Wäre ja schon ziemlich spannend zu wissen, für welche konkrete Art der Prävention sich die Gesundheitsministerin ausgesprochen hat, für die Zuckersteuer jedenfalls nicht, nicht für Alkohol- und Tabak-Prävention, für Böller-Prävention vermutlich eher auch nicht... Für was also konkret?
Wie konnte ich das vergessen!
Gute Nachricht für Bundesgesundheitsministerin Nina Warken:
Gestern hat sie sich beim Präventionsgipfel des AOK-Bundesverband zwar für mehr Prävention eingesetzt, beim Thema Zuckersteuer jedoch einen Rückzieher gemacht„Was bei den Menschen nicht gut ankommt, ist bevormundet zu werden“ so ihr Argument.
So ist es nicht, denn satte 60 Prozent aller Befragten einer von der mkk – meine krankenkasse beauftragten und von unserer Denkfabrik fischimwasser wissenschaftlich unterstützten frischen Forsa-Umfrage vom Januar sprechen sich für eine #Zuckersteuer aus.
Die Menschen in Deutschland möchten, dass sich Politik und Staat für gesunde Lebensverhältnisse einsetzen - und nicht für die Bedürfnisse wirtschaftlich getriebener Lobbygruppen.
Aber am Ende wird auch die volkswirtschaftliche Rechnung aufgehen: Das McKinsey Health Institute hat in der gerade erschienenen Studie „The Health of Nations: Stronger health, stronger economies“ berechnet, dass Deutschland sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) um etwa 250 Milliarden Euro pro Jahr steigern könnte, wenn wirksame Prävention zu einem gesünderen Lebensstil und damit weniger Krankheitslast und mehr produktiven Lebensjahren führen würde. Lenkungssteuern auf Tabak, Alkohol und Zucker sind dabei wichtige Instrumente.
Die #Adipositas-Prävalenz in Deutschland steigt stetig an, auch bei Kindern und Jugendlichen. Ebenso die Zahlen bei #Diabetes und #Bluthochdruck. 60 Prozent der Menschen in Deutschland sagen in der repräsentativen Umfrage „Ja zur Zuckersteuer“: Eine Mehrheit von der politische Parteien im Superwahljahr nur träumen können und damit ein klares Mandat zu handeln!
hier 27.03.2026
Deutschland schneidet bei der Gesundheitsprävention deutlich schlechter ab als viele andere europäische Länder.
Eine Lancet-Studie führt dies vor allem auf mangelndem politischen Willen, starken Lobbyeinfluss und eine zu geringe Nutzung wissenschaftlicher Evidenz zurück.
Deutschland gibt so viel für Gesundheit aus wie kaum ein anderes EU-Land und landet im neuen Public-Health-Index (PHI) trotzdem auf Platz 17 von 18 untersuchten europäischen Staaten. Großbritannien, Finnland und Irland führen die Rangliste an. Ein Grund für das schlechte Abschneiden ist, dass das deutsche Gesundheitssystem vor allem Krankheiten behandelt, statt vorzubeugen.
Der neu entwickelte Public-Health-Index (PHI)* zeigt, wie gut 18 Länder in Nord- und Zentraleuropa wissenschaftlich empfohlene Präventionsmaßnahmen zu Tabak, Alkohol, Ernährung und Bewegung umsetzen. Die PHI-Autoren haben untersucht, ob Staaten Tabak und Alkohol wirksam besteuern, Werbung einschränken, gesunde Schulverpflegung sicherstellen oder Kinder vor aggressivem Marketing für ungesunde Produkte schützen. In allen vier Bereichen liegt Deutschland hinten. Bei Tabak, Alkohol und Ernährung rangiert es auf dem letzten Platz, bei Bewegung im unteren Mittelfeld.
Die Top 5 werden von Großbritannien, Finnland, Irland, Norwegen und Frankreich angeführt. Die Spitzenreiter setzen besonders viele der empfohlenen WHO-Empfehlungen um, die eine gesunde Lebensweise fördern. Zum Beispiel gibt es klare Regeln und verbindliche Standards für das Schulessen. Zu den Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche schützen, gehören die Ausweitung rauchfreier öffentlicher Räume, höhere Preise für zuckerreiche Lebensmittel und Beschränkungen der zeitlichen und örtlichen Verfügbarkeit.
