Montag, 3. August 2026

Ende der Urabstimmung gegen Palantir

 

Sehr unbefriedigend ist die ganze Abstimmung, wenn sich dadurch nichts verändert!
Wieso dann dieser Aufwand an Geld und Zeit?
Palantir für Millionen einzusetzen, weil die einen Wissensvorsprung haben ????
Ja und wie sollen die deutschen Unternehmen den einholen, wenn sie nicht zum Einsatz kommen ?

Update: es gibt Hoffnung! siehe ganz unten

ARD Tagesschau hier   Video  29.07.2026

SWR  hier  29.7.2026,

Debatte um Palantir-Software

Grüne sagen Nein zu Palantir, die Landesregierung setzt vorerst weiter auf US-Software

Die Grünen in Baden-Württemberg lehnen Palantir mehrheitlich ab. An der geplanten Nutzung der Polizeisoftware ändert das vorerst nichts. Die Landesregierung hält am Vertrag fest.

Die Grünen in Baden-Württemberg lehnen den Einsatz von Palantir-Software ab. Das ergab eine Urabstimmung der Partei. Knapp 92 Prozent der abgegebenen Stimmen sprachen sich gegen den Einsatz der Software aus. Die Wahlbeteiligung lag bei fast 40 Prozent.

Das Ergebnis bekräftige laut den Initiatoren der Urabstimmung: die Partei Die Grünen sei "Gegnerin des Überwachungsstaates" und "Verfechterin digitaler Souveränität".

Konsequenzen für die Landesregierung hat das nicht: Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) wiederholte, am bestehenden Vertrag mit dem US-Unternehmen festhalten zu wollen - zumindest so lange, bis eine leistungsfähige europäische Alternative verfügbar sei.

Bereits vergangene Woche wollte die SPD im Landtag verhindern, dass die Einführung der umstrittenen Palantir-Software weiterläuft. Der Antrag fand keine Mehrheit.

Das Palantir-Logo vor einem Binärcode aus Einsen und Nullen: Die Frager, die BW-Polizei künftig die Software des umstrittenen Milliardärs Peter Thiel nutzen sollte, sorgt für Diskussionen.

SPD scheitert mit Änderungsantrag gegen "Gotham"

Trotz Widerstand: Warum Baden-Württemberg auf Palantir-Software setzt  hier

Die baden-württembergischen Landtagsabgeordneten haben über die Einführung der umstrittenen Palantir-Software abgestimmt. Die SPD wollte sie mit einem Änderungsantrag verhindern.

Für Özdemir bleibt das Ziel klar: "Dass wir, wo immer möglich, unabhängig werden von Unternehmen, deren Weltanschauung wir nicht teilen." Sobald eine solche Lösung einsatzfähig sei, werde das Land "selbstverständlich" wechseln.

Deutsche Unternehmen verweisen auf einsatzbereite Analyse-Plattformen

Mehrere deutsche Softwareunternehmen widersprechen jedoch der Einschätzung der Landesregierung, es gebe derzeit keine geeignete Alternative. 

Die Landesregierung betont, bereits Gespräche mit Unternehmen in Baden-Württemberg über Alternativen zu Palantir zu führen. Die FSZ GmbH aus Metzingen hat davon bislang nichts mitbekommen. Das Unternehmen bezeichnet seine Plattform "Yoonite" als einsatzbereite Alternative. Nach Angaben des Unternehmens seien Gesprächsangebote an Ministerpräsident Özdemir, Innenminister Hagel und Innenstaatssekretär Reiner Moser unbeantwortet geblieben.

Darum steht Palantir in der Kritik

Auch andere Anbieter verweisen auf eigene Lösungen: Die Stuttgarter Almato AG sieht ihre Software "Bardioc" als mögliche Alternative. Die Innosystec GmbH in Salem (Bodenseekreis) teilt mit, ihre Plattform werde bereits seit Jahren von Sicherheitsbehörden im In- und Ausland eingesetzt. Und die One Data GmbH schreibt, ihre modulare Softwareplattform schaffe eine "belastbare Datengrundlage für Analysen, automatisierte Prozesse und den Einsatz von künstlicher Intelligenz" und werde bereits genutzt.

