zeit schon irgendwie von selbst lösen wird, hat schon bei der Luftreinheit nicht geklappt. Beim Klimawandel würde er noch dramatischer scheitern.

"Das grüne Jahrzehnt" - Pflichtlektüre! Diesen Artikel muss man einfach gelesen haben!

 KLIMANEUTRALITÄT  IN CAPITAL HIER von 

Diesen Artikel möchte ich wirklich jedem ans Herz legen! Das muss man einfach gelesen und verinnerlicht haben! Und ich denke: die Zeitschrift "Capital" steht sicher nicht im Verdacht, ein Grünen- Parteiblatt zu sein. Es lohnt sich auch den Original-Text aufzurufen, er ist mit einigen sehr Aussage-starken Grafiken hinterlegt!
Schauen Sie rein, das ist ein realistischer Blick auf das, was uns erwartet in den nächsten Jahren - ein Blick, dem sich heute noch viel zu viele Politiker verweigern, leider.
Denn nur wenn man den Mut hat, diesen Tatsachen ins Auge zu sehen, kann man adäquate Lösungen suchen und finden. Daher: raus aus der Verzagtheit! Es gibt tatsächlich viel zu tun. Wir können uns keinen Stillstand leisten, wir müssen neue Wege finden.

Freitag, 27. August 2021

„In der Art, wie die Krise beschrieben wird, liegt die Lösung“

Deutschlandfunk  hier, man kann sich auch den Podcast anhören

Beim Thema Klima berichteten Medien bislang antivisionär, klickzahlgetrieben und zu neuigkeitsfixiert, kritisiert der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen. Journalisten müssten „langfristiger denken“, globale Lösungsmöglichkeiten präsentieren und Nachhaltigkeit als Nachrichtenfaktor begreifen, sagte er im Dlf.

Bernhard Pörksen im Gespräch mit Brigitte Baetz

Am Beispiel der Klimaberichterstattung zeigen sich aus Sicht von Bernhard Pörksen die generellen Probleme des politischen Journalismus: „das Ausgebranntsein, das Antivisionäre, das Klickzahlgetriebene, das Stichflammenartige“.

Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen und zurzeit Fellow des Thomas Mann House in Los Angeles und dort Zeuge der verheerenden Brände vor Ort. Die Art der Berichterstattung über den Klimawandel steht seiner Meinung nach im Widerspruch zu dessen Krisen- und Katastrophen-Typus. „Der verlangt nämlich das langfristige Denken, das Denken in der langen Linie, die grundsätzliche Auseinandersetzung, die programmatische Polarisierung entlang von Sachfragen und nicht entlang von Fragen der persönlichen Integrität des Charakters, wie wir es im Moment aktuell im Wahlkampf in Deutschland erleben.“

Die derzeitige Berichterstattung bezeichnet Pörksen als „Charaktertest-Journalismus“. Dieser führe „vom Programm zur Person, von der Ideologie zu Integrität und von der grundsätzlichen Weltanschauungsfrage und der Debatte über unterschiedliche Konzepte hin zur privaten Moral“. Stattdessen brauche es einen "planetarischen Journalismus“, der aus der Adlerperspektive Entwicklungen sortiere – „weg von einer rein zeitlich bestimmten Aktualität, weg vom Neuigkeits-Fetisch, hin zu einer Betrachtung der existenziellen Relevanz von einzelnen Themen“.

Der Journalismus müsse globale Lösungsmöglichkeiten präsentieren und effektive Formen des Krisenmanagements gegenüber einer kurzatmig gewordenen Politik einklagen, denn „in der Art, wie die Krise beschrieben wird, liegt die mögliche Lösung – oder auch nicht“. Hier sei Journalismus in seiner Bedeutung überhaupt nicht zu überschätzen.

