Mittwoch, 28. September 2022

In Österreich wird über das heikle Flächenthema diskutiert. Bei uns traut sich noch keiner, dieses wichtige Thema wirklich anzugehen.

 DER STANDARD - Klimaklartext <klimaklartext@email.derstandard.at>   hier

ein "Irrtum der Geschichte" sei es, dass Gemeinden über die Flächenwidmung in Österreich entscheiden, sagte Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) vergangene Woche im STANDARD-Interview. Damit sprach er aus, was  viele Bodenexpertinnen und -experten schon seit Jahren kritisieren: Die schwierige Entscheidung, was mit dem knappen Gut Fläche passieren soll, ist bei den Gemeinden nicht gut aufgehoben.

Den Bürgermeistern schmeckt die Idee des Sozialministers, die Gemeinden in dieser Sache zu entmachten, naturgemäß gar nicht. Man würde selbst wissen, "was ins Ortsbild passt", heißt es etwa vom Gemeindebundpräsidenten Alfred Riedl (ÖVP). Rauch habe eine Debatte losgetreten, "die er nicht gewinnen wird."

In der Salzburger Gemeinde Adnet entlädt sich der Streit um den Boden gerade nicht im Grundsätzlichen, sondern sehr konkret: Dort will ein Jalousienhersteller sein Betriebsgelände erweitern. Für den Bürgermeister geht es vor allem um 700 neue Arbeitsplätze und Investitionen in Höhe von 120 Millionen Euro, für eine Bürgerinitiative um sechs Hektar Ackerland, die verlorengehen. Wie der Streit nun zu eskalieren droht, lesen Sie hier.

Vergangenen Freitag wurde wieder demonstriertDer weltweite Klimastreik trieb auch in Österreich, laut Angaben der Veranstalter, 20.000 Menschen auf die Straße. Sie forderten Klimaschutz und eine "Energiewende für alle". Vertreter von Fridays for Future forderten außerdem eine Energiegrundsicherung, über die allen Menschen eine bestimmte Menge an Energie kostenlos zur Verfügung gestellt werden soll.

Während die Klimastreiks nur zweimal im Jahr stattfinden, ist im Podcast-Feed von Edition Zukunft alle zwei Wochen Klimafreitag - da erscheint nämlich immer die aktuelle Folge "Klimafragen". In der aktuellen Episode sprechen wir über eine umstrittene Lösung auf die Klimakrise: Carbon Capture and Storage (CCS). Kürzlich sorgte ja Norwegen mit seiner Ankündigung für Aufsehen, das gesamte in Europa produzierte CO2 unter der Erde sicher "entsorgen" zu wollen. Wie das funktioniert, wie viel es kostet und ob sich damit viele Klimawandelprobleme im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auflösen, erklärt Tobias Pröll von der Boku im Podcast. Wenn Sie uns lieber auf Spotify hören (und abonnieren!) wollen, haben wir ebenfalls einen Link für Sie. Danke!

Gute Lektüre wünscht Ihnen
Philip Pramer

Die Genehmigung für den umstrittenen Regionalplan zieht sich hin

 Schwäbische Zeitung hier  Von Philipp Richter

Die Region Bodensee-Oberschwaben muss sich noch gedulden, bis der neue Regionalplan gültig wird. Noch liegt er bei der Landesregierung in Stuttgart zur Genehmigung. Bis ein Ergebnis vorliegt, wird es aber noch weitere Monate dauern, wie die „Schwäbische Zeitung“ auf Nachfrage beim zuständigen Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg erfahren hat. Das bedeutet, dass vorerst auch das Genehmigungsverfahren für die umstrittene Kiesgrube bei Vogt-Grund nicht beginnen kann.
...Zwar hat die Verbandsversammlung das Werk 2021 verabschiedet, dennoch hat das Ministerium für Landesentwicklung in Stuttgart das letzte Wort. Auf Nachfrage heißt es aus dem Ministerium: „Mit dem Abschluss des Genehmigungsverfahrens kann nach derzeitigem Stand voraussichtlich im ersten Quartal 2023 gerechnet werden. Eine etwaige Erteilung der Genehmigung wird vom Regionalverband im Staatsanzeiger Baden-Württemberg öffentlich bekannt gemacht.“ Schon bei der Einreichung im Herbst 2021 wurde davon ausgegangen, dass der Genehmigungsprozess mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen wird.

Einer der umstrittenen Punkte ist der im Altdorfer Wald vorgesehene Kiesabbau, der in der Region eine Protestwelle auslöste, die weit über den Kiesabbau hinausging. Ein Bündnis verschiedener Verbände kritisierte auch den Flächen- und Ressourcenverbrauch.....

Klimaschutz: Was ist an Verboten eigentlich schlecht?

 Wetter.de  hier  27. September 2022,  Ein Kommentar von Oliver Scheel

Wir müssen den Nutzen von Verboten erkennen

 Autofreie Strasse im Europaeischen Viertel am Sonntag (18.09.2022) in Bruessel. Der autofreie Sonntag in Bruessel ist in die Europaeische Mobilitaetswoche eingebunden, an der sich auch viele deutsche Staedte beteiligen. Sie hat am Freitag begonnen, n

Brüssel ohne Autos: Eine autofreie Stadt ist schlichtweg lebenswerter.

Stellen Sie sich das mal vor: Riesige Grünanlagen, wo früher Parkplätze waren. Kinder rennen gedankenlos über die Straße, die Gefahr, dass sie von einem Auto angefahren werden, existiert nicht. Es gibt weniger Stress, keinen Stau, keinen Lärm und die Luft stinkt auch nicht. Das ist die Vorstellung einer autofreien Innenstadt. Mit einem einfachen Verbot wäre dieser Traum zu realisieren: Ein Innenstadt-Verbot für Autos. Für Wenige wäre das mit Einschränkungen verbunden, für Viele wäre das ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.

Mit Freiwilligkeit passiert nichts

In unserer Gesellschaft haben wir uns im Laufe der Jahrhunderte auf ein Rechtssystem geeinigt, dass unzählige Gebote und Verbote beinhaltet. Die nehmen wir relativ klaglos hin. Niemand würde infrage stellen, dass es verboten ist, jemanden zu bestehlen oder das Leben eines anderen zu gefährden. Das aber genau passiert gerade in der Klimakrise. Wir gefährden das Überleben anderer Generationen und wir stehlen den jungen Menschen die Zukunft. Deshalb sind Verbote absolut nötig.

Denn mit Freiwilligkeit kommen wir schlichtweg nicht weiter. All die Maßnahmen, die die damalige Verbraucherschutzministerin Julia Klöckner mit Freiwilligkeit verknüpft hat – denken wir an das Tierwohllabel oder die Zuckersteuer – sind am Ende völlig gefloppt. Wir brauchen verbindliche Regeln. Und die Klimakrise ist das vorherrschende Problem unserer Zeit, trotz aller Gasknappheit. Aufschieben bringt nichts. Regeln und Verbote schon. Auch wenn sie unser bisheriges Leben einschränken.

