Die Welt hat einen historischen Energie-Meilenstein erreicht: Weltweit sind inzwischen mehr als drei Terawatt Photovoltaik-Leistung installiert.
Das ist keine Randnotiz, sondern ein klares Signal: Die Solarenergie ist längst aus der Nische herausgewachsen und wird zur tragenden Säule der Stromversorgung. Bemerkenswert ist das Tempo. Für das erste Terawatt brauchte die Welt rund zehn Jahre. Das zweite kam in weniger als drei Jahren hinzu. Das dritte folgte nun in weniger als zwei Jahren. Wer immer noch erzählt, Photovoltaik sei nur eine nette Ergänzung, hat die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen....
hier Ein Beitrag von Daniel Mautz.
Die Welt hat einen historischen Energie-Meilenstein erreicht: Weltweit sind inzwischen mehr als drei Terawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Das ist keine Randnotiz, sondern ein klares Signal: Die Solarenergie ist längst aus der Nische herausgewachsen und wird zur tragenden Säule der Stromversorgung.
Bemerkenswert ist das Tempo. Für das erste Terawatt brauchte die Welt rund zehn Jahre. Das zweite kam in weniger als drei Jahren hinzu. Das dritte folgte nun in weniger als zwei Jahren. Wer immer noch erzählt, Photovoltaik sei nur eine nette Ergänzung, hat die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen.
Natürlich kommt sofort der bekannte Einwand: Installierte Leistung sei nicht gleich Stromerzeugung. Nachts liefere Photovoltaik nichts. Das stimmt. Aber daraus folgt nicht weniger Solar, sondern mehr Speicher, bessere Netze, intelligente Steuerung und mehr Nachfrageflexibilität. Genau darüber spricht die Branche längst.
Auch der Blick auf die Atomkraft zeigt: Grundlast-Romantik löst keine realen Probleme.
In Frankreich mussten Atomkraftwerke bei Hitzewellen bereits gedrosselt werden, weil Flüsse zu warm wurden oder zu wenig Kühlwasser führten. Auch Atomstrom ist also nicht automatisch krisenfest, wenn Klimaextreme zunehmen.
China treibt den Ausbau weiter massiv voran. Aber die Solarwelle ist längst breiter geworden. Auch Länder wie Pakistan, Nigeria, die Philippinen, Kuba oder der Libanon bauen stark aus. Inzwischen haben 74 Länder mindestens ein Gigawatt Solarleistung installiert; 2020 waren es erst 42.
BloombergNEF rechnet damit, dass die weltweite Solarleistung bis 2036 auf mehr als neun Terawatt steigen kann. Entscheidend ist: Wer baut Speicher, Netze und flexible Verbraucher mit?
Kommentar von Werner Hoffmann
Ein Punkt wird unterschlagen: Windkraft und Solarenergie liefern weltweit zusammen 6.600 bis 7.500 Terawattstunden Strom pro Jahr.
Um diese Menge durch Atomkraft zu ersetzen, bräuchte man überschlägig etwa 900 bis 1.030 große AKW-Blöcke mit je 1 Gigawatt Leistung.
Zum Vergleich: Weltweit gibt es nur rund 440 kommerzielle Reaktoren.
Wer Atomkraft als Ersatz für Wind und Sonne verkauft, muss erklären, wo zusätzliche Reaktoren, Kühlwasser, Endlager, Fachkräfte und Akzeptanz herkommen sollen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Solar oder Wind oder Speicher?
Sondern: Wie schnell bauen wir Wind, Solar, Speicher, Netze und flexible Verbraucher zusammen aus? Die Energiewende produziert Strom in einer Größenordnung, die sich nicht wegdiskutieren lässt.
Fabian Landstorfer
Warum spricht eigentlich niemand darüber, dass die Welt vor wenigen Monaten die 3-Terawatt-Marke bei Solar überschritten hat?
Es ist eine dieser Meldungen, die kurz durch den Feed laufen und dann wieder verschwinden.
Dabei ist sie eine der bemerkenswertesten Zahlen der letzten Jahre.
Denn im Frühjahr 2026 hat der weltweite Solarbestand die drei Terawatt erreicht.
Damit hat sich die installierte Leistung innerhalb von nur vier Jahren verdreifacht. Um das Tempo einzuordnen, hilft ein Blick auf die drei Etappen:
1) Für das erste Terawatt weltweit installierter Solarleistung brauchte es 68 Jahre.
2) Das zweite Terawatt an zusätzlicher Solarleistung kam innerhalb von 2 Jahren hinzu.
3) Für das dritte zusätzliche Terawatt brauchte es dann nur noch etwas mehr als ein Jahr.
Damit die Nachfrage überhaupt bedient werden konnte, mussten Industrie und Ausbau massiv hochfahren. Das hat funktioniert.
Allein 2025 wurden weltweit 664 Gigawatt neu installiert, so viel wie in keinem Jahr zuvor.
Und trotzdem verändert sich gerade etwas.
Denn das Wachstum lag 2025 nur noch bei 12 Prozent. In den beiden Jahren davor waren es 32 und 85 Prozent.
Für 2026 rechnet SolarPower Europe im Global Solar Market Outlook erstmals seit rund zwei Jahrzehnten mit einem Rückgang bei den Neuinstallationen.
Das gilt auch für China, wo im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte aller neuen Anlagen entstanden sind.
Interessant ist vor allem der Grund dafür.
- Es ist nicht die Nachfrage.
- Es ist auch nicht die Politik.
- Es sind die Netze.
In immer mehr Märkten stoßen Solarprojekte auf überlastete Leitungen, auf Abregelung und auf negative Strompreise in genau den Stunden, in denen die Sonne am stärksten scheint.
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