Freitag, 19. Mai 2023

Kleines Sammelsurium: Wo der Klimawandel gerade zuschlägt - nur mal ein Blick auf unsere europäischen Nachbarn

Man kommt schon gar nicht mehr mit bei allem: Rings herum in Europa (und nicht nur da)  gibt es neue Katastrophenmeldungen aufgrund des Klimawandels.

Aber wir leisten uns weiterhin die höchst kontraproduktive Diskussion darüber, ob der Austausch einer Heizung nun bereits als eine Katastrophe und Enteignung zu werten sei...
Deutschland wird dieses Zaudern noch selbst zu spüren bekommen, fürchte ich.

Dauerbrenner mit großem Flächenausmaß sind Spanien und nun in ganz besonderem Maße Italien, zudem Kroatien und Bosnien. Tirol und Österreich sind mit ihren örtlich begrenzten Katastrophen geradezu vernachlässigbar, auch wenn es die Menschen dort ebenso hart trifft.


Italien, Kroatien, Bosnien - schwere Überschwemmungen und Tote

Überschwemmungen nach tagelangen sintflutartigen Regenfällen.

Von Euronews  •  17/05/2023   hier

Mindestens acht Menschen sind in Italien bei Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen ums Leben gekommen. Unter den Toten ist eine 67-jährige Deutsche.....


Weitere Probleme in Bosnien-Herzogowina und Kroatien

Nach tagelangen sintflutartigen Regenfällen ist auch die Lage in Bosnien-Herzogowina und Kroatien angespannt. Der Grenzfluss Una, ein Nebenfluss der Save, ist über die Ufer getreten. In Bosnien-Herzogowina ist der gesamte Kanton Una-Sana von Überschwemmungen bedroht, besonders das Gebiet um Bihac. In Kroatien ist die Region um die Touristenstadt Zadar betroffen.

Die kritischste Situation herrscht in der Stadt Hrvatska Kostajnica, die vom Fluss Una, der die Grenze zu Bosnien-Herzegowina bildet, vollständig überflutet wurde. Das Zentrum von Kostajnica, das etwa dreitausend Einwohner:innen hat, steht ebenfalls unter Wasser. 

Opfer sind hier nicht zu beklagen, die gesamte betroffene Bevölkerung konnte gerettet werden.

Und es wird mit weiteren Problemen gerechnet, weil die Regenfälle nicht nachlassen und die aus Slowenien kommende Save noch große Wassermengen mit sich führt.


Unwetter in Italien: "Wir haben so um Wasser gebetet - und jetzt macht es uns kaputt"

Süddeutsche Zeitung 18. Mai 2023, Von Marc Beise, Rom

An der Adria steht die Badesaison bevor, doch nun sind viele Strände verwüstet. Nach Unwettern rund um Bologna und Rimini steigt die Zahl der Toten auf mindestens 13. Das Auswärtige Amt warnt vor Einschränkungen für Urlauber.

Ungläubiges Staunen: Ist das Italien, im Mai? An der Adria steht die Badesaison bevor, die Pfingsturlauber werden erwartet, und jetzt das: Regen, Regen, Regen. Erst sah es nur nach schlechtem Wetter aus und auch die Warnmeldungen des Katastrophenschutzes ließen noch nicht wirklich erahnen, was kommen würde. Es ist nicht der große Po, der jetzt sein Bett sprengt, sondern es sind kleine Flüsse, am Ende rund 120 an der Zahl, die sich im Dreieck Bologna, Ravenna und Rimini zu reißenden Strömen entwickeln und in die Städte und Dörfer einfallen. In zwei Wochen so viel Regen wie sonst in sechs Monaten, das kann die Erde nicht aufnehmen, die Dämme bröckeln, Brücken brechen ein, es gibt Unterspülungen und Erdrutsche, und nun steht eine ganze Region unter Wasser.

