Freitag, 24. Juli 2026

 



"Lebensgrundlagen brodelt's weg"

 

Kontext  hier  Ausgabe 798  Politik
Von Johanna Henkel-Waidhofer|  15.07.2026

Klimaschutz in Baden-Württemberg

Wieder tagelang deutlich über 30 Grad in vielen Regionen Baden-Württembergs, wieder ist die Hitze Megathema. Und die hiesige Politik steckt halbherzig fest im Kampf gegen die Erderwärmung. Dabei wollte die alte grün-schwarze Landesregierung internationale Maßstäbe setzen.

Hitze und Dürre: 2,1 Milliarden Euro. Weg. In vier Wochen.

 Sasja Beslik /LinkedIn übersetzt

Wie eine europäische Hitzewelle gerade die diesjährige Getreideernte beeinträchtigt hat 

-Weizen, Gerste, Mais – in ganz Frankreich, Ungarn, Spanien und Deutschland.
Ungefähr 5 % des gesamten Wertes der Ernte, ausgelöscht, solange sie noch im Boden war.

Update: Dobrindts - bisher zurückgehaltene - weitergehende Pläne zum Informationsfreiheitsgesetz

 

Update 24.7.26

Hitzeschutzkonzept der Bundesregierung: stabil

  

Sven Wiechert / LinkedIn

Unvermögen oder Ignoranz?

Nächste Woche knackt Deutschland wieder die 30-Grad-Marke.

Extremwetter ist längst kein „Sommerwetter“ mehr, sondern eine reale Bedrohung für unsere Wirtschaft, die Infrastruktur und die Gesundheit von Millionen Menschen. Das RKI schätzte allein bis Ende Juni über 5.000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. 5.000 Todesfälle!

Wer die Klimakrise weiterhin als bloße „Wetterentwicklung“ abtut oder beobachtet, ignoriert die ökonomischen und gesellschaftlichen Realitäten. 

Australien erzeugt pro Person mehr Solarstrom als jedes andere Land, und Haushalte generieren einen Großteil des Verdienstes

 

 Gavin Mooney

 Das liegt daran, dass etwa 70 % der australischen Solarenergie aus Solaranlagen auf Dächern stammen. 

Es gibt mehrere Gründe für Australiens solaren Erfolg. Obwohl viel Sonnenschein ein großer Teil davon ist, erzeugen viele sonnige Länder pro Person deutlich weniger Solarenergie. 

Mittwoch, 22. Juli 2026

Die Blockade der Straße von Hormus war ein Weckruf an uns alle

Ein rechter Scherzkeks scheint der Herr Außenminister zu sein. 
Warum sendet er seinen Weckruf nicht mit Nachdruck an seine Parteikollegen  Fr. Reiche und Hr. Merz? Das sind doch genau diejenigen, die den Umstieg in der Hand haben und mit aller Kraft verzögern, nicht wir Bürger! Sollen die von dem Minister- Weckruf in der Zeitung lesen?
Und bitte auch einen Weckruf an Hr. Weber von der CSU 
nicht vergessen, Chef der EVP im Europaparlament, damit der nicht weiter den Klimaschutz torpediert. 

Wolf Bosse  hier

Außenminister Johann Wadephul (CDU) drängt angesichts des Irankriegs auf einen schnelleren Umstieg auf erneuerbare Energien. 

»Die Blockade der Straße von Hormus war ein Weckruf an uns alle«, sagte Wadephul in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). 

»Es muss uns darin bestärken, uns noch konsequenter von fossilen Energieträgern zu lösen und unabhängiger zu machen.«

Die neuen Mächte der Energiewende: Die Weltwirtschaft wartet nicht auf Länder, die zögern

 Wolfgang Jaske

Deutschland zögert, Vietnam und Thailand ziehen vorbei.

Mit dieser Schlagzeile sind nicht die Urlaubspräferenzen der Deutschen gemeint, sondern - Deutschland droht im Fortschritt abgehängt zu werden.

Der regierungsinterne Streit über die EU-Methanverordnung spitzt sich zu

 


Spiegel hier 21.07.2026
Von Markus Becker und Benedikt Müller-Arnold, 

Reiche stellt sich gegen Vereinbarung, Schneider kritisiert Merz für Untätigkeit

 CDU-Wirtschaftsministerin Reiche ignoriert eine Ansage von SPD-Umweltminister Schneider. Der Zoff erreicht jetzt auch den Kanzler.