Pörksen plädiert zudem dafür, „Nachhaltigkeit als Nachrichtenfaktor“ zu begreifen – Journalisten dürften sich dabei aber nicht mit Aktivisten gemein machen: „Hier gilt es sehr präzise und genau zu argumentieren, denn niemand, der sich um die Qualität von Journalismus bemüht und darüber Gedanken macht, kann keinen Journalismus wollen, der aktivistisch oder in falschem Sinne alarmistisch ist. Das würde genau das Problem verstärken.“

Montag, 23. August 2021

Klima-Aktivisten klettern aufs Brandenburger Tor

 hier  ist das sehr bewegende Video von Extinction Rebellion zum August Rise up 2021


"Extinction Rebellion"  in t-online  hier

Mehrere Klimaschutz-Aktivisten sind am Freitagmorgen auf das Brandenburger Tor geklettert. Einige Menschen haben sich zudem an Lastwagen gekettet. Seit mehreren Tagen gibt es in der Hauptstadt Proteste und Blockaden.
Im Rahmen einer Aktionswoche haben Klimaschutz-Aktivisten den Platz am Brandenburger Tor blockiert. Am frühen Morgen kletterten zudem mehrere Personen auf das Brandenburger Tor. Laut einer t-online-Reporterin befanden sich sechs Menschen auf dem mehr als 20 Meter hohen Wahrzeichen Berlins.
Insgesamt sollen rund 200 Menschen im Umfeld protestieren, mehrere Aktivisten hätten sich außerdem an Lastwagen gekettet, so eine Sprecherin der Polizei am Morgen. Man werde den Demonstrierenden zudem einen Versammlungsort am Platz des 18. März zuweisen. Die Polizei sei vor Ort, diese werde "die Aktivisten auf dem Brandenburger Tor herunterbitten".
Doch das gestaltete sich offenbar schwierig: Erst nach mehr als vier Stunden brachten Polizisten der Höhenrettung die ersten Aktivisten vom Brandenburger Tor herunter.

Brandenburger Tor: Aktivisten werden in Gewahrsam genommen

Laut der t-online-Reporterin wurden zudem festgekettete Aktivisten nach und nach von der Polizei befreit. Mindestens drei Personen wurde von Beamten abgeführt.
Während der Protestwoche haben mehrere Klimaschutz-Gruppierungen, darunter "Extinction Rebellion" und "Ende Gelände", seit Montag zu Aktionen und Blockaden in Berlin aufgerufen. Bereits am Montag blockierten mehrere hundert Aktivisten den Platz am Brandenburger Torbei einer Aktion im Monbijoupark kam es zudem zu zwei Festnahmen, bei denen nach Angaben der Polizei mehrere Beamte verletzt wurden.

Liebe for Future-Engagierte und alle, die es werden wollen!  


Wir kommen der Bundestagswahl immer näher. Die Plakate hängen und es kann jetzt schon per Brief gewählt werden. Ab sofort gilt es, so viele Menschen wie möglich für die Klimawahlen und die Teilnahme am nächsten Globalen Klimastreik zu mobilisieren! 💚💪🏽🌎

Der persönliche Kontakt zu Freunden, Bekannten und Verwandten ist eine gute Möglichkeit, Menschen zu erreichen. Zahlreiche Initiativen und Kampagnen geben Hinweise und Anleitungen dazu, wie Klima-Gespräche gelingen. An dieser Stelle eine kleine Übersicht, mit Bitte um Streuung in euren Netzwerken: 

‼️Für Erwachsene‼️

👉🏼 Der Gesprächsleitfaden des Klima-Pledge hilft dabei, erwachsenen Wähler*innen die Bedeutung der Bundestagswahl fürs Klima bewusst zu machen. Er bietet Gesprächs-Tipps und mögliche Antworten auf typische Ausreden. hier 

👉🏼 12 Tipps für Klimagespräche zur Bundestagswahl gibt es von der Klimapsychologin Janna Hoppmann hier

👉🏼 und natürlich der Klassiker, die Spickzettel für Aktive von den Psychologists for Future  hier

 

❓Ihr erreicht junge Menschen ⁉️

Folgende Projekte helfen Jugendlichen dabei, erwachsene Verwandte und Bekannte zu motivieren, für echten Klimaschutz zu wählen: 

👉🏼 Die Kampagne Enkelkinderbriefe setzt auf eines der ältesten und erfolgreichsten Kommunikationsmittel der Menschheit: Den Brief. Schreib deinen Großeltern einen Brief und bitte sie um ihre Stimme für deine Zukunft! Wir helfen mit unserem Briefgenerator - mit ein paar Klicks ist dein Brief fertig und kann verschickt werden! Außerdem erwarten dich Tipps und Argumente, wie du noch besser überzeugen kannst. Und für Oma und Opa ist auch was mit dabei. hier

