Dienstag, 17. Februar 2026

Die Folgekosten des Tabak- und Alkoholkonsums: fünfmal Bürgergeld

 

Werner Koller, LinkedIn

Wenn man wirklich eine signifikante und dauerhafte Reduzierung der Kosten des Sozialstaats anstrebt, dann sind die Prioritäten andere als Politik und Medien suggerieren.

👉 Deutschland weist seit vielen Jahren einen sehr hohen Alkoholkonsum auf. Der Verbrauch an Reinalkohol pro Kopf im Alter ab 15 Jahren beträgt ca. 10,0 Liter jährlich. Das ist der zweithöchste Wert in der EU. Wieder stark ansteigend ist der Tabakkonsum. 

👉 Die gesamtwirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums belaufen sich auf rund 57,04 Mrd. € jährlich. Davon entfallen 16,59 Mrd. € auf direkte Kosten für das Gesundheitssystem (z.B. Behandlungskosten beim Arzt, Krankenhausaufenthalte und Medikamente) und 40,44 Mrd € auf indirekte Kosten (z.B. Produktionsausfall durch Arbeitsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Frühverrentung und vorzeitiger Tod).

👉 Die gesamtwirtschaftlichen Kosten, die auf das Rauchen zurückgehen, belaufen sich jährlich auf 97,24 Mrd. €. Die direkten Kosten des Tabakkonsums betrugen 30,32 Mrd. €. Auf die indirekten Kosten entfielen 66,92 Mrd. €.

Tabak und Alkohol (mit)verursachen etwa 15% aller Todesfälle. Und selbst nach Abzug der gegenzurechnenden Steuereinnahmen liegen die Folgekosten für Staat und Unternehmen bei über 10% aller Sozialausgaben. 

Wenn man davon nur die Hälfte reduziert bekäme - und damit etwa 75 Mrd. € pro Jahr freisetzt - wären die Finanzierungslücken bei Rente und Krankenversicherung gedeckt. Nur müsste man es dazu mit sehr starken Lobbygruppen aufnehmen.

Quelle: https://lnkd.in/dDgGpbtG

Klaus Jaspert • 

Wie der Staat sich vor der mächtigen Tabak Industrie versteckt. 

Wenn man Daten die verfügbar sind, wird der Gesamtmarkt in D für den Tabak Markt auf ca. knapp 40 Mrd. USD – ca. 34 Mrd. Euro geschätzt. Der Konsum im privaten Bereich dürfte bei ca. 25 Mrd. Euro liegen.

Zwar sind keine Daten über Gewinne der Branche in D verfügbar – aber wenn man internationale Vergleichsdaten ansetzt – schöpft die Tabakindustrie daraus einen Netto gewinn von ca. 20-30%. Nimmt man den Mittelwert von 25% sind das stolze 8,5 Mrd. Euro.

Jetzt aber die Gegenrechnung

Man weiß, das Rauchen nicht unbedingt gesundheitsfördernd ist – (und Beispiele wie Schmidt HH sind die Ausnahme)

Die Kassen melden jedes Jahr um die 30 Mrd. Euro Aufwendungen für Krankheiten, die durch das Rauchen ausgelöst werden. 

Wenn man die gesamtwirtschaftlichen Kosten (Arbeitsausfall, Frührente etc.) einrechnet ca. 80-97 Mrd. Euro JÄHRLICH.

Wenn ich dann die Aussagen von MIT Frau Connemann sehe, frage ich ernsthaft - macht sie den Nachfolger von Kauder - der sich immer und ewig bis zu seinem Ausscheiden vor diese Industrie warf.

Die Forderung der WHO den Preis auf 23 Euro/Päckchen anzuheben – macht es Sinn 

👉 erste Stufe  den Preis von heute 6-10 € auf 12 – 16 Euro (Premium) anzuheben. 

👉 Diese Zusatzsteuer sofort den Krankenkassen als Ausgleich zur Verfügung stellen – Tabakwerbung in D komplett verbieten – egal ob E-Zigarette oder was sonst.

Ein paar daten aus dem S+ entnommen, ansonsten eigene Recherche.



Zeit  hier 30. Januar 2026 Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, eca

Tabaksteuer: Koalitionspolitiker schlagen weitere Erhöhung der Tabaksteuer vor

Um die Krankenkassen zu entlasten, regen Politiker von Union und SPD eine Erhöhung der Tabaksteuer an. Im Gespräch sind zwei Euro mehr pro Zigarettenpackung.

Politiker von Union und SPD haben sich für eine Erhöhung der Tabaksteuer ausgesprochen. "Tabakkonsum kostet Deutschland jedes Jahr rund 131.000 Menschenleben und verursacht über 30 Milliarden Euro direkte Gesundheitskosten sowie fast 70 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Folgekosten", sagte der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) der Bild.

Der CSU-Gesundheitspolitiker Hans Theiss schlug gegenüber der Zeitung vor, mit den Mehreinnahmen aus einer Tabaksteuererhöhung eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente von 19 auf 7 Prozent zu finanzieren. Dadurch würden die gesetzlichen Krankenkassen "bis zu sieben Milliarden Euro jährlich mehr zur Verfügung haben". Eine Preiserhöhung von zwei Euro pro Zigarettenpackung reiche dafür aus. Die Krankenkasse DAK hatte zuvor einen ähnlichen Vorschlag gemacht.

Zustimmung auch aus der SPD
Auch der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unterstützt eine Steuererhöhung. "Der Tabak- und Alkoholkonsum hängt von den Preisen ab", sagte er der Bild. Eine Verteuerung könne nicht nur den Konsum senken, sondern auch zusätzliche Mittel für das Gesundheitssystem schaffen.