Bezweifelt heute noch jemand das FCKW-Verbot?

Wir haben uns ja auch relativ schnell an das Rauchverbot in Gaststätten gewöhnt und festgestellt, dass es jetzt viel besser ist. Niemand behauptet, dass das FCKW-Verbot von 1995 ein Fehler war. Niemand bestreitet den Sinn von LED-Lampen. Und so werden wir auch feststellen, dass es viel besser ist, wenn zum Beispiel Zweitaktmotoren verboten sind. Wir werden uns daran gewöhnen, dass man nicht mehr von Frankfurt nach München fliegt.

Es geht nicht um die Freiheiten des Einzelnen in einer Gesellschaft. Das akzeptieren wir normalerweise. Warum wollen wir es in Klimafragen nicht akzeptieren? Warum sind wir nicht bereit, für so etwas Großes wie den Erhalt unserer Lebensgrundlage Verbote in Kauf zu nehmen?

Verbote müssen ja nicht schlecht sein. Wir können doch nicht einfach so weitermachen, als hätten wir drei Planeten zur Verfügung. Weniger ist mehr. Weniger ist Zukunft.

Samstag, 24. September 2022

Autobahn bei Singen wird mit Solarzellen überdacht

 futurezone hier  23.09.2022

In Deutschland wird noch dieses Jahr mit dem Bau eines Solardachs über einer Autobahn begonnen.

Würde man Autobahnen mit Solarpanelen überdachen, könnte nachhaltig Energie erzeugt werden, ohne dass dafür zusätzliche Flächen umfunktioniert werden müssten. Außerdem könnte man damit gleich Energie für Elektroautos zur Verfügung stellen.

Über solche Projekte wird bereits seit längerem diskutiert. In Österreich wird beispielsweise seit 2020 die Überdachung von Autobahnen mit Solarpanelen untersucht. 

Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen

In Deutschland wird noch in diesem Jahr ein Pilotprojekt in Angriff genommen werden. Es ist geplant, ein 10 Meter breites und 17 Meter langes Dach aus Photovoltaik-Modulen über einer Autobahn zu errichten. Das Solardach soll etwa 5,5 Meter über der Fahrbahn liegen. 

Die erste Anlage dieser Art wird auf der Autobahn A81 in der Nähe von Singen in Baden-Württemberg gebaut. Nach einem Jahr wolle man Bilanz ziehen. Das hat die Autobahn GmbH gegenüber heise.de bestätigt.

MARKDORF: Hohe Energiepreise belasten den Etat

Unser ehemaliger Kämmerer M. Lissner geht in Markdorf voran mit der Benennung  der stark gestiegenen Energiepreise. Was werden wir bei den Haushaltsberatungen in Salem zu hören bekommen?
Bereits bei der letzten Gas-Vergabe waren die Preise immens gestiegen

MARKDORF: Hohe Energiepreise belasten den Etat  hier

Der Haushalt der Stadt Markdorf gerät wegen der gestiegenen Energiepreise stark unter Druck. Kämmerer Michael Lissner setzt für 2023 beim Gas 300 000 Euro Mehrkosten an, weitere 200 000 Euro Mehrkosten beim Strom. Einsparpotenzial? Bei den städtischen Liegenschaften brauche man definitiv ein Gesamtkonzept für die nächsten Jahre. Durch Nutzerverhalten gehe weit mehr als durch technische Lösungen, die seien irgendwann ausgereizt. 

Montag, 19. September 2022

 


Bist du am Freitag mit deinen Freund*innen beim Großstreik dabei? Und habt ihr auch schon ein Plakat gebastelt? 🌈

Denn in 5 Tagen ist es soweit!

Wir freuen uns auf euch! 🌍💚







zum Beispiel in Friedrichshafen um 14 Uhr
oder in Wangen
oder in Konstanz
oder in Lindau

Finde Deine Demo, um am 23. September mit weltweit hunderttausenden die dringend notwendigen Umsetzungen für das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels und die damit verbundenen Taten einzufordern.

hier gibt`s mehr Infos und alle Orte

Freitag, 16. September 2022

Weder nachhaltiger noch klimafreundlicher

 Holz als Heizalternative

Deutschlandfunk  hier 
Podcast zum Anhören


Deutschland bestreitet 16 Prozent seiner Heizleistung mit Holz. Das gilt als relativ klimafreundlich und nachhaltig. Ist es aber nicht, sagt Nachhaltigkeitsforscher Jens Clausen: Nachwachsende Bäume bräuchten Jahrzehnte, ehe sie genug CO2 binden.

Klimaschutz mit sanftem Zwang

 Stuttgarter Zeitung hier  15.09.2022  Von Eberhard Wein

Einigung von Grün-Schwarz

Grüne und CDU haben sich auf ein neues Klimaschutzgesetz geeinigt. Ist es der große Wurf, den sich der Ministerpräsident Winfried Kretschmann erhofft hat?    

Nach wochenlangen und offenbar äußerst schwierigen Verhandlungen haben sich Grüne und CDU im Land auf ein neues Klimaschutzgesetz geeinigt. Es soll Baden-Württemberg bis zum Jahr 2040 den Weg zur Klimaneutralität ebnen. Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist es das erklärtermaßen wichtigste Vorhaben seiner dritten Amtszeit: An den Erfolgen beim Klimaschutz wolle er sich messen lassen, hatte er bei der Vorstellung der grün-schwarzen Koalitionsvereinbarung vor einem Jahr erklärt.

Bei ihrer Klausur in Berlin stimmten die Landesgrünen dem Kompromiss am Donnerstag einstimmig zu, einen Tag zuvor hatte schon die CDU-Fraktion bei ihrer Tagung in Freudenstadt den Weg frei gemacht. Zuvor hatten sich die Vertreter der Fraktionen intensiv in die Abstimmungen zwischen den Ressorts eingeschaltet. Dies ist im Gesetzgebungsverfahren zu diesem frühen Zeitpunkt unüblich. „Es geht hier nur noch um die Frage, was hilft“, sagte der CDU-Umweltpolitiker Raimund Haser.

Mittwoch, 14. September 2022

Energiewende von unten: Steuerliche Entlastung und Bürokratieabbau kommen!

 Sven Giegold aus dem Wirtschaftsministerium berichtet:

Die Bundesregierung hat heute weitreichende steuerliche Entlastungen und Entbürokratisierungen für die dezentrale Nutzung von Photovoltaikanlagen beschlossen.
Damit setzen wir den Kurs des konsequenten Bürokratieabbaus und des Ausbaus der Erneuerbaren fort. 

Das haben wir beschlossen:

  • Wir stellen klar, dass Balkonsolaranlagen keine absurden Abschaltvorrichtungen benötigen. Das gilt für alte wie neue Anlagen.