👉🏼 wir-stimmen-zusammen unterstützt junge Menschen mit Argumenten, Aktionen, Tipps und Fakten darin, die eigenen Großeltern davon zu überzeugen, bei der Bundestagswahl für Klimaschutz zu stimmen. hier

👉🏼 Auch die Dialogkarten des Spiels Vote4me bieten niedrigschwelle Gesprächsanregungen für junge Menschen um mit den eigenen Großeltern ins Gespräch zu kommen. hier


Bitte leitet diese Nachricht an alle weiter, die es interessieren könnte 🙌🏽🌈

❣️ Und probiert es aus ❣️

Führt Klimagespräche und helft dabei, noch mehr Menschen für Klimaschutz zu mobilisieren! 🍀

"Ravensburger Klimaaktivist klettert aufs Brandenburger Tor"

 Schwäbische Zeitung von Lena Müssigmann

Sechs Klimaaktivisten sind in Berlin auf das Brandenburger Tor geklettert. Ganz oben stand dabei am Freitag der Ravensburger Baumbesetzer Samuel Bosch, wie auf Bildern zu sehen ist und von ihm selbst auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“ bestätigt wurde.


..Der inzwischen 18-jährige Bosch, der aktuell im Baumhauscamp im Altdorfer Wald lebt, indes wehrt sich gegen die „Kriminalisierung“ seiner Aktionen. Bosch will Besetzung als friedlichen Ungehorsam verstanden wissen.

Vor einem dreiviertel Jahr hat Bosch begonnen, mit der Besetzung eines Baums in Ravensburg auf die Forderungen seiner Generation nach wirkungsvollen Schritten gegen die Klimaerhitzung aufmerksam zu machen. Seither ist er schon auf weitere Bäume in Ravensburg geklettert, auf das Dach des Regionalverbandes in Ravensburg – und nun mit anderen Aktivisten, von denen auch schon welche zeitweise im Altdorfer Wald waren, auf das Brandenburger Tor.

Die Besetzung fand während der Aktionswoche „August Rise up“ in Berlin statt – Ankündigungsplakate dafür waren in Ravensburg auf Wahlplakate unter anderem von Grünen und CDU geklebt worden, woraufhin die Polizei Ermittlungen wegen Sachbeschädigung einleitete.
Bosch ist zu der Veranstaltungwoche nach Berlin gefahren, hinter der unter anderem die Organisation Extinction Rebellion steckt – die macht nach eigenen Angaben „mit friedlichem Ungehorsam auf den drohenden Klimakollaps und das massive Artensterben aufmerksam“. Genau so will Bosch seine Beteiligung daran auch verstanden wissen.

Über die rund vierstündige Besetzung des Brandenburger Tors sagte Bosch am Sonntag: „Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion, weil wir viel Wirkung erzielt haben.“ Und: „Wir wehren uns dagegen, dass unsere Aktionen kriminalisiert werden.“ Aus seiner Sicht ist es ein legitimes Anliegen, „die Politik an ihre Ziele zu erinnern“. Dass sie mit ihrer Besetzung Gesetze überschreiten, war Samuel Bosch und den anderen Aktivisten klar. Man habe im Voraus mit anwaltlicher Unterstützung geklärt, was auf die Aktivisten zukommen könnte. Im aktuellen Fall lautet der Vorwurf nach Boschs Angaben Hausfriedensbruch.

...Dass er sich nicht einmal ein halbes Jahr nach seiner ersten Baumbesetzung in Ravensburg bei Aktionen in Berlin beteiligen wird, habe er „nie gedacht“. „Es ist krass, wie die Szene und die Klimabewegung vernetzt ist und sich bei Aktionen unterstützt“, sagte Bosch.

Eine Radikalisierung seines Klimaprotestes kann er aber nicht erkennen. Die Inhalte, für die er sich einsetze, seien von Anbeginn dieselben. „Um mehr Aufmerksamkeit zu erzielen, mache ich jetzt halt so was“, so Bosch. Durch die Aktionen wolle er das Thema Klimaschutz auf der Agenda nach oben rücken. „Denn das setzt die Politik unter Druck“, so seine Meinung.