Sonntag, 11. April 2021

Ein toller Kommentar aus der Schwäbischen Zeitung: Ruf nach Veränderung ist nicht mehr zu überhören

 Ein ganz großes Dankeschön! an die Schwäbische Zeitung für diesen Kommentar.

Es ist eine Zeit, in der wie nie zuvor die großen Zukunftsfragen in Ravensburg verhandelt werden:

Wie kann die Stadt zum Klimaschutz beitragen, um auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen?
Wie soll die Region künftig aussehen: Wie viele zusätzliche Gewerbegebiete sollen durch den Regionalplan ermöglicht werden, wie viele Neubaugebiete, wie viele Straßenbauprojekte? 

Hinter all diesen Fragen steckt am Ende eine einzige: Wo und wann ist mit dem ständigen Mehr, mit dem ewigen Wachstum Schluss?

Eine Frage, die emotionale Diskussionen auslöst.
Weil es dabei um die Bewahrung der einzigartigen oberschwäbischen Natur- und Kulturlandschaft geht - aber im Zweifel auch um den Wunsch nach dem eigenen Häuschen.
Weil CO2-Emissionen internationalen Abkommen zufolge ganz deutlich gesenkt werden müssen - aber der Weg zur Arbeit morgens um 6.30 Uhr im Auto viel bequemer ist als auf dem Fahrrad oder im Bus. Weil die hiesigen Firmen wachsen und immer mehr Platz brauchen - aber auch der eigene Arbeitsplatz gefährdet sein könnte, wenn das nicht mehr so ist.

Im eigenen Denken und Diskutieren wegzukommen vom eigenen Vor- oder Nachteil, hin zu einer kollektiven Idee, wie die Welt von morgen aussehen soll und muss, ist schwierig und auch nicht auf einen Schlag zu schaffen. Doch eine Prise dieser Haltung im einen oder anderen Gespräch oder bei der Auseinandersetzung mit dem Thema in politischen Gremien würde vieles voranbringen.

Für eine Einschränkung der Wachstumsmöglichkeiten im Regionalplan machen sich derzeit knapp 40 Initiativen aus der Region stark. Der Ruf nach Veränderung ist nicht mehr zu überhören.
Dass sich so viele Menschen mit der sperrigen und nicht leicht zu verstehenden Regionalplanung auseinandersetzen, zeigt, wie sehr sie sich um ihre Zukunft sorgen. Und nicht nur um ihre persönliche, sondern vielmehr um unsere gemeinsame. Eine gute Nachricht, finden Sie nicht?



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