  • Neue PV-Anlagen bis 25 kWpeak brauchen auch keine Steuerungseinrichtungen bzw. Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung auf 70% mehr.
    Für Altanlagen wird die sogenannte 70% Regelung bis 7 kWp ab 1.1.23 komplett aufgehoben.

  • Einnahmen und Entnahmen im Zusammenhang mit PV-Anlagen bei Einfamilienhäusern & Nebengebäuden bis 30 kWp werden von der Einkommenssteuer freigestellt.

  • Auch in Mehrfamilienhäusern werden Einnahmen und Entnahmen aus Photovoltaikanlagen sogar bis zu 100 kWp von der Einkommenssteuer freigestellt. (15 kWp pro Wohn- oder Gewerbeeinheit)
    Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass PV zwar wirtschaftlich ist, aber große Profite damit dezentral nicht zu machen sind. Aufwändige Steuererklärungen entfallen!

  • Für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen für Wohnungen und öffentliche Gebäude sowie zugehöriger Komponenten und Speicher führen wir einen Nullsteuersatz in der Umsatzsteuer ein.
    Damit nutzen wir die Spielräume der neuen EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie.

  • Lohnsteuerhilfevereine dürfen künftig Arbeitnehmer*innen weiter steuerlich beraten, wenn sie in eine PV-Anlage investiert haben.

  • Für die Jahre 2022, 2023 und 2024 kommt zudem eine Regelung im EEG, die einen zusätzlichen Anreiz zur Stromproduktion aus Biogasanlagen setzt.

  • Außerdem kommt für den 15. Januar 2023 eine zusätzliche „Krisensonderausschreibung“ für Solaranlagen in Höhe von 1.500 MW. Hier besteht noch ein Vorbehalt auf Beihilfegenehmigung der EU-Kommission (wir sind optimistisch!).

Webinar: Europe Calling “Europa im Energiepreis-Schock - Wie kriegen wir die Preise runter?”

 


HEUTE, Mi, 14.9.2022, 17:00 Uhr

Eil-Webinar anlässlich der heutigen
“Rede zur Lage der Europäischen Union” 

Gleich hier anmelden!

Liebe Freund:innen, liebe Interessierte!

Europa steckt in der Energiepreisfalle. Die Preise für Strom und Heizen steigen ins scheinbar Unermessliche. Die Inflation in der gesamten EU steigt auf fast zehn Prozent und bedroht den sozialen Zusammenhalt. Das jahrelange Zögern beim Ausbau der erneuerbaren Energien und die extreme Abhängigkeit von Putins Gas, Öl, Kohle und Uran haben uns in diese Falle manövriert. Die Lage der EU ist bedrohlich.

Wie aber befreien wir uns daraus, ohne die Klimakrise anzuheizen? Wie können wir Bürgerinnen und Bürger in ganz Europa spürbar und gezielt entlasten? Wie schützen wir den Strommarkt langfristig gegen solche Gefahren?

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will einen Notfallfahrplan vorlegen. In ihrer heutigen Rede zur Lage der EU skizziert sie diesen Plan. Wie ist dieser Plan zu bewerten?

Gemeinsam mit MdEP Michael Bloss und vier spannenden Gästen wollen wir die Rede analysieren und eine erste Einschätzung zu den Plänen der Kommission geben.

Gäste:

  • Dr. Franziska Brantner, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz
  • Dr. Miriam Vollmer, Rechtsanwältin, insbes. Umwelt und Energierecht
  • Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer Deutsche Umwelthilfe
  • Dr. Felix Matthes, Forschungskoordinator im Bereich Energie- und Klimaschutz des Öko-Instituts


Wie immer wird Europe Calling aufgezeichnet und ist danach auf Youtube hier zu finden: https://www.youtube.com/c/EuropeCallingWebinars 

Mit europäischen Grüßen,

Maximilian Fries und alle bei Europe Calling


Dienstag, 13. September 2022

Aktionswoche zur Anpassung an die Klimakrise läuft

 Hier von der dpa  12. September 2022

Die Folgen der Klimakrise werden immer mehr zu spüren sein - und Deutschland ist noch nicht genügend vorbereitet, findet die Umweltministerin. Klimaanpassungsmanager sollen helfen - und eine Aktionswoche.

In einer erstmals organisierten Aktionsreihe mit mehr als 200 Veranstaltungen wollen Bund und Länder in dieser Woche das Thema Klimaanpassung ins öffentliche Bewusstsein rücken.
"Wir sind deutschlandweit noch nicht genügend vorbereitet auf die Folgen der Klimakrise", sagte Bundesumweltministerin Steffi Lemke am Montag in einer Videobotschaft zum Auftakt der Aktionswoche.

Die Grünen-Politikerin hatte im März ein Sofortprogramm zur besseren Anpassung an Phänomene wie Dürre, Starkregen und Hitzewellen in Deutschland vorgestellt. Das sieht unter anderem Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro bis 2026 vor - unter anderem für Beratungsangebote in sensiblen Bereichen wie sozialen Einrichtungen.

Teil des Programms ist auch eine Maßnahme, mit der das Ministerium bis Ende des Jahres 100 neue Stellen für sogenannte Klimaanpassungsmanager in Kommunen schaffen will. Diese Fachkräfte sollen Konzepte zur Anpassung erarbeiten und die Umsetzung in den Kommunen vorantreiben. Nach Angaben des Ministeriums bewarben sich bislang 126 Kommunen um diese Förderung, 20 Anträge wurden bisher bewilligt.

Wie viele Anpassungsmanager und -managerinnen derzeit in Deutschland tätig sind, darüber hat das Ministerium keinen genauen Überblick. Die Expertise zur Klimaanpassung sei in den Kommunen auf sehr vielfältige Weise verankert, hieß es auf Nachfrage. Teilweise würden auch sogenannte Klimaschutzmanager - Fachkräfte zur Koordination von Klimaschutzmaßnahmen - die Aufgaben der Klimaanpassung mitübernehmen.

Offen ist laut Ministerium auch die Frage der langfristigen Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen. Bislang sind im Bundeshaushalt dafür Mittel vorgesehen. Perspektivisch erwartet der Bund aber eine finanzielle Beteiligung von Kommunen und Ländern. Dazu sei das Ministerium mit der Umweltministerkonferenz (UMK) in "intensiven Gesprächen", erklärte am Montag der Parlamentarische Umwelt-Staatssekretär Christian Kühn. Entsprechende Vorschläge sollen im Herbst vorliegen.

Sonntag, 11. September 2022

Der Energiestammtisch Salem sucht Unterstützung

 Wer sind wir?

Im Energiestammtisch haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden, die ihre Besorgnis über den mangelnden Fortschritt in der Energiewende teilen.

Unter dem Stichwort „Energiewende“ verstehen wir den vermehrten Einsatz erneuerbarer Energien und Energieeinsparung durch bauliche Maßnahmen aber auch durch persönliches Verhalten.