Die erwähnten Staaten erleichtern Kindern und Jugendlichen, sich gesund zu ernähren. Hersteller-Abgaben für gezuckerte Softdrinks und auch Werbeeinschränkungen für ungesunde Produkte gehören zu den Maßnahmen. Es ist auch hilfreich, wenn es in Schulen oder am Arbeitsplatz entsprechende Infrastruktur und Programme zur Bewegungsförderung angeboten werden.
Strukturelle Defizite
Auffällig ist das schlechte Ergebnis des DACH-Raums. Laut den PHI-Autoren haben Deutschland, Österreich und die Schweiz „besonders wenige der wissenschaftlichen Empfehlungen aufgegriffen“. Die Experten kritisieren vor allem den mangelnden politischen Willen in Deutschland, sich stärker für die Gesundheitsprävention einzusetzen. Die Gründe hierfür: Zum einen möchte sich die Politik mit unpopulären Maßnahmen wie höhere Steuern auf Tabak, Alkohol oder zuckerreiche Getränke nicht unbeliebt machen. Zum anderen ist der Einfluss wirtschaftlicher Interessen sehr hoch.
Hinzu kommen eine zersplitterte Präventionslandschaft, keine durchgreifende Gesamtstrategie und strukturelle Defizite. Der Verweis auf freiwillige Verhaltensänderungen sei nicht hilfreich, denn diese erreichen „vor allem jene, die ohnehin gesundheitsbewusst leben“. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie sind weitgehend wirkungslos.
Peter von Philipsborn, Leiter des Lehrstuhls für Public Health Nutrition an der Universität Bayreuth und einer der Experten, die den PHI entwickelt haben, benennt das Kernproblem bisheriger Ansätze:
„Sie setzen auf Motivation und individuelles Verhalten,
greifen aber zu kurz, wenn die Alltagsbedingungen gesunde Entscheidungen systematisch erschweren.“
Ungesunde Ernährung ist kein individuelles Versagen. Sie hängt von einer Umgebung ab, die Entscheidungen für eine ungesunde Lebensweise begünstigt. Der Wissenschaftler betont, dass nachhaltige Ernährungspolitik dort ansetzen muss, wo diese Umgebung gestaltet wird: also bei Werbung, Preisen, Verfügbarkeit und Präsentation von Lebensmitteln.
Deutschland braucht eine umfassende, gesetzlich abgesicherte Präventionspolitik und zwar entlang der WHO-Leitlinien, mahnen die PHI-Autoren an. Mit gesundheitsorientierter Besteuerung, konsequentem Kinder- und Jugendschutz, strengeren Werbebeschränkungen und besseren Rahmenbedingungen für gesunde Ernährung und Bewegung im Alltag. Investitionen in Prävention sind der Schlüssel dafür, die Krankheitslast und damit die Kosten für das Gesundheitssystem zu senken. Außerdem entlasten sie die Kranken- und Pflegeversicherung und stärken die Produktivität.
Der Public Health Index zeigt und vergleicht den Umsetzungsstand wissenschaftlich empfohlener Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensweisen in 18 europäischen Ländern. Der Index identifiziert Schwachstellen und Verbesserungspotenziale der deutschen Präventionspolitik und liefert anhand erfolgreicher europäischer Maßnahmen Impulse zur systematischen Weiterentwicklung. Der PHI ist ein Kooperationsprojekt des AOK-Bundesverbandes und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
Johannes Wagner, MdB LinkedIn
Deutschland ist in Sachen Gesundheitsprävention Schlusslicht im europäischen Vergleich
Das zeigt der neue Public Health Index des AOK-Bundesverbandes.
Es wird Zeit, dass wir im Gesundheitsschutz aktiver werden. Diese nachweislich wirksamen Maßnahmen sollten wir jetzt umsetzen:
🚭Tabaksteuer erhöhen
🔞Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen zum Alkoholkonsum ausbauen & durchsetzen
💸Preise für Alkohol erhöhen
⛔Verfügbarkeit alkoholische Getränke einschränken
🍰Zuckerabgabe einführen
🚭Werbeverbote
🧃Besteuerung von Softdrinks
👦Mindeststandards für gesundes Schulessen einführen
🚭Nichtraucherschutz ausbauen
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