Welchen Stellenwert hat die regionale Landwirtschaft?
Diese Frage drängt sich uns Landwirten einmal mehr beim Lesen des Artikels:
„Das Gewerbegebiet Neufrach wächst um weitere vier Hektar“ auf.
Hierzu ein paar Fakten, die nachdenklich machen:
Der Grundstein für das Gewerbegebiet Neufrach
wurde 1987 gelegt. Bis 2013 wuchs das Gewerbegebiet Neufrach auf eine
Größe von 28ha an. In den Jahren von 2013 bis heute verzeichnete das
Gewerbegebiet einen Zuwachs von 6ha, im Durchschnitt also 1 ha pro Jahr.
Die durchschnittliche Betriebsgröße eines
landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebes in Baden-Württemberg liegt
bei 33,5ha.
Wird berücksichtigt, dass nur noch wenige
Haupterwerbsbetriebe überhaupt existieren und dass der Flächenverlust
durch die Erweiterung des Gewerbegebietes nicht der einzige in den
letzten Jahren war, kann man sich vorstellen, wie bedrohlich der Mangel
an landwirtschaftlicher Fläche mittlerweile für uns Landwirte geworden
ist. Liebe Bürgerinnen und Bürger, der Anspruch der Gesellschaft an die
Landwirtschaft, immer ökologischer zu wirtschaften, lässt sich nicht mit
immer weniger Fläche verwirklichen. Im Gegenteil, Weidehaltung,
extensive Bewirtschaftung und ökologische Maßnahmen wie z.B.
Ackerblühstreifen und Gewässerrandstreifen benötigen mehr Fläche.
Zum Schutz dieser Fläche wurde im Regionalplan ein
Grünzug, der nicht bebaut werden darf, verankert. Die Erweiterung V des
Gewerbegebietes wird innerhalb dieses Grünzugs liegen. Aus diesem Grund
soll er, in der Fortschreibung des Regionalplans, an dieser Stelle
aufgehoben werden.
Das Gebiet zwischen Neufrach, Buggensegel und
Mimmenhausen ist ein positives Beispiel dafür, wie Landwirtschaft
Kulturlandschaft und somit auch Naherholungsgebiete formen kann. In
diesem Sinne hoffen wir auch auf die Unterstützung aus der Bevölkerung
für unsere Forderung, den Flächenverbrauch einzudämmen und endlich ein
flächensparendes Entwicklungskonzept für die Bebauung des
Gewerbegebietes zu entwickeln.
Hubert Einholz
Vorsitzender BLHV Ortsverband Salem/Uhldingen-Mühlhofen
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