IT-Experte: Palantirs Vorteil liegt in jahrzehntelanger Erfahrung

IT-Unternehmer und Cybersicherheitsexperte Mirko Ross kritisiert den Einsatz von Palantir, sagt aber auch, eine deutsche oder europäische Alternative auf den Stand von Palantir zu bringen, brauche Zeit. Ross hält es für gefährlich, dass Deutschland sich bei einer so wichtigen Sicherheitssoftware von einem US-Unternehmen abhängig macht. Das habe ein unglaubliches Erpressungspotential, das man vermeiden sollte, so der IT-Experte.

Europäische Alternative als Ziel

Für Aufsehen hat gesorgt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" für vergleichbare Zwecke auf die Software "ArgonOS" der französischen Firma ChapsVision setzt. Innenminister Manuel Hagel (CDU) sagte dazu, der Verfassungsschutz habe andere Anforderungsprofile als die Polizei. Die Landesregierung verfolge aber das Ziel, 2030 eine europäische Alternative zu haben.

Palantir-Einführung kostet Millionen

Im vergangenen Jahr hatte das CDU-geführte Innenministerium einen Fünfjahresvertrag mit Palantir abgeschlossen, ohne den grünen Koalitionspartner einzubeziehen. Die Software "Gotham" soll nach Angaben des Innenministeriums Ende dieses Jahres einsatzbereit sein. Allein die Einführung der Plattform schlägt laut Ministerium mit rund 4,25 Millionen Euro pro Jahr für Umsetzung und Betrieb zu Buche. Hinzu kommen jährlich etwa fünf Millionen Euro für Softwarelizenzen - bis zum Ende der Vertragslaufzeit 2030.


Stimmen aus der Bubble:

Klaus Jaspert

Es hilft nicht

‼️Palantier bleibt in Baden-Württemberg‼️

➡️ Die Zahlen sprechen zwar eine klare Sprache:

⭕️ Mit fast 92 Prozent der Stimmen haben sich die baden-württembergischen Grünen dafür ausgesprochen, die Einführung der Polizeisoftware des umstrittenen US-Unternehmens Palantir sofort zu stoppen.

Aber es ist zu spät:

➡️ Da hat der alte Innenminister Strobl die Pflöcke eingeschlagen. Angeblich wusste er ja nichts davon.

Die Verträge zur Einführung wurden bereits 2025 unterschrieben, im Einsatz ist die umstrittene Software bislang noch nicht. Zwar sei „Gotham“ bereits an die hessische IT-Infrastruktur angebunden, wo die Software bereits genutzt wird. Allerdings sei die Integration in die eigenen Systeme hochkomplex und laufe derzeit noch, erklärte Staatssekretär Reiner Moser vergangene Woche im Landtag.

Ob dann tatsächlich nach 2030 eine Alternative zum Einsatz kommt?

Quelle  https://lnkd.in/e5BzvdKF





Update 31.7.26


Capital hier von Jan Vollmer  18. Mai 2026

Nein zu Palantir

Warum der Verfassungsschutz auf Software aus Europa setzt
Der Verfassungsschutz setzt auf eine europäische Datenanalyse-Software – und erteilt Palantir eine Absage. Dahinter steckt mehr als nur Technik: Es geht um Macht, Einfluss und digitale Souveränität

Das Bundesamt für Verfassungsschutz will in Zukunft für die Datenanalyse Software des französischen Unternehmens Chapsvision einsetzten, wie der Rechercheverbund von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR in der vergangenen Woche berichtete. Damit entscheidet sich die Behörde gegen die Software des umstrittenen US-Konzerns Palantir, die bereits in Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen von der Polizei eingesetzt wird.

Die Software ArgonOS von Chapsvision soll vom Verfassungsschutz bei der Terrorismusbekämpfung und Spionageabwehr zum Einsatz kommen. Dem Amt geht es vor allem darum, große Datenmengen zu analysieren und auszuwerten, komplexe Netzwerke sichtbar zu machen und Informationen daraus zu gewinnen. ArgonOS soll in der Lage sein, diese Erkenntnisse mit Informationen aus öffentlichen Quellen zu kombinieren. Auf dem deutschen Markt arbeitet Chapsvision mit dem IT-Dienstleister Rola Security Solutions zusammen. 