Was wollen wir?


Wir wollen aktiv die Energiewende unterstützen indem wir:

1.  uns über die wesentlichen Aspekte der Energiewende fachlich informieren. Dies umfasst technische Maßnahmen und auch juristische und administrative Fragestellungen.

2.      ein Expertenteam aufbauen, das sich in den wesentlichen Fragen der Energiewende auskennt.

3.      Informationsveranstaltungen zum Thema Energiewende organisieren

4.  Bürgerinnen und Bürger mit Hilfe unserer Experten zur energetischen Verbesserung ihrer Immobilie, der eingesetzten Haushaltsgeräte und im persönlichen Verhalten direkt beraten

5. in der Gemeindeverwaltung und im Gemeinderat von Salem ein stärkeres Bewusstsein für die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Energiewende schaffen

6. die Aktivitäten der Gemeindeverwaltung in Sachen „Energy Award“  und „Kommunale Wärmeplanung“ aktiv unterstützen.

Unser Anliegen ist es die Energiebilanz von Salem (Verwaltung und Bürger)  im Einklang mit den Klimazielen des Landes zu verbessern  
Laut Klimaschutzgesetz soll B.-W.  bis 2040 klimaneutral sein.

Wann und wo treffen wir uns?

Wir treffen uns regelmäßig einmal im Monat dienstags um 19:00 im Vereinsheim beim Sportplatz in Neufrach. Der nächste Termin wird jeweils am Ende unseres Treffens festgelegt.

Wie können Sie mitwirken?

Jede Bürgerin und jeder Bürger ist bei uns herzlich willkommen. Jeder kann auf seine Weise mitwirken.

Bringen Sie einfach nur Fragestellungen aus ihrem Alltag ein, deren Beantwortung uns in Sachen Aufbau von Expertenwissen weiterbringt.

Wir suchen zu allen Fragen in Sachen Energiewende Personen, die sich einer dieser Fragestellungen annehmen und Antworten aufbereiten. Dies können Fachleute aber auch Laien mit Erfahrung auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energie sein. Motivieren sie Nachbarn und Freunde, sich um die eigene Verbesserung der Energiebilanz zu kümmern. Leisten Sie mit uns Überzeugungsarbeit bei Gemeindeverwaltung und Gemeinderat in Sachen Energiewende

Wenn Sie eigene positive oder negative Erfahrungen mit erneuerbaren Energien haben, lassen Sie es uns wissen, damit wir diese weitergeben können. Interessant wären Wärmepumpenanlagen (mit der Nutzung von Luft, Erdkollektoren, Erdwärmesonden oder Grundwasser), Mini-BHKWs, Brennstoffzellenheizung, Photovoltaik in Kombination mit Wärmepumpe, Heizungsanlagen unterstützt durch Solarthermie, Wärmerückgewinnung, sonstige unkonventionelle Lösungen zur nachhaltigen Strom- und Wärmeerzeugung. Schön wäre es, wenn Sie mit einer Besichtigung Ihrer Anlagen/Ihres Objekts einverstanden wären.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen zum Thema Wärmedämmung (Material, Kosten, Aufwand, Eigenleistung, Einspareffekt, Wohnklima)

Nennen Sie uns Ihre persönlichen Tipps zum Energiesparen 

Das nächste Treffen unserer Gruppe findet 
am 20. September um 19 Uhr statt.

Kontakte: Friedrich Vogel 07553 1405 , frivogel@web.de; Jürgen Jung salem_djaidjai@t-online.de

Samstag, 10. September 2022

Pflanzen und Paneele auf dem Dach

  08.09.2022  |  VON STEFAN WEIßENBORN, DPA  hier

Eine Solaranlage aufs Dach oder doch lieber Pflanzen? Mit einem Solargründach stehen Immobilienbesitzer nicht mehr vor dieser Entscheidung – es kombiniert beides und bietet dabei sogar Vorzüge gegenüber einer reinen Photovoltaik-Lösung. Denn die kühlende Wirkung der Begrünung hilft auch an heißen Tagen die Effizienz der Solarpaneele zu erhalten, informiert die Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Allerdings eignen sich für ein Solargründach in der Regel nur Flachdächer – etwa von Bungalows oder Garagen. Andererseits müssen die Photovoltaik-Module auf dem begrünten Flachdach nicht mit der Dachkonstruktion verschraubt werden. Es genügt demnach, ihre Basisplatten mit Pflanzsubstrat zu beschweren.

Wer plant, sollte laut Verbraucherzentrale NRW mit folgenden Gewichten rechnen: 80 bis 180 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter für die Pflanzen im nassen Zustand zuzüglich 25 Kilo für die Solartechnologie. Bei Zweifel über die Tragfähigkeit des Daches sollte ein Statiker zu Rate gezogen werden.

Für ein Solargründach eignen sich zahlreiche niedrig wachsende, trockenheitsverträgliche Pflanzen, die an heißen Tagen auch dafür sorgen können, das Innere des Gebäudes abzukühlen – ein Hitzeschutz. Zudem finden im Dachgrün zahlreiche Insekten Nahrung – laut Verbrauchzentrale NRW ein Beitrag zur Artenvielfalt.

Sie rät dazu, für ein Solargründach jeweils einen Fachbetrieb für Solartechnik und für Dachbegrünung koordiniert zu beauftragen.

Fördermittel gebe es sowohl für die Nutzung von Solarenergie als auch für Dachbegrünungen, heißt es seitens der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. 

Leere Dächer, teurer Strom

 Zeit hier  Von    2. September 2022

Solarenergie in Städten

Mieter haben kaum Zugang zu Solarenergie vom eigenen Dach, dabei ist das Potenzial gewaltig. Die meisten Dachflächen sind ungenutzt. Woran scheitert ein schneller Ausbau?

Leere Dächer, teurer Strom

Die Sonne knallt auf das Flachdach. Zwischen Lüftungsschächten, Abluftrohren und Satellitenschüsseln hat die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 im Bezirk Wedding Solarmodule installiert. Die Anlagen auf dem Ensemble aus den Siebzigerjahren und einem Neubau haben eine Leistung von 90 Kilowatt in der Spitze. An diesem Tag Ende August lohnt sich das richtig. Binnen zwei Stunden produzieren die schwarzen Siliziumplatten 95 Kilowattstunden Strom – genug, um 136 effiziente Waschmaschinen bei 60 Grad durchlaufen zu lassen, sich 95 Stunden lang die Haare zu föhnen oder 6.650 Tassen Kaffee zu kochen.

Der Siegeszug des Fahrrads in Utrecht: Die Rad-Megacity

 Hier kann man sich Lust auf`s Radfahren holen....

TAZ hier

Radfahren in Utrecht ist eine Art Besuch im Paradies. Erkenntnisse über die Autorepublik Deutschland gibt es gratis dazu.