Bilder aus der Luft zeigen das Ausmaß des Dramas, wie man es hier bisher nicht kannte. Extremen Regen gab es eher im Westen des Landes, in Ligurien, Piemont, auf Sardinien, auch Sizilien. Die Meteorologen können erklären, was sich verändert, sie sprechen von Tiefdruckgebieten über dem Mittelmeer, die durch Luftverschiebungen über dem Atlantik blockiert und nach Osten abgedrängt werden. Den Menschen in der Emilia-Romagna helfen solche Erklärungen jetzt nicht, sie kämpfen ums Überleben und ihr Hab und Gut.

Die Verzweiflung spielt sich am Boden ab, es sind die Schicksale einzelner Menschen. Die Bäuerin Marinella, die bei einem letzten Kontrollgang über ihren Hof vom Wasser ergriffen und 20 Kilometer weiter gefunden wurde, tot. Der Mann, der es nicht mehr aus dem Keller nach oben schaffte, während seine verzweifelte Frau von Rettern aus dem Haus geholt wurde. Menschen, die sich in letzter Minute aufs Dach retten konnten. Eine erste Bilanz von Donnerstagnachmittag: mindestens 13 Tote, viele Verletzte, Tausende aus ihres Häusern gerettete Menschen, 27 000 Menschen ohne Strom. Und Unzählige, für die die vergangenen zwei Tage eine Apokalypse waren, die sie nicht mehr aus dem Kopf bekommen werden.

An der Adria-Küste sieht es nicht besser aus. Strände sind verwüstet, viel Sand ist verschwunden. Das Auswärtige Amt hat inzwischen neue Reise- und Sicherheitshinweise für Italien herausgegeben - und warnt Urlauber vor Extremwetter, Überschwemmungen und Erdrutschgefahr. An diesem Wochenende sollte die Saison losgehen, jetzt bestimmen andere Themen die Agenda. Aber die Strandbetreiber gucken nach vorne. Sie räumen auf, streichen nach - und warten auf Gäste. Doch der Wetterbericht sagt neuen Regen voraus.


NTV hier

Extremwetter infolge des Klimawandels: Italien wetterfest machen

Italien gilt als Hotspot des Klimawandels, die jüngste Flutkatastrophe ist nur ein Vorbote. Die Regierung braucht jetzt schnelle Konzepte.

Von der Dürre in die Traufe: Dieses Schicksal erlebt jetzt die norditalienische Region Emilia-Romagna. Im letzten Jahr wurde der gesamte Norden Italiens, vorneweg die Poebene, von einer beispiellosen Dürre heimgesucht, im vergangenen Winter ebenso wie in den ersten Frühlingsmonaten dieses Jahres waren die Niederschlagsmengen erneut viel zu niedrig. Es drohte eine Wiederholung des Vorjahres mit seinen staubtrockenen Feldern und den massiven Ernteausfällen.

Zu Ausfällen bis hin zum Totalverlust der Ernte wird es auch in den nächsten Monaten kommen – allerdings aus exakt dem entgegengesetzten Grund: Eine wahre Sintflut setzte weite Teile der Region unter Wasser, verursachte gigantische Schäden in den Städten, auf den Feldern, an den Infrastrukturen.

„Extremwetterlage“: Dieser Begriff gehört auch in Italien mittlerweile zum Alltagswortschatz. Ins Alltagswissen hat auch der Grund für die sich häufenden meteorologischen Extreme gefunden: der Klimawandel oder besser das Klimadesaster. Italien gilt als Hotspot im Klimawandel, als Land, das mit überdurchschnittlichen Temperatursteigerungen konfrontiert sein wird.  (so wie unsere Region auch)

Mit dieser Entwicklung dürfe man sich nicht abfinden, erklären jetzt Meteorologen und Physikerinnen auf allen italienischen TV-Kanälen, denn es werde nur noch schlimmer kommen als jetzt schon, wenn der Erderwärmung nicht Einhalt geboten werde. Für den Moment, so die Expert*innen, müssen wir uns auf die potentiell desaströsen Folgen des Klimawandels einrichten: die Städte und Infrastrukturen gleichsam wetterfest machen.

