Dienstag, 12. Mai 2026

Bürgergenossenschaft: Energiewende wird hier im Alltag getragen - "Uns allen macht das Spaß"

 Ein Beispiel aus dem Norden - aber nicht nur dort finden wegweisende Projekte statt!
Zum Beispiel die Gemeinde Gottmadingen an der Schweizer Grenze hat ein tolles Konzept zum Laufen gebracht hier, bei dem die Bürger begeistert investiert haben.
Hier wird das Ganze  natürlich von PV-Anlagen getragen und nicht von Windkraft.

Erneuerbare Energien Aktuell

Während in Berlin über neue Regeln für die Energiewende diskutiert wird, läuft im Norden längst ein anderes Modell.

In Ellhöft, einem kleinen Dorf an der dänischen Grenze, hat man früh begonnen, auf Wind- und Solarenergie zu setzen. Über die Jahre entstand so eine Versorgung, die einen großen Teil des Bedarfs selbst abdeckt.

Der lokale Wind- und Solarpark produziert bereits seit den 90er Jahren Strom für mehrere Tausend Haushalte. Heute stehen in der Region rund 45 Windräder, weitere sind geplant. Auffällig ist vor allem, wie das Projekt organisiert ist.

Der Park wird genossenschaftlich betrieben. Viele Menschen vor Ort sind beteiligt, investieren selbst und profitieren direkt.
Energiewende wird hier im Alltag getragen.


Im Alltag zeigt sich, wie sehr das Projekt Teil des Dorfes geworden ist. So sehr, dass es inzwischen sogar ein eigenes „Wind-Erntedankfest“ gibt.

Parallel verändern sich die politischen Rahmenbedingungen. Diskutiert wird unter anderem, Ausgleichszahlungen für Windparks zu streichen, wenn Strom nicht abgenommen wird. In Ellhöft richtet sich der Blick stärker auf das, was vor Ort funktioniert.


NDR  hier  17.03.2026 von Caroline Dünnebier

Neue Regeln für die Energiewende? Ellhöft macht sich unabhängig

Ursprünglich sollten in Deutschland erneuerbare Energien verstärkt ausgebaut werden. Mittlerweile aber steuert die Bundesregierung um.
Ein Dorf in Schleswig Holstein geht auch deshalb eigene Wege: Ellhöft macht sich unabhängig von politischen Entscheidungen.

In Ellhöft, einem kleinen Dorf im Kreis Nordfriesland an der dänischen Grenze, setzt man seit Jahren erfolgreich auf Wind- und Solarenergie. Das Motto: Energie von Sonne und Wind für ein schönes Dorf hoch im Norden. Reinhard Christiansen leitet in dem Ort einen Wind- und Solarpark, der seit 1995 Strom produziert und mit dem mehrere Tausend Haushalte versorgt werden können.

Bürgerwind- und Solarpark: "Uns allen macht das Spaß"

Der Bürgerwind- und Solarpark wird genossenschaftlich betrieben. Insgesamt wurden in den umliegenden Gemeinden eigenständig 45 Windmühlen errichtet, acht kommen noch dazu, wie Christiansen berichtet. Das Besondere dabei ist, dass sich viele Bürger finanziell beteiligen.

Windpark-Betreiber Reinhard Christiansen setzt auf Unabhängigkeit von fossilen Energien - und Entscheidungen der Bundesregierung.

Schnell wird klar, dass der Energiepark-Betreiber aus Leidenschaft handelt: "Weil ich hier wohne, habe ich keinen langen Weg zur Arbeit. Ich kann auch nach den Nachrichten ins Büro - oder am Samstagmorgen um 7 Uhr. Man hat die Freiheit - und Projekte bringen Spaß. Uns allen macht das Spaß."

Die Bürgergenossenschaft ist in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen. Im ganzen Dorf ist die Bereitschaft groß für neue Wind- und Solarprojekte. Teamwork spiele dabei eine große Rolle, berichtet Christiansen: "Wir sind ein duftes Team, ergänzen uns hervorragend. Mit unseren 15 Leuten schaffen wir was weg."

Es wird klar, wie wichtig der Wind- und Solarpark für das Dorf und die umliegenden Gemeinden geworden ist. So wichtig, dass daraus sogar eine kleine Tradition entstanden ist: Einmal im Jahr wird statt des normalen Erntedankfestes das Wind-Erntedankfest gefeiert. "Bauern gibt es ja fast nicht mehr, die wurden damals ganz massiv weniger", erzählt Christiansen.

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