Die gemeinsame Tour geht gleich mit einem Fehler los. „Sie fahren vor?“, frage ich.
Ronald Tamse guckt etwas irritiert. Der 55-Jährige ist Utrechts Generalverkehrsplaner und Entwickler der Radinfrastruktur, seit 25 Jahren. In den Niederlanden, sagt er, fahre man selbstverständlich nebeneinander, „man will sich doch unterhalten, oder?“ Und er zeigt auf die vielen anderen ringsum. Klar, antwortet ertappt der Besucher aus dem Fahrrad-Drittweltstaat Deutschland und weiß sogleich, wie konditioniert er ist: Daheim müssen RadlerInnen immer aus dem Weg, auf die Seite, sich klein machen.

Mittwoch, 7. September 2022

Weltretten für Fortgeschrittene: Fünf Kehrtwenden für eine lebenswerte Zukunft

 Standard  hier 6. September 2022

Club of Rom

50 Jahre nach dem Bestseller "Die Grenzen des Wachstums" schreiben Fachleute in "Earth for all" darüber, wie sich Wirtschaft und Gesellschaft verändern müssten

Um Herausforderungen wie die Klimakrise zu bewältigen, ist ein Systemwandel nötig, wie die Expertinnen und Experten deutlich machen.

https://clubofrome.de/

Es ist noch nicht zu spät – eine optimistische Nachricht, die die Menschheit angesichts der Konflikte, Umweltkatastrophen, Missstände und der Klimakrise immer wieder hören muss. Dieser Auffassung sind die Autorinnen und Autoren von "Earth for All", dem am Dienstag erschienenen Nachfolgebericht des wachrüttelnden Bestsellers "Die Grenzen des Wachstums", der vor 50 Jahren veröffentlicht wurde. Mit dem Ziel einer "Erde für alle" schreiben sie an gegen die Überlastung der Welt, die bei den derzeitigen Wirtschaftspraktiken bevorsteht.

Forderung einer sofortigen Umsetzung der »Wärmewende«

Eines wird klar in diesem Artikel: die Wärmewende ist nicht  so was für "Nebenbei", wenn man die Energiewende aktiv angeht. Die Forscher schreiben:

Auch im Hinblick auf den regionalen Umweltschutz und den „Flächenverbrauch“ und unter dem Aspekt der schnellen Umsetzbarkeit spricht viel für den Bau und die Nutzung derartiger WärmeversorgungsanlagenSo erbringen solche Anlagen einen höheren Energieertrag pro Flächeneinheit als klassische PV-Anlagen oder typische landwirtschaftliche Bioenergiepflanzen. 
Durch die Verwendung untertägiger Wärmespeicher mit hoher Energiedichte kann der oberirdische Flächenbedarf noch weiter reduziert werden

Es ist also genau das, was wir auch hier in Süddeutschland dringend brauchen, je schneller desto besser!
Es hilft uns, unsere wunderschöne Landschaft ein Stück weit zu erhalten und den Flächenfraß zu begrenzen.


https://www.guetsel.de/content/49912/7566947.html   2. September 2022


Bremen,

  • Die Arbeitsgruppe »Wärme« der norddeutschen Energieforschungsverbünde fordert #klimaneutrale, sozialverträgliche und versorgungsstabile Wärmeversorgung.

  • Forscher aus #Bremen#Hamburg, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein verfassen Positionspapier.

Den schnellen Ausbau einer klimaneutralen, sozialverträglichen und versorgungsstabilen #Wärmeversorgung sowie eine stärkere Zusammenarbeit in Transfernetzwerken und Forschungsnetzwerken – dazu rufen Mitglieder der Arbeitsgruppe »Wärme« der norddeutschen Energieforschungsverbünde die #Politik in einem Positionspapier auf. Ein Mitglied der Arbeitsgruppe ist Prof. Dr. Jürgen Knies, Professor für Infrastrukturplanung umwelttechnischer und energietechnischer Anlagen an der Hochschule Bremen (HSB).

Nach Schätzung der Arbeitsgruppe ließen sich etwa 15 bis 25 Prozent der norddeutschen Wärmeversorgung in den nächsten zwei bis vier Jahren entsprechend umstellen. Voraussetzung dafür seien geeignete politische und regulative Vorgaben. Die Investitionskosten von rund 25 Milliarden Euro würden sich bei weiter steigenden Erdgaskosten innerhalb weniger Jahre amortisieren, heißt es in dem Papier. Die Umstellung würde Bürgern zudem langfristig eine hohe Versorgungssicherheit bieten.

Die Technologie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung sei bereits vorhanden, schreiben die Fachleute: »An allen Orten mit verdichteter Wärmenachfrage bestehen solche Wärmeversorgungssysteme vorrangig aus einer Kombination aus regenerativen Wärmequellen, unvermeidbarer Abwärme, saisonalen Wärmespeichern, Großwärmepumpen und modernen Wärmenetzen, in die dezentral #Wärme eingespeist und ausgespeist werden kann.« In Dänemark und den Niederlanden hätten sich solche Systeme bereits in der Praxis bewährt. Auch im Gebäudebestand sei dies umsetzbar, eventuell auch durch eine hybride Nutzung verschiedener Wärmequellen. Die Gebäude müssten dafür energetisch saniert werden. Insgesamt ließe sich mit diesen Maßnahmen der fossile Energiebedarf für die Gebäudeerwärmung um den Faktor 10 reduzieren, schreiben die #Forscher.

Dienstag, 6. September 2022

„Wir wollen im Herbst die Stadtwerke gründen“

 aus dem Staatsanzeiger   

Der Artikel zeigt, was alles möglich wäre. Rutesheim ist in etwa gleich groß wie Salem.
Vorbild ist Dänemark:

Interview Nahwärme mit der Bürgermeisterin von Rutesheim Susanne Widmaier 

Große Kommunen ab 20 000 Einwohner sind in Baden-Württemberg gesetzlich zu einer Wärmeplanung verpflichtet. Doch auch zahlreiche kleinere Kommunen im Land haben sich auf den Weg gemacht. Eine davon ist Rutesheim im Kreis Böblingen. Dazu sollen nun eigene Stadtwerke gegründet werden.

Staatsanzeiger: Der Bau von Nahwärmenetzen ist mit hohen Investitionen verbunden. Warum machen Stadtverwaltung und Gemeinderat hier jetzt so viel Druck?

Susanne Widmaier: Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir mit dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Boschareal neben dem Schulkomplex mit Schwimm- und Sporthalle ein sehr lohnendes Gebiet mit 100 Prozent Abnehmern haben. Die Grundstücke auf dem 2,7 Hektar großen Gebiet gehören der Stadt oder der Bosch Wohnungsgesellschaft, die ebenfalls bereit ist, sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Etwa 240 Wohneinheiten sollen hier entstehen, die ersten könnten Ende 2024 fertig sein. Die Leitungen dafür müssen somit dann liegen. Deshalb muss es nun schnell gehen. Daneben gibt es ältere Wohngebiete, die überwiegend mit Gas und Öl beheizt werden. Auch dort gibt es derzeit großes Interesse, sich an eine Nahwärmeversorgung anzuschließen.