Chapsvision: 29 Zukäufe in sieben Jahren

Chapsvision ist erst wenige Jahre alt: 2019 gründete der französischen Unternehmer Olivier Dellenbach das Unternehmen. Nach eigenen Angaben setzt Chapsvision auf Expansion: Mehr als 350 Mio. Euro seien für Investitionen eingesammelt worden und man habe bisher 29 Akquisitionen getätigt. Etwa 1000 Mitarbeiter seien für über 2000 Kunden zuständig. Der Umsatz lag den Angaben zufolge im Jahr 2024 bei 240 Mio. Euro. Langfristig will das Unternehmen nach eigenen Angaben an die Börse gehen.

Dellenbachs Firma setzt auf eine Technologie mit dem Namen, „Retrieval Augmented Generation“ (RAG). Dabei geht es darum, aus den im Unternehmenskontext existierenden Daten die jeweils richtigen für die Beantwortung einer Frage heranzuziehen. Für diese Technologie können die Daten im Unternehmen – oder einer Behörde – bleiben und vor Ort mit verschiedenen Sprachmodellen ausgewertet werden.

Dellenbachs Chapsvision-Software wird in Frankreich schon von mehreren Behörden eingesetzt, unter anderem auch vom Inlandsnachrichtendienst DGSI. Der deutsche Verfassungsschutz habe die Software von Chapsvision testen können, berichtete der Rechercheverbund. Demnach sei die Software schon einsatzbereit.


Und auch eine Möglichkeit ganz aus der Nähe: INNOSYSTEC GmbH in Salem

𝗘𝗶𝗻 𝗸𝗹𝗮𝗿𝗲𝘀 𝗩𝗼𝘁𝘂𝗺 𝗳ü𝗿 𝗡𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲 𝗗𝗶𝗴𝗶𝘁𝗮𝗹𝗲 𝗦𝗼𝘂𝘃𝗲𝗿ä𝗻𝗶𝘁ä𝘁.

Am Mittwoch setzt der Grünen-Landesverband ein klares Zeichen für die nationale digitale Souveränität im Sicherheitsbereich und spricht sich gegen den geplanten Einsatz der US-amerikanischen Lösung von Palantir in Baden-Württemberg aus.

Das gängige Narrativ, die Palantir-Lösung sei alternativlos, wird immer häufiger angezweifelt. Auch in diesem Beitrag wird die langjährige Erfahrung des US-amerikanischen Unternehmens im Bereich der Datenanalyse hervorgehoben. Doch auch dieses Argument sticht nicht. Denn es gibt durchaus deutsche Lösungen mit langjährigem Domänen-Know-how.

Im Produkt SCOPE, dem Analytics und Knowledge Hub von INNOSYSTEC, stecken über 25 Jahre Domänenexpertise im Bereich Massendatenanalyse für Sicherheitsbehörden, Militär und zivile Nachrichtendienste. Entsprechend ausgereift, erprobt und einsatzbereit ist unsere Softwarelösung.

Bleibt die Frage, warum die baden-württembergische Landesregierung weiter an einer drittstaatlichen Lösung festhält. 

Mehr Informationen erhalten Sie hier 👉 www.innosystec.de 



schwaebische.de / Instagram
 
Wird die Einführung dieser Software zum Millionengrab?

Die Parteibasis von Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg spricht sich für einen sofortigen Stopp der Einführung der US-Datenanalysesoftware Palantir Gotham aus. Doch die Regierungsfraktion hält am Projekt fest.

Dabei dürfte die Software unseren Recherchen nach hierzulande erst frühestens Mitte 2027 produktiv einsatzbereit sein – mehr als zwei Jahre nach dem Vertragsabschluss. Und eine bundesweite Nachfolgelösung ist längst in Arbeit.

👉 Die ganze Recherche findest du im Artikel auf schwaebische.de.


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