Auf weniger als 2 Prozent der Fläche Deutschlands könnten ungefähr ein Siebtel der gesamten Treibhausgasemissionen beseitigen würde

 Golem hier    22. Juli 2026  Mario Petzold

Verdreifachung der deutschen Solarleistung dank Moor-PV

Über 200 Gigawatt an Photovoltaik haben auf wiedervernässten Mooren Platz. Die Klimaziele ließen sich dadurch bedeutend schneller erreichen.

Sonntag, 19. Juli 2026

Entlasten durch Vereinfachen - Pauschalen statt Zettelwirtschaft

Das ist doch mal ein super Vorschlag zum Bürokratie-Abbau, geht auch ganz ohne zurückfahren der Klima- und Umweltstandards! So stell ich mir das immer vor!

Debbi Schanz

Lieber Dr. Danyal Bayaz, das sind kluge Worte!! Ein sehr gutes Interview. Danke auch dafür, die Ergebnisse der Expertenkommissionen „Bürgernahe Einkommensteuer“ und „Vereinfachte Unternehmenssteuer“ wieder in den Fokus zu rücken. 


Dr. Danyal Bayaz /

Minister für Finanzen des Landes Baden-Württemberg

Wenn schon Reform der Einkommensteuer, dann bitte richtig: weniger Rechnungen sammeln, Arbeitszimmer vermessen oder Kilometer zählen, dafür mehr Pauschalen. Das entlastet Bürger und die Verwaltung. Über die Idee einer Arbeitstagepauschale habe ich mit dem DER SPIEGEL gesprochen.

Was sagt das über die Wirtschaftskompetenz der Regierung aus?

  Dr. Martin Bethke

Wenn man als Bundesregierung eine Rechnung über 38 Milliarden für mangelhaften Klimaschutz übersieht und gleichzeitig den Klimaschutz auch noch mehr abbaut ....

Deutschland hat sich in der EU verpflichtet, in Verkehr, Gebäuden, Landwirtschaft und Abfall pro Jahr eine bestimmte Menge CO₂ nicht zu überschreiten. Nur schafft Deutschland das Ziel aktuell nicht einzuhalten:

Samstag, 18. Juli 2026

Update: Reiche lässt Studie zu Wind und Solar verschwinden - Die Studie zeigt, dass der Ausbau auch unserer Region zugutekommen würde

 Update 18.7.26: jetzt auch im Südkurier angekommen!

SÜDKURIER  hier Von Benjamin Brumm | 17.07.26 -

Studie zeigt: Erneuerbare Energien könnten Millionen Euro in die Kassen der Kommunen spülen

36 Millionen Euro mehr könnten die Kreise in der SÜDKURIER-Region durch Erneuerbare einnehmen. Wirtschaftsministerin Reiche interessieren die Zahlen wenig.

Früher galt Wasser in Deutschland vielen als unbegrenzte Ressource. Dem ist nicht mehr so

 NTV hier  16.07.2026,

Umweltminister prophezeit "ernsthafte Konflikte" um Wasser in Deutschland

Auch Wirtschaft betroffen

Frankreichs Energieerzeugung hat ein zunehmendes Problem mit Hitze und Dürre....

 

Sehr spannend zu diesem Thema finde ich auch diesen Artikel hier, von dessen Inhalt ich vorher noch nie etwas von den Dimensionen gehört hatte. Die Kühlung der Kraftwerke führt gigantische Mengen an Wärme in die Umgebung ab: Luft und Wasser erwärmen sich. Das AKW Grundremmingen „entsorgte“ während seiner Laufzeit ca. 1.500 TWh Abwärme – das entspricht mehr als dem zweifachen jährlichen Heizwärmebedarf aller deutschen Haushalte. Wie sich das wohl im Umfeld bemerkbar machte?

Spiegel  hier 17.07.2026,

Kühlwasser

Französisches Gaskraftwerk muss wegen Hitze im Mittelmeer vom Netz

Wegen extremer Hitze mussten in Frankreich bereits Kernkraftwerke gedrosselt oder abgeschaltet werden.