Rutesheim hat bislang keine eigenen Stadtwerke. Warum hat sich die Kommune nun entschieden, Stadtwerke zu gründen und das Nahwärmenetz selbst zu bauen und zu betreiben?

Wir hatten mehrere Interessenten, die das Netz gerne betreiben würden. Doch wenn wir dies vergeben, sind wir als Kommune außen vor. Außerdem betrachten private Anbieter die Versorgung ausschließlich monetär, wie verschiedene Gespräche gezeigt haben. Das heißt, wir als Kommune hätten keinen Einfluss darauf, welche Energiequellen genutzt werden. Außerdem hätten wir auch keinen Einfluss auf den Preis für die Wärme für unsere Bürger oder darauf, wer an das Wärmenetz angeschlossen wird. Bereiche, die wirtschaftlich nicht so interessant sind, fallen dann raus.

Gesetzentwurf zu Fotovoltaik

Endlich mal ein guter Ansatz zum Klimaschutz von Lindner in Sicht?
Sehr schön fände ich vor allem, wenn sich Solarstrom von jedem Dach lohnt.

WIRTSCHAFTSWOCHE  HIER SOLARSTROM   von Christian Ramthun   05. September 2022

Lindner will Steuerhürden bei Ein- und Mehrfamilienhäusern abbauen

Bundesfinanzminister Christian Lindner von der FDP startet eine Offensive für erneuerbare Energien, indem er Hauseigentümer von der Umsatz- und der Ertragsteuer befreien will.

Bundesfinanzminister Christian Lindner will den Ausbau von Fotovoltaik-Anlagen auf Wohngebäuden mit steuerpolitischen Maßnahmen vorantreiben. Insbesondere „werden steuerbürokratische Hürden bei der Installation und dem Betrieb von Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden gezielt abgebaut und damit aktiver Klimaschutz betrieben“, geht aus einem internen Papier hervor, das der WirtschaftsWoche vorliegt. Weiter heißt es darin: „Im Einzelnen sind die Einführung einer Ertragsteuerbefreiung, die Absenkung des Umsatzsteuersatzes bei der Lieferung solcher Anlagen und eine punktuelle Erweiterung der Beratungsbefugnis von Lohnsteuerhilfevereinen vorgesehen.“

Soziale Wärmewende erfordert ein Umdenken in der Gesellschaft

Ein sehr gelungenes Interview mit Frau Weiß von der Agora Energiewende, da ist wirklich sehr viel beleuchtet und man erhält einen guten Überblick.
Unsere Förderung ist momentan  sehr breit nach dem Gießkannenprinzip ausgerichtet, das muss sich ändern. Ein großes Dilemma ist bei Mietwohnungen gegeben, weil Vermieter wenig Anreize zur Investition haben. Auch hier braucht es ganz neue Modelle. Frau Weiß sagt: "Diese Wende muss kommen und sie wird auch kommen". Beim heutigen Strommix ist die Wärmepumpe auf jeden Fall eine Verbesserung. Jetzt gehen die Investitionen in Wärmepumpen-Technologie Europa-weit erst richtig los!


Deutschlandfunk hier geht`s zum Podcast

Sonntag, 4. September 2022

Bahn stellt Schienentankstelle auf Biokraftstoff um

 SWR hier 1.9.2022

In Aulendorf (Kreis Ravensburg) ist der erste Regionalzug bundesweit mit Biokraftstoff betankt worden. 57 Züge in Baden-Württemberg sollen künftig damit betrieben werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Thorsten Krenz von der Deutschen Bahn (DB) betankten am Donnerstagnachmittag in Aulendorf den ersten Regionalzug bundesweit mit Biokraftstoff. Insgesamt 57 Züge in Baden-Württemberg wolle man künftig mit klimafreundlichem Biokraftstoff auf die Schiene schicken, heißt es von der Deutschen Bahn.

Dadurch würden rund 90 Prozent der CO2-Emissionen auf den Strecken eingespart werden, so die Bahn. Das Unternehmen stellte dafür die Schienentankstelle in Aulendorf vollständig von Diesel auf Biokraftstoff um. Diese kann laut Bahn auch von anderen Bahnunternehmen genutzt werden. Bis Ende des kommenden Jahres sollen hier 1,3 Millionen Liter Biokraftstoff fließen.

Auch Züge sollten nicht länger mit klimaschädlichem Diesel fahren, betonte Hermann. Landesweit arbeite man an einer Strategie, um Dieselkraftstoffe zu ersetzen. Dort, wo die Elektrifizierung noch nicht möglich sei, setze das Land auf alternative Kraftstoffe. Das Land Baden-Württemberg unterstützt die Maßnahmen der Deutschen Bahn laut Hermann in den Jahren 2022 und 2023 mit insgesamt 400.000 Euro.  

Dieselzüge müssen nicht umgerüstet werden

Der eingesetzte Biokraftstoff "Hydrotreated Vegetable Oil" (HVO) bestehe aus biologischen Rest- und Abfallstoffen und sei frei von Palmöl, heißt es von der Deutschen Bahn. Die Dieselzüge werden für den Biokraftstoff nicht umgerüstet.

Voll funktionsfähige Dieselzüge und Diesellokomotiven könnten deshalb weiterhin eingesetzt werden und müssten nicht ausrangiert werden, so die Bahn weiter.

Samstag, 3. September 2022

Das Flächensparziel der Landesregierung im Rahmen des neuen Landesentwicklungsplans – wie erreichen wir die Netto-Null?

 


Jetzt wird es spannend und ernst: 

Für Freitag, den 18. November 2022 lädt Frau Ministerin Razavi/MLW (s.u.) ab 10 Uhr zur „fachöffentlichen“ Veranstaltung „Das Flächensparziel der Landesregierung im Rahmen des neuen Landesentwicklungsplans – wie erreichen wir die Netto-Null?“ nach Stuttgart ein.

Eine digitale Teilnahme ist möglich. Merken Sie sich also bei Interesse den Termin vor.

Ich betrachte Sie alle als diese Fachöffentlichkeit, da Sie sich großteils mit Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen sowie Straßenneubau und dem damit verbundenen Flächenverbrauch befassen.

Die neuesten Flächenverbrauchszahlen des Statistischen Landesamts für 2021 finden Sie übrigens in dessen Pressemitteilung von diesem Montag (22.08.22), samt Graphik der Entwicklung des Flächenverbrauchs: Er steigt seit spätestens 2018 (4,5 ha/Tag) wieder an und erreicht 2021 bereits 6,2 ha/Tag: https://www.statistik-bw.de/Presse/Pressemitteilungen/2022222

 

Dr. Anke Trube, Geschäftsführerin
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V.