Höhere Tabaksteuern seien kein "moralischer Zeigefinger", sagte der Bundesdrogenbeauftragte Streeck, sondern eines der wirksamsten Instrumente für Gesundheitsschutz: Sie würden nachweislich den Konsum senken und Krankheiten verhindern. Dies entlaste das "Gesundheitssystem und damit die Beitragszahler".

Reformbedarf der gesetzlichen Krankenkassen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwartet bei den gesetzlichen Krankenkassen für 2027 eine Finanzierungslücke im zweistelligen Milliardenbereich. Eine Expertenkommission soll bis März Vorschläge zur Stabilisierung vorlegen. Bis zum Jahresende sollen weitergehende Reformvorschläge folgen.

Die Abgaben auf Zigaretten waren in den vergangenen Jahren bereits mehrfach in kleinen Schritten erhöht worden. Die Steuersätze sind für die verschiedenen Tabakprodukte und Ersatzstoffe wie Liquids für E-Zigaretten unterschiedlich. Der Zigarettenkonsum in Deutschland ist seit Jahrzehnten rückläufig.


FRankfurter Rundschau hier  
11.01.2026  Von: Clara Dzemla

„Riskanter Konsum“: Merz-Regierung will Alkohol-Preise drastisch erhöhen

Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, sagte der Rheinischen Post, dass internationale Erfahrungen zeigten, dass eine „maßvolle Erhöhung der Alkoholpreise“ den riskanten Konsum senke.

Dabei gehe es ihm vor allem um Jugendliche und Vielkonsumierende. Die derzeitige Alkoholbesteuerung in Deutschland sei nicht mehr zeitgemäß, so der Politiker. Dadurch, dass sie seit Jahren kaum erhöht worden sei, bleibe „ein zentrales Instrument der Prävention ungenutzt“.

In Deutschland gibt es verschiedene Steuern auf alkoholische Getränke
Das sieht auch Simone Borchardt so, gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion. Sie sagte der Rheinischen Post, eine höhere Alkoholsteuer sei „ein gezieltes gesundheitspolitisches Steuerungsinstrument“. Dabei dürfe die Abgabe nicht dafür genutzt werden, Haushaltslöcher zu stopfen. Die Einnahmen sollten stattdessen dazu dienen, „Prävention, Suchtberatung, Therapieangebote und die Versorgung alkoholbedingter Erkrankungen nachhaltig“ zu stärken, wobei der Schwerpunkt „klar auf hochprozentigem Alkohol liegen“ müsse.

In Deutschland gibt es keine einheitliche Besteuerung von alkoholischen Getränken. Es wird unterschieden zwischen einer Bier-, Schaumwein- und Alkoholsteuer. Diese sogenannte Alkoholsteuer gilt allerdings nur für hochprozentigen Alkohol. Außerdem gibt es noch die sogenannte Alkopopsteuer, also Mischgetränke mit einem Alkoholgehalt zwischen 1,2 und 10 Prozent. Für Wein gibt es keine spezielle Steuer. Laut dem Statistischen Bundesamt sind alkoholische Getränke in Deutschland im Vergleich zum Rest Europas besonders günstig, nur in Italien ist der Alkohol billiger. Die Preise im deutschen Einzelhandel lagen im Oktober 14 Prozent unter dem EU-Schnitt.

Hausärzteverband unterstützt Alkoholsteuervorschlag von SPD und Union
Nicola Buhlinger-Göpfarth, die Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, unterstützte den Vorschlag aus Union und SPD. Sie erklärte in der Rheinischen Post, dass eine zweckgebundene Abgabe „sinnvoller und zielführender als eine reine Steuererhöhung“ wäre. „Die Einnahmen sollten in Maßnahmen fließen, die einen gesunden Lebensstil fördern und die Versorgung stärken.“

Nach Recherchen der Rheinischen Post will die Bundesregierung auch bald das sogenannte begleitete Trinken verbieten. Geplant sei ein entsprechender Gesetzentwurf, teilte eine Sprecherin des Familienministeriums der Zeitung mit. Aktuell ist es Jugendlichen erlaubt, im Beisein ihrer Eltern Bier, Wein und Sekt zu trinken. Das Gesetzgebungsverfahren zum Verbot dieser Regelung „soll Anfang 2026 auf den Weg gebracht werden“, erklärte die Sprecherin. (Quelle: Rheinische Post, AFP, epd, eigene Recherche)


Video ZDF hier

Politiker der CDU und SPD: Höhere Steuern auf alkoholische Getränke gefordert


Merkur hier  10.01.2026, Von: Clara Dzemla

Alkohol-Hammer: Koalition will Preise drastisch hochschrauben – „riskanten Konsum senken“

Bier, Sekt und Schnaps für wenige Euro – damit könnte es bald vorbei sein. Denn die Gesundheitspolitiker der Regierungsparteien SPD und CDU/CSU wollen die Steuer auf alkoholische Getränke erhöhen. Die Steuersätze seien seit Jahren kaum gestiegen und hätten dadurch keine Lenkungswirkung mehr. 

Dabei bekommen die Gesundheitspolitiker Unterstützung vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband: „Wenn wir wollen, dass unsere Gesellschaft gesünder alt wird, brauchen wir wirksame Maßnahmen, um den Alkoholkonsum insgesamt zu senken“, sagte dessen Vorsitzende bei der Rheinischen Post.

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