Auch auf Italien kommt da ein Milliardenprogramm an den dazu notwendigen Investitionen zu. Das ist selbst der Rechtsregierung unter Giorgia Meloni nur zu bewusst, sprach doch ihr Minister für Katastrophenschutz Nello Musumeci jetzt von „Milliarden, die wir für die Prävention benötigen“. Auch Geld wäre da, dank des Programms NextGenerationEU. Was jedoch weiterhin fehlt, sind ausgearbeitete Konzepte. Die werden jetzt dringend gebraucht.


Überschwemmungen in Italien "Ravenna ist nicht wiederzuerkennnen"

Stand: 17.05.2023 Tagesschau ARD  hier

Neun Tote und ganze Städte unter Wasser: Verheerende Regenfälle haben die Region Emilia-Romagna in Italien heimgesucht - die Feuerwehr brachte Tausende Menschen in Sicherheit. Die Regierung sieht den Klimawandel als Ursache.


Kronenzeitung hier

Dauerregen mit Folgen: Häuser in Tirol abgeschnitten, Straße abgesackt

Starke Regenfälle und ein völlig durchfeuchteter Hang haben dazu geführt, dass ein Ortsteil der Gemeinde Schwendau im Tiroler Zillertal wohl für mehrere Wochen von der Außenwelt abgeschnitten und nur zu Fuß erreichbar ist. Die einzige Straße dorthin ist regelrecht abgesackt. Eine Notversorgung ist über den Luftweg sichergestellt.

 
Euronews  hier  Von Jaime Velázquez  •  18/05/2023 

Hitze, Trockenheit und Wind - das in Spanien so gefürchtete "Dreieck des Feuers" ist schon da

In Spanien bereitet man sich auf eine frühe und intensive Waldbrandsaison vor, Löschmannschaften wurden verstärkt. Schon im Frühjahr herrschten Temperaturen über 30 Grad, eine Luftfeuchtigkeit von unter 30 % und Winde von über 30 Km/h. 


Focus hier
Droht in Nachbarland die Dürre? Zicksee in Österreicht komplett ausgetrocknet

Österreich steuert auf eine Dürre zu. Mangels Regen ist der Grundwasserspiegel in der Hälfte des Landes besorgniserregend niedrig, besonders in Ostösterreich, wo der Zicksee bereits komplett ausgetrocknet ist.

Manche Anrainer machen das Beste aus der Situation und gehen neuen Hobbys nach, wie etwa der Suche nach Münzen und Schmuck. Doch das große Fischsterben von vor einigen Monaten sitzt noch tief in den Knochen.

Ein Anrainer berichtet: „Man hat gewusst, dass der See austrocknet. Wenn man die Fische früher rausgenommen hätte, hätte man sehr viele mehr retten können. Und das war verheerend, da sind Container gestanden, dann sind sie mit dem Bagger gefahren und haben die toten Fische hineingetan und abtransportiert.“


Schaden von fünf Millionen Euro

Massiver Regen: Berg schiebt halbes Dorf Richtung Bayern

Von t-online18.05.2023  hier

Gefahr aus der Höhe: Durch den starken Regen der letzten Wochen ist in Österreich ein Berghang ins Rutschen geraten. Ein Dorf an der deutschen Grenze ist akut bedroht.

An der deutsch-österreichischen Grenze spielt sich in diesen Tagen ein bedrohliches Naturschauspiel ab: Am Pfänder, einem beliebten Wanderberg in Vorarlberg auf der österreichischen Seite, ist durch die massiven Regenfälle der letzten Tage ein großer Hang in Bewegung geraten.

Wie der ORF und die örtlichen Einsatzkräfte berichten, ist der Berghang in den vergangenen Tagen um mehrere Meter in Richtung Westen zur deutsch-österreichischen Grenze gerutscht, die rund zwei Kilometer entfernt liegt.

Laut dem Landrat von Vorarlberg ist der Hang allein am vergangenen Wochenende rund 2,5 Meter weit gerollt. An der am stärksten betroffenen Stelle sollen es rund sieben Meter sein.

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