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Neuaufstellung des Landesentwicklungsplans Baden-Württemberg ist das zentrale Großprojekt für das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen in dieser Legislaturperiode. Damit verbunden ist die Chance, die Zukunftsthemen unserer Zeit für das ganze Land gesamthaft anzugehen und eine Landkarte für das Baden-Württemberg von morgen zu zeichnen. 

Ein zentrales Themenfeld des neuen Landesentwicklungsplans wird das Erreichen des Flächensparziels der Landesregierung sein.

Das im Koalitionsvertrag gesetzte ambitionierte Ziel der „Netto-Null“ beim Flächenverbrauch bis 2035 – mit dem Zwischenziel von höchstens 2,5 Hektar Neuflächeninanspruchnahme pro Tag – steht im Spannungsfeld zwischen den verschiedenen wichtigen Nutzungsansprüchen an den nur begrenzt zur Verfügung stehenden Raum in Baden-Württemberg. In diesem Spannungsfeld suchen wir nach kreativen und innovativen Lösungen und müssen möglicherweise auch neue Wege auf dem Weg zur „Netto-Null“ beschreiten.

Am 18. November 2022 wird mein Haus daher ab 10 Uhr zu diesem Themenschwerpunkt die fachöffentliche Veranstaltung „Das Flächensparziel der Landesregierung im Rahmen des neuen Landesentwicklungsplans – wie erreichen wir die Netto-Null?“ in Stuttgart ausrichten. Ich möchte Sie schon heute ganz herzlich bitten, sich diesen Termin vorzumerken. Eine digitale Teilnahme ist ebenfalls möglich. 

Wir freuen uns auf einen regen fachlichen Austausch zu diesem wichtigen Thema und auf Ihre Teilnahme bei der Veranstaltung. 

Weitere Informationen und ein ausführliches Programm folgen.

Mit freundlichen Grüßen 

Nicole Razavi MdL

Lebenswertes Dorf auch für die Enkel

So würde ich mir das in Salem auch wünschen - dass alle an einem Strick ziehen und die Bürger die Möglichkeit haben, ihr Lebensumfeld mitzugestalten. Zumal wenn es um die wichtigsten Fragen der heutigen Zeit geht.  In Salem sehe ich das leider (bisher) überhaupt nicht. Wird sich noch was ändern?

FRICKINGEN: Ein ganzes Dorf will nachhaltig sein   hier

Wie könnte Frickingen in zehn, 15 Jahren aussehen? Was muss passieren, damit die Ressourcen noch für die Enkel reichen? Mehrere Stunden beschäftigten sich damit 35 Bürger und Bürgermeister Jürgen Stukle bei einer Nachhaltigkeitswerkstatt. Das Protokoll wird nun veröffentlicht, die Gruppen treffen sich zur weiteren Planung eigenständig. Die Ideen aus der Bürgerrunde sollen in einer Klausurtagung des Gemeinderats behandelt werden. 

Freitag, 2. September 2022

Land will noch stärker von der Sonne profitieren

 Südkurier hier

 01.09.2022  |  VON MICHAEL SCHWARZ POLITIK@SUEDKURIER.DE

Durch Photovoltaik (PV) wurde im Südwesten im vergangenen Jahr eine Strommenge erzeugt von rund 6600 Gigawattstunden. Mit einem Anteil von 12,8 Prozent an der landesweiten Bruttostromerzeugung ist die Photovoltaik die Nummer eins bei den regenerativen Energien.
Zur Einordnung: Der Anteil der Windkraft an der Gesamterzeugung ist nur etwa halb so hoch.

Milliarden für die grüne Heizung

Wo könnten wir denn ansetzen in Salem? Bei der Kläranlage, zumindest wenn es einen Neubau gibt? Gibt es entrsprechende Gewerbebetriebe bei uns? Beim Grundwasser?

Süddeutsche Zeitung  hier 4. August 2022  Von Thomas Hummel

Energie

Fernwärme ist ein zentraler Baustein, um von Öl und Gas wegzukommen. Mit Geld vom Bund setzen nun viele Kommunen auf erneuerbare Quellen wie Geothermie oder Flusswärmepumpen.

Es wirkte, als ginge ein Stoßseufzer der Erleichterung durch viele kommunale Wärmeerzeuger und ihre Verbände. Endlich hat die EU-Kommission am Dienstag ein Programm der Bundesregierung genehmigt, fast drei Milliarden Euro an Zuschüssen zu vergeben, wenn ein Betrieb in die sogenannte grüne Fernwärme investieren will. Es ist ein essenzieller Baustein, um die Wärmeerzeugung für Gebäude und Wasser von Erdgas und Öl zu lösen. Fürs Klima, aber auch, um sich aus Russlands fossilem Klammergriff zu befreien.

"Seit zwei Jahren warten die Wärmeversorger in Deutschland händeringend auf das Förderprogramm", sagte Werner Lutsch, Geschäftsführer des Branchenverbands AGFW. Für den Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Ingbert Liebing, ist die EU-Genehmigung ein "erster, wichtiger Schritt für die kommunale Wärmewende". Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck schwärmte von einer sehr guten Nachricht und sieht viele Kommunen "in den Startlöchern, um die Wärmeversorgung umzustellen".

Während die strombasierte Wärmepumpe vor allem bei Einfamilienhäusern attraktiver wird, gilt die Fernwärme in dichtbebauten Städten als Schlüssel für den Klimaschutz. Damit sollen ganze Quartiere, vielleicht sogar ganze Städte CO₂-neutral beheizt werden.

Donnerstag, 1. September 2022

Ohne Gegenwind

Ich glaube in diesem Artikel ist das Geheimnis um den Erfolg einer örtlichen Energiewende verankert. Wir sollten uns das zu Herzen nehmen und in unseren Gemeinden daran arbeiten!

Wer es noch nicht mitbekommen hat: In Salem ist ein Bürgerstammtisch Energie entstanden, und Jeder kann sich beteiligen! Noch sind wir in der Findungsphase, gute Ideen und Engagement sind daher auf jeden Fall willkommen. Der nächste Termin wird auf jeden Fall hier im Blog veröffentlicht.


Zeit online hier  28. August 2022  Von Ruben Rehage

Erneuerbare Energien

Oft scheitert der Ausbau erneuerbarer Energien am Protest von Bürgerinitiativen. Doch ein Dorf im Allgäu schafft es, Bedenken in Begeisterung zu verwandeln.

Fährt man nach Wildpoldsried, in ein Dorf tief im Allgäu, kurz vor der österreichischen Grenze, dann fährt man über sanfte Hügel und vorbei an grünen Wiesen, in die Vergangenheit und in die Zukunft.

In die Vergangenheit, weil in Wildpoldsried irgendwie die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Die Jungen ziehen hier nicht weg, am Sonntag trifft sich die Gemeinde in der Kirche, und die CSU-Bürgermeisterin wurde mit 91 Prozent ins Amt gewählt.

