Carsten Pfeiffer / Bundesverband Neue Energiewirtschaft/bne / LinkedIn
Ihr wollt wissen, wo die Batteriespeicher sind, die den vielen Solarstrom speichern könnten?
Diese sind in der Blockade der Netzbetreiber hängen geblieben – so wie die LNG- und Öl-Tanker in der Straße von Hormus. Hunderte Gigawatt Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher liegen zum Teil seit Jahren den Verteilnetzbetreibern vor.
Netzanschlussanfragen für Speicher werden lange nicht beantwortet, abgelehnt oder an Bedingungen geknüpft, bei der sich Speicher nicht mehr rentieren (sollen). Das gilt sogar massenhaft für Grünstromspeicher, bei denen die Netzanschlüsse bereits für die Wind- und Solarparks vorhanden sind.
Die Blockade dauert bereits seit 2024 an. Katharina Johannsen berichtete bereits im Oktober 2024 in Montel von hohen Netzanschlussanfragen. https://lnkd.in/dncqrsXS
Die VNB-Blockade bringt Risiken und Nebenwirkungen mit sich. Besonders spürbar sind die Folgen aktuell bei hohen Solarstromeinspeisungsspitzen. Diese Spitzen könnten eigentlich einfach weggespeichert werden.
Ein kleiner Teil der beantragten Speicher
würde dafür bereits ausreichen
Um im Bild zu bleiben: Bereits ein großes Containerschiff voll mit Batteriecontainern durch die Straße der Netzbetreiber zu bringen, dürfte ausreichen, um die Zahl der negativen Strompreise auf Null zu bringen.
Fehlen die Speicher, entsteht ein völlig überflüssiges Problem für die Systemsicherheit, verursacht von den Akteuren, die eigentlich für Sicherheit im Netz zuständig sind.
Hinzu kommen die insb. zu Zeiten mit negativen Strompreisen hohen Ausgleichszahlungen aus dem Bundeshaushalt für EEG-Strom. Die Trägheit der VNB kostet den Staat sehr viel Geld.
Und in Zeiten von Strompreisspitzen könnten die Speicher strompreissenkend wirken – könnten, wenn sie denn da wären. Da zahlen wir überflüssig hohe Strompreise.
Jeder Monat und jedes Jahr, in dem Speicher blockiert werden, führt dazu, dass Speicher entsprechend später installiert werden. Die Kosten und Risiken steigen.
- Deutschland braucht funktionierende Infrastruktur, sowohl auf der Schiene als auch in den Stromnetzen. Bei der Bahn hat die Politik viel zu lange zugeschaut. Dies ist inzwischen auch bei den Netzbetreibern der Fall.
- Wir brauchen professionelle Netzbetreiber, die sich als Dienstleister und nicht als Türsteher betrachten.
- Wir brauchen intelligente Netze sowie Netzanschlüsse für Speicher, Erneuerbaren-Energien, Rechenzentren und Gewerbe.
Dieser Aufgabe müssen die Verteilnetzbetreiber endlich gerecht werden. Politik und Bundesnetzagentur sind aufgefordert, hier aktiv zu werden.
Bürgerwerke eG / LinkedIn
Speicher sind einer der wichtigsten Faktoren für eine lückenlose Versorgung mit Erneuerbaren Energien.
Oft hören wir, dass eine Energieversorgung ausschließlich mit Wind und Photovoltaik nicht möglich wäre.Das ist auch gar nicht notwendig, denn Erneuerbare Energien sind deutlich vielseitiger: Biogas, Wasserkraft, Gezeitenkraftwerke, Geothermie …
Außerdem ist die Energiewende natürlich noch nicht abgeschlossen. Das hat auch niemand behauptet. 😉 Aber in Zukunft wird das möglich sein! Das zeigt nicht zuletzt der rasante Zubau an Stromspeichern in Deutschland. Und nicht nur der Zubau in den letzten Jahren ist stark gestiegen, auch die Nachfrage für zukünftige Speicherprojekte. Um so wichtiger ist es, dass die Politik auch hier weichen Stellt und sich klar für Erneuerbare Energien positioniert.
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