Erstmals in diesem Sommer muss nun auch ein Gaskraftwerk den Betrieb einstellen.

Donnerstag, 16. Juli 2026

Neues Kapitel im Naturschutz-Krimi: das versprochene Gegengewicht wurde "vergessen"

 Unterzeichnet bitte diese Petition, wenn ihr auch möchtet, dass der Naturschutz in Deutschland nicht unter die Räder kommt: hier

Sabrina Schulz

Was macht das versprochene Gesetz zur Stärkung der Natur, das uns die Bundesregierung noch schuldig ist? 

Was bisher geschah:

Am 26.6.2026 beschloss der Bundestag die nächste Abrissbirne für Naturschutzstandards, euphemistisch „Infrastrukturmodernisierungsgesetz“ (IZG) getauft. 

Das IZG hebelt wichtige Verfahren für den Bau von Autobahnen, Flughäfen, Gaskraftwerken und LKW-Parkplätzen aus, um vorzugaukeln, Infrastruktur könne so schneller saniert werden. Das ist fraglich: Die Verfahren sorgten für Rechtssicherheit, lösten Konflikte und konnten lange Gerichtsverfahren vermeiden. 

„Natürliche Infrastruktur“: Bundesweit verschlechtert sich die Arbeitsfähigkeit der Natur

 Deutschlandfunk hier  15.07.2026

Nabu-Studie: Leistungsfähigkeit der Natur in Deutschland nimmt ab

Das ist das Ergebnis einer Studie des Econics-Instituts zusammen mit dem Naturschutzbund Deutschland. 

Dafür wurden 
  • die Spätsommergrünheit, 
  • der Jahresniederschlag und 
  • die Oberflächentemperaturen an heißen Tagen
innerhalb eines Fünfjahreszeitraums berechnet und auf einer Karte abgebildet. 

Mittwoch, 15. Juli 2026

Mehr als 500.000 haben bereits die Petition von FragdenStaat unterzeichnet

  Was wäre es mir doch peinlich, auf so einem Plakat gezeigt zu werden. Den betroffenen 3 Personen ist offenbar schon gar nichts mehr peinlich.....und das ist das vielleicht Schlimmste an der ganzen Sache.

Dr. Astrid Deilmann / Campact

Was ein Signal: Mehr als eine halbe Million Menschen unterzeichnen in nur einer Woche gegen die Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes.

Das haben sich Jens Spahn und Philipp Amthor sicher anders vorgestellt: In nur einer Woche haben mehr als eine halbe Million Menschen die WeAct-Petition gegen die faktische Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes (#IFG) unterzeichnet.

Das zeigt nicht nur eine erfreulich erfolgreiche Kampagne von FragDenStaat, es macht auch deutlich, dass sehr viele Menschen einen entscheidenden Punkt teilen: Unsere Demokratie lebt nicht allein von Wahlen.

WIE EIN GANZER KONTINENT DEN VERBRENNER ÜBERSPRINGT UND ZUM ELEKTROPIONIER WIRD

 Wolfgang Paul  7. Juli 2026

Es ist und bleibt einfach seltsam. Während wir in Europa noch leidenschaftlich über Technologieoffenheit, Ladezeiten von Luxus-SUV philosophieren, an Reichweitenangst laborieren und die fossilen Subventionen verteidigen, schüttelt ein anderer Kontinent die Fesseln der alten Öl-Elite im Rekordtempo ab. Einfach. Komplikationslos. 

In Afrika bricht gerade eine fundamentale Revolution der Elektromobilität an

Hier geht es nicht um Lifestyle, sondern um harte wirtschaftliche Geopolitik, Unabhängigkeit und die Erfindung neuer Märkte. Ein ganzer Kontinent überspringt das fossile Zeitalter – und die Welt schaut gebannt zu.

Dienstag, 14. Juli 2026

"Freiheit im Heizungskeller" verschweigt, dass die Gasheizung von heute die Kostenfalle von morgen ist.

 Daniel Mautz

Der Bundestag hat heute das Klimaziel im Heizungskeller beerdigt und es "Wahlfreiheit" genannt.

322 Abgeordnete haben dafür gestimmt, dass Öl- und Gasheizungen weiterhin unbefristet neu eingebaut werden dürfen.