In die Zukunft, weil dieses kleine Dorf für sich etwas geschafft hat, woran die Bundesrepublik schon so lange mit mäßigem Erfolg herumwerkelt: die Energiewende. Wildpoldsried erzeugt achtmal mehr Strom, als es selbst verbraucht. Und noch etwas ist besonders an der Stromproduktion hier: Die Anlagen gehören zu einem großen Teil den Bürgerinnen und Bürgern, sie wurden initiiert, geplant, umgesetzt aus ihrer Mitte und mit ihrem Geld ,praktisch ohne Widerstand. Alle profitieren, so gut wie niemand ist dagegen.

Mittwoch, 31. August 2022

Club of Rome: "Kehrtwende" zur Rettung des Planeten nötig

 ARD Tagesschau  hier  30.08.2022

Eine neue Club-of-Rome-Studie fordert drastische Schritte für eine lebenswerte Zukunft. Derzeit werde die Saat für den Zusammenbruch ganzer Weltregionen gelegt - ohne eine Umverteilung des Reichtums lasse sich die Klimakrise nicht lösen.

Eine Forschergruppe unter Beteiligung des Club of Rome fordert eine Kehrtwende in der internationalen Wirtschafts- und Klimapolitik, um der Menschheit angesichts des Klimawandels und globaler Ungleichheit eine lebenswerte Zukunft zu sichern. 

"Wir stehen am Scheideweg", erklärte Jorgen Randers, einer der Autoren der nun vorgestellten Studie "Ein Survivalguide für unseren Planeten". Darin werden die Vorschläge der unter anderem vom Club of Rome gestarteten Initiative "Earth4All" zu einem Wandel in der internationalen Politik präsentiert. Die Menschheit lege derzeit die Saat für den "Zusammenbruch" ganzer Weltregionen, erklärte der emeritierte norwegische Professor für Klimastrategie, Randers. Ein Beibehalten des bestehenden Wirtschaftssystems werde "Spannungen verstärken und den Wohlstand verringern". Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und einer der Mitautoren des Buchs, sagte, der Umbau müsse "noch in diesem Jahrzehnt" beginnen.

Veränderungen auf Kosten der Reichen nötig

Dem Bericht zufolge sind drastische Schritte auf Kosten der Reichen nötig, um den Planeten vor einer Klimakatastrophe zu retten. Ohne außergewöhnliche Maßnahmen zur Umverteilung des Reichtums in den nächsten 50 Jahren würden Gesellschaften derart dysfunktional, dass sie kaum in der Lage seien, existenzielle Bedrohungen wie den Klimawandel anzugehen. Es drohe eine explosive Kombination aus extremer politischer Destabilisierung und Stagnation. "Wir werden die Welt nicht retten, wenn nicht die reichsten zehn Prozent die Rechnung bezahlen", so Randers.

Fünf Kehrtwenden gefordert

Als Lösung schlagen er und die weiteren Autoren fünf "Kehrtwenden" vor. Dabei geht es um die Bereiche Armut, Ungleichheit, Ernährung und Energie, auch müsse die Ermächtigung von Frauen vorangetrieben werden. So könnte dem Bericht zufolge die Erderwärmung unterhalb der Zwei-Grad-Marke stabilisiert und die Armut beendet werden.

  • Unter anderem sollten Lebensmittel stärker lokal produziert und Verschwendung minimiert werden.
  • Erneuerbare Energien müssten Kohle, Öl und Erdgas ablösen, der Treibhausgasausstoß etwa alle zehn Jahre halbiert werden. 
  • Reiche Länder sollten den armen Staaten alle Schulden erlassen. Ferner müssten die vermögendsten Menschen in allen Ländern stärker besteuert werden. 
  • Ein Bürgerfonds soll zudem mehr Menschen am Reichtum der jeweiligen Länder teilhaben lassen.

Warnung vor Szenario zwei

Aufgezeigt werden im Bericht zwei Szenarien: Eines enthält einen tiefgreifenden und unverzüglichen Wandel der Wirtschafts-, Energie- und Nahrungsmittelsysteme, was als "Riesensprung" bezeichnet wird.
Hierbei sollen die Staaten den Beschluss fassen, dass Weltbank, Internationaler Währungsfonds und Welthandelsorganisation so umgestaltet werden, dass sie ökologische Wende sowie Investitionen in Klima, Nachhaltigkeit und Wohlergehen unterstützen.
Länder investieren dem Szenario zufolge in allgemeine Grundeinkommen, Bildung und Gesundheit. Das Prinzip setzt durch, dass den reichsten zehn Prozent nicht mehr als 40 Prozent des jeweiligen Nationaleinkommens zusteht. Vermögenssteuern werden eingeführt und Steueroasen geschlossen. Industrien leisten eine Zahlung für die Nutzung gemeinsamer Ressourcen.

Das zweite Szenario, bei dem "zu wenig, zu spät" passiert, handelt von einer Entwicklung, die weltweit der im Zeitraum zwischen 1980 und 2020 ähnelt. Hier wächst die Ungleichheit, die in vielen Regionen zum Aufstieg von Populismus und Autoritarismus führt. Der wirtschaftliche Abstand zwischen einkommensstarken und einkommensschwachen Regionen vergrößert sich dem zweiten Szenario zufolge. Extreme Armut nimmt zu. Wohlstand gibt es noch privat, während Staaten einer strikten Sparpolitik folgen. Klimamigration nimmt zu, Pandemien häufen sich. 2050 überschreitet die Erderwärmung die Zwei-Grad-Grenze.

Bereits 1972 vielbeachteter Bericht

Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Fachleuten verschiedener Disziplinen und Länder. Die Gründer hatten 1965 bei einem Treffen in Rom eine "selbstmörderische Ignoranz" als Ursache für den "Irrweg der Menschheit" identifiziert. 

1972 erschien die von der Gruppe in Auftrag gegebene Studie "Die Grenzen des Wachstums". Der viel beachtete Bericht warnte damals, wenn das Wachstum von Bevölkerung, Wirtschaft und Konsum ungehindert weitergehe, drohe Mitte des 21. Jahrhunderts die Katastrophe, Nahrungsmittel und Ressourcen würden schwinden.

Zukunftsforscher Randers, damals wie heute Ko-Autor des Club-of-Rome-Berichts, geht von einem "zu wenig, zu spät"-Szenario aus. Die kommenden Generationen müssten vermutlich in einer Welt leben, die viel weniger attraktiv sei als die, die bei Gegenmaßnahmen erreicht würde. Er werde aber weiter hart daran arbeiten, die Reichen der Welt zu überzeugen, jährlich zwei bis vier Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts zu bezahlen. Denn mit diesem Geld könnten alle Probleme gelöst werden.

Neben dem Club of Rome waren am "Survivalguide für unseren Planeten" das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, die gemeinnützige schwedische Forschungseinrichtung Stockholm Resilience Centre und die private norwegische Wirtschaftshochschule Norwegian Business School beteiligt.