Freitag, 15. Juli 2022

Pressemitteilung des Aktionsbündnis

Energiekosten explodieren – Energiewende jetzt

Ende Juni fand auf Einladung des Aktionsbündnis Grünzug Salem und des BUND Salem eine Veranstaltung zu den künftigen Optionen für kostengünstiges und nachhaltiges Heizen statt. 

Zum Jahresende 2020 lag der an der Börse gehandelte Strompreis bei ca. 4-5ct/kWh, zum Jahresende 2021 hatte er sich bereits auf 20 ct/kWh erhöht und aktuell liegt er zwischen 35 und 39 ct/kWh. 

Ähnlich beim Gaspreis: Ende 2020 ca. 3 ct/kWh, Ende 2021 ca. 5 ct/KWh und aktuell bei 13 ct/kWh. Beim Endverbraucher kommen noch viel höhere Preise an.
Für Gas-Neuverträge werden sogar bis zu 22 ct/kWh verlangt. 

Mit diesen nüchternen Zahlen eröffnete Michael Maucher von der Energieagentur Ravensburg seinen Vortrag. Keine guten Nachrichten für Mieter und Eigenheimbesitzer gleichermaßen. Deshalb wurde auch bei den anschließenden Tipps fleißig mitnotiert. Angefangen von kleinen Solaranlagen für Balkon oder Terrasse, über den Austausch alter energiefressender Hausgeräte, v.a. Kühlschränke und Tiefkühltruhen, den Verzicht auf einen Wäschetrockner, den Einsatz von schaltbaren Steckerleisten und Zeitschaltuhren, um auch Stand-by-Verluste zu minimieren, den Einsatz von LEDs oder Bewegungsmeldern bis hin zur Dämmung der Heizrohre, der richtigen Einstellung der Heizungspumpe, dem Austausch von Duschköpfen gegen Spar-Perlatoren und der Reduktion der Bereitschaftszeiten für Warmwasser. Viele hilfreiche Hinweise, die zusammen doch einiges für den eigenen Geldbeutel wie die Umwelt leisten können.

Als zweiter erklärte Dr. Marius Wöhler von der Schellinger KG in Weingarten, wie sich mit Pellets nachhaltig heizen lässt. Pellets sind effizienteste und emissionsärmste Heizform bei der Nutzung von Biomasse, weil sie aus Abfallprodukten in der Holzproduktion hergestellt werden. Durch regionale Produktion und Vertrieb wird die CO2-Bilanz noch verbessert. Noch dazu sind Pellets verhältnismäßig günstig, weil sie maßgeblich von Rohstoff-, Strom- und Logistikkosten bestimmt werden. Auch sind Pelletheizungen ausgereift, recht robust und langfristig reparierbar im Gegensatz zu bspw. einer Gastherme, die bei einem Defekt so gut wie immer ausgetauscht werden muss. 

Als dritte stellte die TGA aus Salem, vertreten durch ihren Geschäftsführer Bernd Albers und zwei Mitarbeiter, ein modernes Energiemanagement mit Wärmepumpe und Photovoltaik vor. Dabei kann der Strom vom Dach nicht nur für die Wärmepumpe, sondern auch für das e-Auto oder mittels Speicher für den Hausstrom genutzt werden. Selbst wenn man die Wärmepumpe mit Strom der Energieversorger zu 35 ct/kWh einkaufen muss, so kostet bei einer durchschnittlichen Effizienz von 1 zu 4 die Wärmepumpe nurmehr 9 ct/kWh. Im Gegensatz zu vielen Gerüchten sind Wärmepumpen auch für alte Häuser geeignet. Lediglich das Außenmodul braucht einen geeigneten Aufstellort im Garten und wegen der Geräuschemission sollte man frühzeitig mit seinen Nachbarn Kontakt aufnehmen.

In der anschließenden Diskussion konnte noch viele Nachfragen der Zuhörer geklärt werden, bspw. auch wann wohl die Batterie des e-Autos als Stromspeicher für die Nacht genutzt werden kann.

Aus der Veranstaltung hat sich ein Energiestammtisch Salem gebildet, der sich auch mit dem Thema Bürgerenergie befasst. Interessierte wenden sich bitte an Fritz Vogel unter frivogel@web.de.



Am 2.8.2022 ab 18:00 Uhr berät der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung im Rathaus über einen Antrag, zu prüfen, wie sich die Gemeinde-eigenen Dächer möglichst schnell und sinnvoll für Photovoltaikanlagen genutzt werden können. Der Energie-Stammtisch erwägt, ob sich auch Bürgerinnen und Bürger an diesen Investitionen beteiligen sollen, da die im Haushalt der Gemeinde bereit gestellten Mittel begrenzt sind. Gerade für Menschen, die selbst über keine eigenen oder keine geeigneten Dachflächen verfügen könnte das ein reizvolles Investment sein.

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